Die deutschen Kfz-Versicherer haben ihre Tarife 2024 das zweite Jahr in Folge deutlich angehoben und damit eine nach Ansicht von Experten beispiellose Disziplin in der traditionell von starkem Preiswettbewerb geprägten Sparte gezeigt. Auch 2025 dürften die Preise kräftig steigen. Die Rückkehr zu schwarzen Zahlen noch in diesem Jahr ist nach Einschätzung von Stefan Schmuttermair (Bild) von E+S Rück möglich, in den Augen von Marco Morawetz von der Gen Re sogar recht wahrscheinlich.
Archiv ‘Kfz-Versicherung’
Itzehoer saniert Kfz schneller als gedacht
Die deutschen Kfz-Versicherer haben die Krise der vergangenen Jahre noch nicht ganz hinter sich gelassen, viele befinden sich noch in den roten Zahlen. Mit der Itzehoer Versicherung geht allerdings ein wichtiger Anbieter davon aus, in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen in der Sparte zu schreiben. Grund ist, dass die Sanierung schneller vorangeht als gedacht. In der Rechtsschutzversicherung will der Versicherer weiter wachsen.
GGW übernimmt Autoprotect
Exklusiv Der Maklerkonsolidierer GGW Group übernimmt die Autoprotect GmbH aus Celle. Der 2017 gegründete Spezialmakler sieht sich als Marktführer für Automotive-Versicherungen in Deutschland. Er versichert Autohäuser, über ihn können Kfz-Hersteller und Händler aber auch Kfz-Policen für Endkunden anbieten. Die Firma arbeitet deutschlandweit mit rund 800 Autohäusern zusammen – und wird künftig Teil des GGW-Maklerarms Leading Brokers United sein.
US-Zölle belasten auch europäische Versicherer
Die von US-Präsident Donald Trump veranlassten Zölle auf Importe in die USA, darunter Autos, wirken sich auch auf das Geschäft europäischer Versicherer aus. Steuern diese nicht mit Prämienerhöhungen gegen, könnten ihre Schadenquoten steigen. Das zeigen Analysen der schweizerischen Bank UBS. Der deutsche Versichererverband GDV sieht durch die Zölle das Wachstum der ganzen Versicherungswirtschaft belastet.
VPV profitiert von Einmalbeiträgen
Die Vereinigte Postversicherung (VPV) mit Sitz in Stuttgart hat im vergangenen Geschäftsjahr von hohen Einmalbeiträgen in der Lebensversicherung profitiert, musste aber Rückgänge im Gewinn hinnehmen. Im Schaden- und Unfallsegment konnte die Gruppe nach einem verlustgeplagten Jahr 2023 wieder in die schwarzen Zahlen kommen. VPV zeichnet kein eigenes Kfz-Geschäft, vermittelt aber Kunden an den Marktführer HUK-Coburg und bekommt dafür Provision.
ADAC Autoversicherung wächst weiter
Die ADAC Autoversicherung, die mehrheitlich zur Allianz gehört, hat im vergangenen Geschäftsjahr 380.000 neue Kunden gewonnen und damit die Zahl der Abgänge mehr als kompensiert. Der Bestand der versicherten Fahrzeuge erhöhte sich unterm Strich um 12,7 Prozent auf 1,3 Millionen. Das Unternehmen hat durch die Preiserhöhungen in der Sparte insgesamt eine höhere Wechselbereitschaft beobachtet. Außerdem erfreuen sich Verträge mit Werkstattbindung immer größerer Beliebtheit.
HUK-Coburg sucht externes Wachstum
Deutschlands größter Kfz-Versicherer, die HUK-Coburg, will Bestände übernehmen und bietet anderen Versicherern die Verwaltung von Kfz-Beständen an. Das sagte Konzernchef Klaus-Jürgen Heitmann vor Journalisten. Zwar legt das Unternehmen auch weiterhin aus eigener Kraft zu, hat aber Mühe. 2024 musste die Gruppe 1,7 Millionen Kfz-Kunden neu gewinnen, damit der Bestand am Ende um rund 140.000 auf 14 Millionen versicherte Fahrzeuge anstieg.
Mit Technologie viel Geld in Kfz sparen
Gerade in der verlustreichen Versicherungssparte Kfz türmen sich die Probleme – hohe Schadenquoten, steigende Prämien, hohe Schadeninflation. Auf dem Messekongress Schaden in Leipzig präsentierten Versicherer und Dienstleister Ideen und Lösungen, um diese Probleme anzugehen. Die Firma Excon hilft bei der Suche nach gestohlenen Autos, die HUK-Coburg lässt sich in der Schadenbearbeitung helfen.
Willis sieht stabilen Industrieversicherungsmarkt
Exklusiv Obwohl die Preise in der Industrieversicherung nicht mehr so stark steigen, kann man nach Einschätzung des Maklers Willis noch nicht von einem weichen Markt sprechen. „Wir befinden uns in einer stabilen Marktphase mit Ausschlägen nach oben und nach unten“, sagt Lukas Nazaruk, Head of Corporate Risk & Broking Deutschland und Österreich, im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor. Auch in Sparten wie der Haftpflichtversicherung, wo der Preistrend eher nach unten zeigt, haben es die Kunden nicht immer leicht.
Allianz bietet für britische Esure
Der Münchener Versicherungskonzern Allianz macht ernst mit seinem Interesse an Esure und bietet für den britischen Direktversicherer. Unternehmenskreise bestätigten eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die belgische Ageas soll an Esure interessiert sein. Der britische Versicherer, der auf die Kfz- und die Gebäudeversicherung spezialisiert ist, gehört dem Investor Bain Capital.
SV macht 2024 deutlich mehr Gewinn
Die SV Sparkassenversicherung hat 2024 ein Rekord-Neugeschäft in der Schaden- und Unfallversicherung gemacht. Auch die Lebensversicherung hat so stark zugelegt wie seit 20 Jahren nicht. Der Jahresüberschuss erreichte 103,2 Mio. Euro, deutlich mehr als im Vorjahr, als unter anderem ein umfangreicher Abbau stiller Lasten den Gewinn schmelzen ließ. Die gute Lage hat der Versicherer genutzt, um die restlichen stillen Lasten fast vollständig abzubauen.
In zehn Wochen zum Schadenmanager
Exklusiv Vielen Versicherern fehlt es an Mitarbeitern. Das betrifft zum Unmut der Kunden vor allem die Schadenregulierung in der Kfz-Versicherung. Während sich einige Gesellschaften Hilfe von externen Schadendienstleistern holen, hat der Berater Loyalty Effect zwei neue Ausbildungsgänge geschaffen, in denen er die benötigten Fachkräfte selbst heranziehen will. Auch Quereinsteiger aus anderen Branchen sollen innerhalb von zehn Wochen zu Sachbearbeitern im Schadenmanagement umgeschult werden können.
Ganz-Cosby: „Geben das Ruder nicht aus der Hand“
Exklusiv In der Maklerbranche spricht jeder mit jedem. Auch Artus-Chefin Alexandra Ganz-Cosby führt viele Gespräche mit anderen Maklern aus dem In- und Ausland. „Aber für uns ist klar: Wir geben das Ruder nicht aus der Hand“, sagt sie. Selbst will das Unternehmen auch weiterhin andere Makler kaufen. Ganz-Cosby spricht über die Rolle der Makler bei Schäden („immer wichtiger“) und die zunehmende Rigidität auch deutscher Versicherer.
A.M. Best: US-Zölle belasten die Versicherungsbranche
Die neuen US-Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko sowie die Anhebung der bestehenden Zölle auf Waren aus China werden unangenehme Folgen für die US-Versicherer und ihre Kunden haben, erwartet die Ratingagentur A.M. Best. Insbesondere in der Kfz-Sparte ist das problematisch, weil die US-Amerikaner laut der Analysefirma Global Data im internationalen Vergleich sehr viel für ihre Autoversicherung zahlen. Auch die Gebäude- und die Lebensversicherung wird von den Zöllen belastet.
Signal Iduna mit Rekord und Sorgenfalten
Der Versicherer Signal Iduna hat ein in der Geschichte des Unternehmens bislang unerreichtes Vertriebsergebnis erzielt. Mit leichten Sorgenfalten blickt das Unternehmen aber auf die Kfz-Versicherung, die aufgrund stark gestiegener Schadenaufwände aktuell nicht profitabel ist. Preiserhöhungen um etwa 20 Prozent in der vergangenen Wechselperiode waren die Folge.














