Archiv ‘Digitalisierung’

Insurtechs: Digitaler Weckruf für Versicherer

 Meinung am Mittwoch  Versicherer und Investoren setzen zunehmend auf Insurtechs und Technologie-Start-ups. Zwischen 2010 und 2016 hat sich ihre Zahl verdoppelt. Aber bislang stellen die neuen Unternehmen noch keine große Gefahr für die etablierten Anbieter dar. Nur wenige wagen den großen Wurf und werden selbst Risikoträger. Die Versicherer sollten sich aber nicht darauf verlassen, dass das so bleibt. Denn das Potenzial für digitale Disruption wächst massiv. Die Versicherer müssen ihren Vorsprung nutzen und ihre Transformation beschleunigen.

Verbraucherschützer legen nach gegen Check24

Die Verbraucherzentralen lassen nicht nach in ihrer Kritik an den Vergleichsportalen, vor allem am Marktführer Check24. Anfang der Woche hatten sie den Portalen Verbrauchertäuschung vorgeworfen, weil sie sich als objektiv und neutral darstellen. Jetzt hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine Studie über den Versicherungsvertrieb veröffentlicht, die er von Morgen & Morgen hat erstellen lassen. Der Vorwurf: Die angebotenen Tarife sind oft nicht bedarfsgerecht. Die Hypothese, dass Vergleichsportale ihr Ranking durch besonders hohe Provisionszahlungen beeinflussen lassen, konnte der Verband dagegen nicht bestätigen.

Provinzial Nordwest will Online-Abschlüsse

Die Provinzial Nordwest in Münster wird in den kommenden drei Jahren erneut 30 Mio. Euro in die Digitalisierung investieren. Damit will der Versicherer alle Produkte des Konzerns online abschlussfähig machen. Seit Anfang des Jahres bietet das Unternehmen auch Cyberpolicen für Gewerbekunden an, im Juli soll eine Deckung für Privatkunden folgen. Bei dem Dauerthema einer möglichen Fusion mit der Provinzial Rheinland zeigte sich Konzernchef Wolfgang Breuer gelassen. Es sei aber sicher, dass das Thema wieder auf dem Radar auftauchen wird.

Großer Zulauf zum InsurLab Germany

Acht Versicherer aus ganz Deutschland, zwei Hochschulen, die IHK Köln und ein Start-up haben in dieser Woche den Verein InsurLab Germany in Köln gegründet. Er soll den Hub InsurTech mit Leben erfüllen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hatte nach einer Ausschreibung Köln und München für diese Digitalisierungszentren im Rahmen der de:hub-Initiative ausgewählt. Der Verein will jetzt eine GmbH gründen und rasch Räume für ein Accelerator- und Incubator-Programm anmieten.

Fabric: Simpler Todesfallschutz für Eltern

Das US-Insurtech Fabric bietet seit März 2017 Lebensversicherungen für junge Eltern an, die sich in wenigen Minuten über die Unternehmens-Homepage abschließen lassen sollen. Risikoträger ist der Versicherer Vantis Life. Gegenüber der Konkurrenz will der Online-Vermittler mit vollständig digitalen Prozessen punkten, Kunden sollen von den Kostenvorteilen profitieren. Jetzt expandiert Fabric nach New York. Zu den Investoren gehört auch eine Tochter des Rückversicherers RGA.

Herbert Fromme

Kooperationswille dringend benötigt

 Herbert Frommes Kolumne  Es dringt wenig nach außen, die meisten Verhandlungen bleiben unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung. Aber zwischen vielen Versicherern gibt es Gespräche über alle möglichen Formen der Kooperation. Das gab es zwar schon öfter, meistens waren die Ergebnisse aber mager. Das könnte in dieser Runde anders sein – wenn sich die Gesellschaften trauen. Es gibt erste Ergebnisse, zum Beispiel das Vergleichsportal KV Fux von Concordia, Debeka und HUK-Coburg. Doch viele Vorstände zögern.

Start-up Trōv will 2018 nach Deutschland kommen

Das US-Start-up Trōv will 2018 auf den deutschen Markt expandieren. Trōv bietet über seine App On-demand-Versicherungen für einzelne Gegenstände wie Smartphones, Gitarren und Kühlschränke. Damit macht das Insurtech traditionellen Hausratversicherern Konkurrenz. Trōv zeichnet die Risiken nicht selbst. Seit April dieses Jahres ist Munich Re der exklusive Versicherungspartner. Neben der Expansion nach Deutschland kündigte Scott Walchek, Gründer und Chef von Trōv, im Interview mit dem Versicherungsmonitor für dieses Jahr außerdem eine App für Kfz-Versicherungen auf Basis der Trōv-Technologie an.

Die zweite Insurtech-Welle steht bevor

Mehr als 1.000 junge Insurtechs versuchen weltweit, die Assekuranz mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen aufzumischen. Doch nicht alle Start-ups sind gut positioniert, zeigt eine Studie des Strategieberaters Oliver Wyman mit Policen Direkt, die unter anderem das US-Start-up Lemonade, den digitalen Krankenversicherer Ottonova, Trov und Getsurance untersucht hat. In einigen Nischen tummeln sich zu viele Jungunternehmen, andere lukrative Felder würden indes vernachlässigt, so die Autoren. Sie erwarten eine zweite Insurtech-Welle, die echte Disruption bringt.

Die angesagtesten Insurtechs 2017

Auf der Insurtech-Konferenz DIA Amsterdam haben mehr als 50 Start-ups um die Gunst von Versicherern und Investoren gekämpft. Zum Abschluss haben die rund 850 Teilnehmer des Events sechs Insurtechs ausgewählt, denen sie besonders großes Zukunftspotenzial zusprechen. Das sind Sherpa, Backbase, Hover, Sentiance, Friss und Ladderlife. Der Versicherungsmonitor erklärt, was die Firmen genau machen und warum sie so besonders sind.

Insurtech Flypper nähert sich Start

Start-up-Unternehmer Dominik Groenen (Bild) ist mit seiner Versicherer-Neugründung Flypper einen Schritt weiter gekommen. Der neue Mitgesellschafter John David Scharnofske, einer der Eigentümer des Assekuradeurs Konzept & Marketing, soll seine Expertise aus dem Versicherungsbetrieb einbringen. Auch zwei Vorstände für den geplanten Kompositversicherer hat Groenen gefunden. Beim Konzept des Unternehmens setzt er nicht mehr auf einen reinen Digitalversicherer, sondern will auch telefonischen Service bieten.

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