Versicherer und andere Finanzunternehmen sollen ihren Kunden ermöglichen, Finanzdaten mit anderen Unternehmen zu teilen und ihre Daten entsprechend aufzuarbeiten. Das sieht ein Vorschlag der Europäischen Kommission vor. Der Versichererverband GDV begrüßt zwar die Stoßrichtung, warnt aber vor einer Überforderung. Er plädiert für ein schrittweises Vorgehen und längere Umsetzungsfristen sowie mehr Fokus bei den zu erfassenden Daten.
Archiv ‘GDV’
Haegeli: „Eine Rezession ist das viel kleinere Risiko“
Die hohe Inflation seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine drückt auf die wirtschaftliche Stimmung, die Zentralbanken haben mit Zinserhöhungen reagiert. Und auch in Zukunft bleibt die gesamtwirtschaftliche Situation schwierig. Darüber waren sich die Chefvolkswirte der Versicherer Allianz, Munich Re und Swiss Re, in einer Diskussion des Branchenverbands GDV einig. Jérôme Haegeli, Chefvolkswirt des Schweizer Rückversicherers Swiss Re warnte vor der Gefahr einer Stagflation.
Cyber und Versicherungskäse
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Ferma-Konferenz zur Cyberversicherung, Versicherungskäse, Brennpunkt Rückversicherung, GDV-Workshop zur Transformation und Bilanz-Pressekonferenz der Süddeutsche Krankenversicherung.
Unwetter „Lambert“ verwüstet Städte
Sturmtief „Lambert“ hat besonders in Nordrhein-Westfalen und Hessen Verwüstungen angerichtet. Durch Starkregen, Sturm und golfballgroßen Hagel sind Menschen in Not geraten und Sachschäden an Gebäuden und Fahrzeugen entstanden. Todesopfer gibt es bislang nicht. Der Versichererverband GDV schätzt, dass sich die Schäden im Rahmen halten werden. Die Diskussion um die Pflichtversicherung gegen Elementarschäden dürfte aber in die nächste Runde gehen.
Umstrittene Pflichtversicherung
Bei ihrem Treffen vergangene Woche hatten Bundesländer und -regierung die Entscheidung über die Einführung einer Pflichtversicherung vertagt und verabredet, noch einmal sämtliche Optionen zu prüfen. Die Fronten sind allerdings verhärtet. Die Ablehnung der FDP ist nach wie vor stark, wie eine aktuelle kleine Anfrage im nordrhein-westfälischen Landtag zeigt. Der Abgeordnete Werner Pfeil warnt darin vor hohen Belastungen für Bürger und Landeshaushalt durch eine Pflichtversicherung.
Bitte zieht einen Schlussstrich!
Kommentar Die Diskussion um eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden ist ein Evergreen, der regelmäßig aufpoppt. Aktuell ist das Thema durch die Konferenz der Regierungschefs, die auf eine solche Absicherung drängen, wieder auf der Agenda. Ich verfolge die Debatte auch schon seit vielen Jahren. Ohne eine Pflichtversicherung wird es nicht gelingen, endlich einen Schlussstrich zu ziehen und eine Lösung für das Problem unversicherter Häuser zu finden.
GDV für Prävention und Stop-Loss
Kurz bevor sich Bund und Länder mutmaßlich mit einer möglichen Pflichtversicherung für Wohngebäude gegen Naturkatastrophenrisiken beschäftigen, trommeln die Versicherer für ihren eigenen Vorschlag. Statt einer reinen Versicherungslösung sei vor allem mehr Prävention angezeigt, außerdem fordert der Branchenverband GDV staatliche Entlastung bei Extremereignissen mit einem Schaden von über 30 Mrd. Euro. Ohne Prävention drohten stark steigende Prämien in der Wohngebäudeversicherung infolge der Klimaschäden.
EU-Kommission legt Nachhaltigkeitsstandards vor
Der Entwurf der EU-Kommission für den ersten Rechtsakt für die ESRS-Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt vor, die Konsultationsfrist dazu endet am 7. Juli. Das Papier liefert branchenübergreifende Regeln, branchenspezifische Vorgaben werden folgen. Der Versichererverband GDV forderte in einer Reaktion Erleichterungen für Versicherer mit bis zu 250 Mitarbeitern und warnte vor doppelten Berichtspflichten. Der Analyst Carsten Zielke begrüßte das Papier dagegen, im Vorfeld diskutierte Aufweichungen der Regeln seien nicht gekommen.
Cybermarkt bleibt schwierig
Kommentar Die Cyberversicherer können wieder bessere Zahlen vorweisen, ihre Schaden- und Kostenquoten liegen deutlich unter 100 Prozent. Bei den Preisen zeigt sich daher bereits eine gewisse Erholung, die Steigerungsraten fallen nicht mehr so harsch aus wie früher. Bis es auch bei den Kapazitäten zu einer spürbaren Entspannung kommt, dürfte es aber noch dauern.
Cyberversicherer machen wieder Gewinn
Nach einem verlustreichen Jahr 2021, in dem die deutschen Cyberversicherer eine Schaden- und Kostenquote von mehr als 120 Prozent verzeichnet hatten, scheinen die Geschäfte im vergangenen Jahr wieder profitabler gewesen zu sein. GDV-Cyberexperte Peter Graß sprach auf einer Fachveranstaltung von einer Quote von 80 Prozent, warnte aber davor, das gleich als Argument für Kapazitäts- und Bedingungsausweitungen zu nutzen. Der Verband überarbeitet momentan seine Musterbedingungen – auch der Kriegsausschluss soll künftig anders aussehen.
Die Woche der Makler
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: das Makler-Symposium des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler, ein Fachgespräch des Vereins zur Förderung der Versicherungswissenschaft und ein Ausblick der Ratingagentur Assekurata auf die private Krankenversicherung.







