Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Universität St. Gallen zu Cyberrisiken und Run-off.
Archiv ‘Lebensversicherung’
Alte Leipziger setzt Rivalen unter Druck
Die mittelgroße Alte Leipziger hat hervorragende Werte für die Kapitalausstattung unter Solvency II – und gibt die Zahlen gerne bekannt. Damit übt das Unternehmen heftigen Druck aus auf Rivalen, die schlechtere Werte aufweisen und sie gerne – wie rechtlich möglich – erst 2017 veröffentlichen wollen. Das Unternehmen mit Sitz in Oberursel bei Frankfurt wächst vor allem in der Berufsunfähigkeitsversicherung und der betrieblichen Altersversorgung. Zweites großes Geschäftsgebiet neben der Lebensversicherung ist die private Krankenversicherung in Gestalt der Halleschen. Über die Zukunft der sehr kleinen Kfz-Sparte will Konzernchef Walter Botermann nachdenken.
GDV kämpft um Altersversorgung
Die Versicherungsbranche kämpft angesichts heftiger Kritik aus der Politik um ihre Rolle in der Altersversorgung. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft, verlangte einen „Runden Tisch für die Altersvorsorge“. Erdland kommentierte ausführlich die Rolle der Fintechs, die er als Treiber der Veränderung in der Branche bezeichnete. Der obligatorischen Kritik an der EZB räumte Erdland diesmal weniger Raum ein, warf ihr aber vor, ihr Mandat zu überschreiten.
Abrechnungsbetrug – ein heikles Thema
Meinung am Mittwoch „Vertraue, aber prüfe nach“, lautet ein russisches Sprichwort, das schon Lenin häufig verwendet haben soll. In der Versicherungsbranche wird viel über Vertrauen und Transparenz gesprochen und manchem Branchenteilnehmer Intransparenz vorgeworfen. Erhebliche Intransparenz gibt es aber auch in einer anderen Branche – mit potenziell fatalen Folgen für die Versicherten: So treten in jüngster Zeit vermehrt Fälle auf, in denen versicherungswillige Patienten nach Einsicht in ihre Patientenakten über unbekannte, falsche, oder gar frei erfundene Diagnosen ihrer Ärzte berichten. Die Folgen können für sie fatal sein.
Mehr Freiheiten beim Outsourcing nötig
Legal Eye – Die Rechtskolumne Für kleine und mittelgroße Lebensversicherer ist die Digitalisierung häufig zu aufwändig. Outsourcing an spezialisierte Dienstleister mit großen IT-Plattformen wäre eine Option. Das scheitert aber oft daran, dass die Überlassung von Daten aus einem Lebensversicherungsverhältnis an Dritte, die nicht „Gehilfen“ des Lebensversicherers sind, in Deutschland ohne Einwilligung der Betroffenen strafbar ist. Die für das erste Quartal 2018 zu erwartende europäische Datenschutz-Grundverordnung sollte Anlass sein, die Grenzen des Straftatbestands endlich neu zu bestimmen und den deutschen Sonderweg zugunsten der europäischen Rechtslage anzupassen.
Allianz will Leben-Bestand in Italien verkaufen
Die Allianz will sich von einem geschlossenen Lebensversicherungsbestand in Italien mit einem Volumen von 4,5 Mrd. Euro trennen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Der Finanzinvestor Cinven soll Interesse bekundet haben. Die Allianz wollte das nicht kommentieren. Allerdings hatte Allianz-Chef Oliver Bäte bereits im vergangenen Herbst angekündigt, sich von Lebensversicherungsbeständen im Ausland trennen zu wollen.
Ratingagentur: Lebensversicherer vor Problemen
Die Ratingagentur Moody‘s bescheinigt dem deutschen Lebensversicherungssektor eine schwierige Zukunft. Die Niedrigzinsen führen zu niedrigeren Anlagegewinnen und bedrohen die Profitabilität der Anbieter, heißt es in einem aktuellen Bericht. Die Ratingagentur belässt den Ausblick für die Branche auf negativ. Die Analysten erwarten, dass sich der Trend zu neuartigen Lebensversicherungen in dieser Situation beschleunigen wird. Das könne den Gesellschaften auch bei der Erfüllung der neuen Eigenkapitalregeln Solvency II helfen. Allerdings sei eine erfolgreiche Umstellung kein Selbstläufer.
Buberl präsentiert gutes Abschluss-Geschäftsjahr
Die Axa Deutschland hat 2015 – dem letzten vollen Vorstandsjahr von Thomas Buberl – sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis verbessert. Der Gewinn des Kölner Versicherers ging nach einem außergewöhnlich guten Vorjahresergebnis dagegen leicht zurück. Die Axa legte vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung zu. Auch die Spezialsegmente Ärzte/Heilwesen und Öffentlicher Dienst entwickelten sich positiv. Während die Krankenversicherung ebenfalls einen Zuwachs bei den Beitragseinnahmen verzeichnete, gab es in der Lebensversicherung einen Rückgang.
Doppelspitze aus Donnet und Minali führt Generali
Die Spekulationen aus der vergangenen Woche haben sich bewahrheitet: Italien-Chef Philippe Donnet wird künftig den Versicherer Generali führen, ihm zur Seite steht Finanzchef Alberto Minali als Generaldirektor. Donnet ersetzt Mario Greco, der zum Konkurrenten Zurich gewechselt ist. Der von Greco bei der Generali eingeleitete Großumbau scheint erste Früchte zu tragen: Das Unternehmen verbuchte ein ordentliches Gewinnplus und will den Aktionären eine höhere Dividende zahlen.
Morbus Ratlosigkeit
Herbert Frommes Kolumne Talanx-Finanzchef Immo Querner beklagt den „Morbus Draghi“, unter dem die Versicherungsbranche leidet. Mario Draghi steckt in der Sackgasse, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard zeigt sich „fassungslos und entsetzt“. Die heftige EZB-Schelte zeigt in Wirklichkeit die Ratlosigkeit der Branche. Ihr Geschäftsmodell der Zinsarbitrage in der klassischen Lebensversicherung ist gescheitert, echte Alternativen fehlen. Die hohen Gewinne der meisten Konzerne machen die Kritik auch nicht gerade glaubwürdiger. Grundsätzlich gilt: Wer so um sich schlägt, riskiert, als Gesprächspartner nicht mehr ernst genommen zu werden.
Garantiezins soll weiter sinken
Der Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung wird weiter abgesenkt. Bis Ende Juni will die Bundesregierung über eine weitere Reduzierung entscheiden. Unklar ist noch, auf welche Höhe der Garantiezins gesenkt wird und zu welchem Zeitpunkt die Änderungen gültig werden. Die Deutsche Aktuarvereinigung empfiehlt eine Absenkung von jetzt 1,25 Prozent auf 1 Prozent ab 2018. Das Finanzministerium kann sich dagegen vorstellen, den Satz sogar früher auf dann 0,75 Prozent zu verringern.
Provisionsverbot: Briten verzichten auf Beratung
Seit gut drei Jahren gilt in Großbritannien das Provisionsverbot bei der Vermittlung von Versicherungs- und anderen Finanzprodukten. Stattdessen zahlen Kunden ein Honorar an einen Berater. Weil das teuer ist, lassen sich vor allem viele Geringverdiener vor dem Abschluss eines Vorsorgeprodukts nicht mehr helfen, sondern kaufen gleich – auch wenn sie es nicht verstehen. Das hat eine Untersuchung der britischen Finanzaufsicht und dem Finanzministerium ergeben. Einen Ausweg aus der Misere könnte die sogenannte Robo-Beratung sein.
Ablaufleistungen im Sinkflug
Die Niedrigzinsen sorgen dafür, dass die Ablaufleistungen von Kapitallebensversicherungen immer weiter zurückgehen. Das zeigt der aktuelle Map-Report. So erhielten Kunden für einen 2004 auslaufenden Vertrag, in den sie 30 Jahre lang 1.200 Euro im Jahr einbezahlt hatten, im Durchschnitt noch rund 98.500 Euro. Die Ablaufleistungen eines vergleichbaren 2015 auslaufenden Vertrags lagen dagegen im Schnitt bei nur noch rund 77.400 Euro. Der Map-Report bemängelt, dass sich viele Lebensversicherer der Teilnahme an der Umfrage verweigert haben.












