Archiv ‘Lebensversicherung’

Bilanzen und Run-off

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Zahlen von Debeka, Swiss Re und Axa. Run-off-Konferenz der SZ in Hamburg.

Allianz meldet Rekordergebnis

Der Allianz-Konzern hat 2018 zur Zufriedenheit des Vorstandsvorsitzenden Oliver Bäte einen Rekordgewinn erzielt. Das operative Ergebnis stieg um 3,7 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro. Vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung legte der Konzern zu, während er in der Lebensversicherung wegen der wackelnden Kapitalmärkte einen Gewinnrückgang hinnehmen musste. Die Aktionäre erhalten eine höhere Dividende, außerdem gibt der Versicherer bis zu 1,5 Mrd. Euro für ein Aktienrückkaufprogramm aus.

Juristen: Provisionsdeckel ist rechtswidrig

Mit dem früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Hans-Jürgen Papier und dem umtriebigen Versicherungsrechtler Hans-Peter Schwintowski haben sich zwei renommierte deutsche Juristen gegen die gesetzliche Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung positioniert. Der Vermittlerverband AfW, der Finanzdienstleistungsverband Votum und die Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler hatten bei ihnen zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Papier und Schwintowski legen darin dar, dass ein Deckel als Eingriff in die Freiheit der Berufsausübung gegen das Grundgesetz verstößt und zudem mit der europäischen Dienstleistungsfreiheit kollidiert. Beim Wirtschaftsforum der SPD sind die Gutachten positiv angekommen.

Debeka-Chef Brahm: Kein Mitarbeiter zu viel

Thomas Brahm, seit Juli 2018 Vorstandschef des führenden privaten Krankenversicherers Debeka, hält nichts von großen Streichaktionen bei Arbeitsplätzen. Die Debeka will weiter wachsen – und eher Personal anbauen als abbauen. Im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor spricht Brahm über die Digitalisierung, den Umbau der IT, das Portal „Meine Gesundheit“, die Erfahrungen mit Beamten in Hamburg und die Mitgabe der Alterungsrückstellung. Und er beschreibt den Schock, den die beinahe vollständige Aufgabe der klassischen Lebensversicherung im Haus ausgelöst hat.

Assekurata: Indexpolicen oft ohne Rendite

Für die Inhaber von Indexpolicen waren die vergangenen vier Jahre unterm Strich ein Nullsummenspiel. Überdurchschnittliche Renditen konnten sie mit ihren Verträgen vor allem im starken Börsenjahr 2017 erzielen. An fast der Hälfte der Indexstichtage im Zeitraum von 2014 bis 2018 haben die Verträge jedoch keine zusätzliche Rendite geliefert. Besonders schlecht lief es 2018, als der DAX eine negative Jahresrendite von minus 18 Prozent verzeichnet hatte. Hier konnten 80 Prozent der von Assekurata untersuchten Tarife keine positive Renditegutschrift erzielen. Die Ratingagentur weist allerdings darauf hin, dass Indexpolicen dennoch beachtliche Renditen bieten können: So waren seit 2014 vereinzelt auch Gutschriften von bis […]

Herbert Fromme

Die bröcklige Einheit des GDV

 Herbert Frommes Kolumne  Die Grünen haben maßgeblich dafür gesorgt, dass die EU einen Kostendeckel von einem Prozent für paneuropäische PEPP-Produkte beschließt. Der Bund der Versicherten veröffentlicht eine freche Studie, in der er Riester-Verträgen eine schlechtere Rendite als dem Sparen unter dem Kopfkissen bescheinigt. Beides sind Angriffe auf die deutschen Lebensversicherer und ihre Vertriebspolitik, die nicht zufällig im Vorfeld der geplanten Veröffentlichung der Regierungspläne zu einem Provisionsdeckel kommen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft agiert dabei merkwürdig passiv. Das ist kein Wunder: Die Interessen der Mitgliedsunternehmen sind so unterschiedlich, dass sie kaum unter einen Hut zu bringen sind.

EU verpasst PEPP Kostendeckel

Die Europäische Union hat einen Kostendeckel von einem Prozent für die PEPP-Angebote erlassen. PEPP steht für Pan-European Pension Product, ein EU-weites Altersvorsorgeprodukt. Allerdings wird noch darum gestritten werden, wie die EU-Kommission in einem „delegierten Rechtsakt“ diese Vorschrift auslegt, die von EU-Parlament, Rat und Kommission beschlossen wurde. Die Einführung des Kostendeckels wurde maßgeblich von den Grünen im Europaparlament betrieben. Ihr finanzpolitischer Sprecher Sven Giegold hofft auf Auswirkungen auf den deutschen Markt.

Abwärtstrend bei Überschussbeteiligung gestoppt

Seit Jahren schreiben die Lebensversicherer ihren Kunden immer weniger Überschussbeteiligung gut. Dieser Trend ist jetzt zu einem Ende gekommen, glaubt die Ratingagentur Assekurata. Die meisten Anbieter haben die laufende Verzinsung für 2019 stabil gehalten. Über alle Produkt- und Tarifgenerationen betrug die laufende Verzinsung durchschnittlich 2,84 Prozent. Das ist minimal weniger als die 2,85 Prozent des Vorjahres. Den Hauptgrund für die stabilen Deklarationen sieht Assekurata in den geänderten Regeln für die Berechnung der Zinszusatzreserve.

Weniger Beschwerden beim Ombudsmann

Beim Versicherungsombudsmann Günter Hirsch gingen im vergangenen Jahr 18.956 Beschwerden ein, im Vorjahr waren es noch 19.754 Anträge auf Durchführung eines Streitbeilegungsverfahrens gewesen. 18.218 Beschwerden richteten sich gegen Versicherer, 283 gegen Vermittler. Wie 2017 betrafen die meisten Beschwerden die Rechtsschutzversicherung, gefolgt von der Lebensversicherung. Unmut gab es aber auch über Kfz-Versicherungen und Wohngebäudepolicen.

Provinzial Nordwest legt kräftig zu

Die Provinzial Nordwest hat im vergangenen Jahr ein Beitragsplus von 3,4 Prozent auf rund 3,4 Mrd. Euro verbucht. Damit ist der Versicherer, der voraussichtlich in diesem Jahr mit der Provinzial Rheinland fusionieren wird, stärker als der Markt gewachsen. Der Versicherer legte nicht nur in der Schaden- und Unfallversicherung, sondern auch in der Lebensversicherung zu. Er musste aber auch hohe Schäden aus Naturkatastrophen verbuchen, unter anderem aus dem Sturm „Friederike“. Die Due Dilligence im Hinblick auf den Zusammenschluss ist noch in vollem Gange.

Prosperity mit Wechselservice für Lebensversicherte

Das Insurtech Prosperity will Lebensversicherten den Wechsel in einen lukrativeren Vertrag erleichtern. Das Angebot richtet sich an Versicherte, die sich bei ihrem Anbieter nicht gut aufgehoben fühlen oder sich mehr Rendite versprochen hatten. Prosperity bläst gezielt zum Angriff auf Run-off-Spezialisten wie Viridium oder Athora, die Leben-Bestände aufkaufen und abwickeln. Run-off Gesellschaften versuchten nur, sich selbst zu optimieren und der Profit der Investoren stehe im Vordergrund, behauptet Prosperity. Die Clou an der Sache: Hinter dem Dienst steht der Versicherer Liechtenstein Life, der durch den Wechselservice auf gutes Neugeschäft hofft.

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