Archiv ‘Lebensversicherung’

Lebensversicherer und Ombudsmann

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Tätigkeitsbericht des Versicherungsombudsmanns und Zukunft der Lebensversicherung.

Lebensversicherer: Angst vor der Pleite

Die Probleme der Lebensversicherer bereiten der Branche zunehmend Sorgen. Auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Hauptversammlung des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) warnten mehrere Versicherungsvorstände vor der Pleite eines Lebensversicherers. Diese Gefahr sei durchaus real. R+V-Vorstand Heinz-Jürgen Kallerhoff forderte, dass im Notfall die Politik eingreifen müsse. Die Politik sei für die derzeitige Zinssituation verantwortlich und müsse folglich gefährdete Versicherer schützen.

IDD: Teufel liegt im Detail

Nur weil die EU bei der neuen Vermittlerrichtlinie IDD auf ein Provisionsverbot verzichtet hat, heißt das nicht, dass die Umsetzung für die Branche ein Spaziergang wird. Darauf wies der Anwalt Hans-Ludger Sandkühler bei einer Veranstaltung der Technischen Hochschule Köln hin. Denn die neuen Regeln stellen die bisherige Vertriebspraxis infrage. Sandkühler sieht insbesondere bei den sogenannten Wohlverhaltensregeln und bei den Anforderungen an die Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten große Herausforderungen für Versicherer und Vermittler.

Herbert Fromme

Heftige Unruhe

 Herbert Frommes Kolumne  In der Branche herrscht eine Unruhe wie schon lange nicht mehr. Solvency II, die ersten Solvenzzahlen und die „Manndeckung“ der BaFin zeigen Wirkung. Langjährige Geschäftsmodelle geraten ins Wanken, Vorstände müssen dringend neue Antworten finden. Auch bei den Vermittlern ist die Unsicherheit angesichts der Herausforderungen durch die Digitalisierung und die Kostensenkungsmodelle der Versicherer groß. Wer gewinnt? Die Versicherer, die auf hohe Finanzkraft setzen und ihre Leute im Innen- und Außendienst fair behandeln.

Allianz verkauft Teil der Euler Hermes-Beteiligung

Die Allianz stößt ein Paket mit 3,88 Millionen Aktien des Kreditversicherers Euler Hermes im Wert von 295 Mio. Euro ab. Davon kauft der Kreditversicherer selbst 2,2 Millionen Aktien zurück, der Rest geht an institutionelle Investoren. Damit will der Versicherer nach Meinung von Analysten die Eigenkapitalanforderungen seiner französischen Lebensversicherungstochter Allianz Vie senken, die das Aktienpaket gehalten hatte.

Zerreißprobe für die Lebensversicherung

 Medienanalyse  Das Bundesfinanzministerium plant die Senkung des Garantiezinses von 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent zum 1. Januar 2017. In der Medienberichterstattung rückt an die Stelle der seit Jahren kursierenden Klagen über die sinkende Rentabilität der Lebensversicherung nun eine neue Erkenntnis: Der Garantiezins, das einst schlagkräftige Verkaufsargument der Branche, hat auf der Jagd nach Rendite mittlerweile eine hinderliche Wirkung und ist damit für die Kunden unvorteilhaft. Die erneute Senkung der Garantien hat zudem erhebliche Auswirkungen auf die Riester-Rente. Die Zukunft des staatlich geförderten Vorsorgemodells wird vor der Bundestagswahl von Politikern offen infrage gestellt.

Provinzial Rheinland leidet unter Großschäden

Die Provinzial Rheinland zieht für 2015 trotz mehrerer Großschäden durch Stürme und dem Großbrand beim Geflügelschlachter Wiesenhof eine positive Bilanz. Sorgen bereitet dem Versicherer der zunehmende Wettbewerb in der Kfz- und der Industrieversicherung. An der klassischen Lebensversicherung will die Provinzial festhalten – auch wenn der Garantiezins bald auf 0,9 Prozent sinkt. Mit einem Zukunftsprogramm will sie ihre Ertragskraft verbessern und die Digitalisierung angehen. Als erster Schritt schrumpft der Vorstand unter Walter Tesarczyk (Bild) von sechs auf fünf Mitglieder – der Posten von Vorstand Peter Slawik, der Ende Mai in den Ruhestand geht, wird nicht neu besetzt. Zudem streicht der Versicherer […]

BaFin verschärft Manndeckung

Die Finanzaufsicht BaFin hat klargestellt, wie sie die von BaFin-Präsident Felix Hufeld gern als „Manndeckung“ apostrophierte enge Begleitung von Versicherern sieht. Dazu gehören unter anderem ein enges Berichtswesen und die Beteiligung der Wirtschaftsprüfer. Über die Zahl der so von der BaFin unter Sonderbewachung gestellten Anbieter schweigen die Beteiligten. Das Solvency II-Regime ist jetzt seit dem 1. Januar 2016 in Kraft – und beginnt gerade, direkte Auswirkungen auf die Unternehmen zu haben.

Allianz adjustiert in der Lebensversicherung

Die Allianz will mit allen Lebensversicherungstöchtern bis 2018 eine Eigenkapitalrendite von 10 Prozent verdienen. Wenn ein Konzernunternehmen das nicht schafft, muss es damit rechnen, verkauft zu werden oder Bestände abgeben zu müssen. Das Ziel von 10 Prozent nannte Finanzchef Dieter Wemmer bei der Erläuterung der Quartalszahlen. Die Allianz hat in den ersten drei Monaten bei weniger Umsatz und fallendem operativen Gewinn ein besseres Nachsteuerergebnis erzielt. Unter anderem wirkten sich Aktiendeals positiv aus.

Starke VKB setzt auf Digitalisierung

Die Versicherungskammer Bayern macht Druck in Richtung digitaler Umbau des Konzerns. Dabei kann Unternehmenschef Frank Walthes aus einer Position der Stärke heraus agieren: Das Unternehmen hat gute Zahlen vorgelegt und nach eigenen Angaben auch unter Solvency II keine Probleme – Solvenzquoten nannte der Vorstand allerdings nicht. Walthes nahm auch zur Diskussion über mögliche Fusionen bei den öffentlichen Versicherern Stellung und schloss die Nutzung von Gelegenheiten nicht aus.

BaFin sieht Pensionskassen in Gefahr

Nicht nur Lebensversicherer befinden sich aufgrund der Niedrigzinsen stark unter Druck. Die Situation setzt Pensionskassen noch viel stärker zu, glaubt die Finanzaufsicht BaFin. Während Versicherungsaufseher Frank Grund die Lebensversicherer noch als mittelfristig stabil betrachtet, sieht er auf die Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung Probleme zukommen. Einzelne Pensionskassen könnten bald nicht mehr aus eigener Kraft ihre Leistungen in voller Höhe erbringen. Arbeitgeber müssten Geld nachschießen, fordert Grund.

Protektor spricht nur noch mit Heidelberger

Der Lebensversicherer Protektor, der seit 2003 den Altbestand der Mannheimer Leben abwickelt, verhandelt nach Informationen des Versicherungsmonitors nun exklusiv mit dem Abwicklungsspezialisten Heidelberger Leben. Gespräche mit anderen Interessenten wurden nicht weitergeführt. Gelingt die Bestandsübertragung, hätte Protektor keine Verträge mehr unter Verwaltung, sondern würde nur noch als gesetzlicher Sicherungsfonds für notleidende Lebensversicherungsbestände agieren. Mit dieser Rolle hat der Bund das Unternehmen 2004 betraut.

Dynamik in Asien stützt globales Prämienwachstum

Während die Lebensversicherer in Europa und den USA unter den Niedrigzinsen an den Kapitalmärkten ächzen, sorgt die Sparte aufgrund der geringen Durchdringung in Schwellenländern auf globaler Ebene für Wachstumsimpulse. Das schreibt Munich Re in einem aktuellen Ausblick. In Asien rechnet der Rückversicherer sogar mit zweistelligen Wachstumsraten. Die weltweiten Prämieneinnahmen in der Erstversicherung dürften nach der Prognose 2016 und 2017 um 4 Prozent zulegen.

Allianz: Bäte beruhigt Beschäftigte

Die Allianz wird die Digitalisierung ohne globalen Umbau vollziehen, weil das nur Unruhe und wenig Nutzen bringt. Das sagte Allianz-Konzernchef Oliver Bäte bei der Hauptversammlung in München. In Deutschland sollen keine Lebensversicherungsbestände verkauft werden, sagte Vorstand Maximilian Zimmerer. Das Unternehmen will seine Präsenz in kleineren Märkten wie in Osteuropa zu größeren Einheiten zusammenfassen. In Asien sucht die Allianz eine verstärkte Präsenz, ist aber vorsichtig, weil oft zu hohe Preise bezahlt werden.

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