Archiv ‘Rückversicherung’
AIG kauft Validus
Der US-Versicherer AIG hat den Schrumpfkurs, den er seit der Beinahepleite in der Finanzkrise 2008 verfolgt hat, verlassen: Der Konzern kauft den Rück- und Erstversicherer Validus mit Sitz auf Bermuda für 5,56 Mrd. Dollar. Das passt zur Strategie von AIG-Chef Brian Duperreault, der den Versicherer wieder auf Wachstum trimmen will. Zuvor waren Verhandlungen über eine Übernahme des Finanzdienstleisters Voya Financial gescheitert.
A.M. Best: Keine Herabstufung wegen Hurrikans
Die Hurrikan-Serie im dritten Quartal 2017 hat hohe versicherte Schäden verursacht, die Preiserhöhungen in der Rückversicherung könnten aber dennoch hinter den Erwartungen zurückbleiben, heißt es in einem aktuellen Bericht der Ratingagentur A.M. Best. Dafür sorgt das ungebrochen hohe Interesse von Investoren an Cat Bonds und anderen Versicherungsverbriefungen. Herabstufungen des Ratings von Rückversicherern aufgrund der Naturkatastrophen hat A.M. Best bisher nicht vorgenommen.
RGA und Renaissance Re gründen Abwickler
Die Reinsurance Group of America (RGA) und die Renaissance Re haben eine neue Gesellschaft namens Langhorne Re gegründet. Der neue Rückversicherer mit Sitz auf Bermuda (Bild) soll sich vorrangig auf den Erwerb großer geschlossener Lebens- und Rentenversicherungsbestände konzentrieren. Finanziert wird Langhorne Re nicht nur von RGA und Renaissance Re, auch Finanzinvestoren wie Pensionsfonds sind mit von der Partie. Sie haben den Rückversicherer mit insgesamt 780 Mio. Dollar Eigenkapital ausgestattet.
Naturkatastrophen 2017 auf Rekordniveau
Eine Serie schwerer Hurrikans in Nordamerika, ein Flächenbrand in Kalifornien und eine überdurchschnittlich schwere Monsunzeit in Südasien prägten das Naturkatastrophenjahr 2017, das für die Versicherer mit 135 Mrd. Dollar zu Buche schlug – und damit teurer war als jedes andere zuvor. Das zeigt ein Bericht von Munich Re. Der weltweit größte Rückversicherer rechnet für die Zukunft angesichts des Klimawandels mit einer Zunahme extremer Wetterereignisse.
Preise in der Rückversicherung steigen kaum
Die Rückversicherer gingen mit großen Erwartungen in die Verhandlungen für die Vertragserneuerungen zum 1. Januar. Die Preise sollten deutlich steigen. Die Hoffnungen der Branche wurden allerdings enttäuscht. Laut einem aktuellen Bericht des Rückversicherungsmaklers Willis Re gingen die Preise in der Rückversicherung nicht so stark nach oben wie erhofft. Schuld daran ist vor allem das branchenfremde Kapital, das sich von den Schäden nicht abschrecken ließ.
US-Steuerreform trifft Versicherer
Ausländische Versicherer und Rückversicherer, die in den USA tätig sind, gehören zu den Opfern der US-Steuerreform. Wenn sie mehr als 500 Mio. Euro Umsatz haben und einen Teil des Geschäfts an andere Gesellschaften im eigenen Konzern rückversichern, wie es in der Industrieversicherung und anderen Bereichen üblich ist, müssen sie für das kommende Jahr 5 Prozent Steuern auf die Prämien zahlen, die sie weitergeben. Ab 2019 soll der Steuersatz 10 Prozent betragen. Versicherer wie HDI Global, Hannover Rück, Lloyd’s oder Munich Re sind betroffen.
Swiss Re: 2017 drittteuerstes Jahr für Versicherer
Für Versicherer und Rückversicherer war 2017 ein besonders teures Jahr. Katastrophen verursachten vor allem in der zweiten Jahreshälfte hohe versicherte Schäden von 136 Mrd. Dollar, so der Rückversicherer Swiss Re in seinem aktuellen Sigma-Bericht. Damit war es das drittteuerste Jahr seit der Rückversicherer seine Statistik führt. Neben den Hurrikans „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ führten auch zwei Erdbeben in Mexiko und die Waldbrände in Kalifornien zu hohen Schäden. Auch die gesamten wirtschaftlichen Schäden waren sowohl höher als im Vorjahr als auch im zehnjährigen Durchschnitt.
Cybersicherheit ist Chefsache
Meinung am Mittwoch Mittelständische Unternehmen sind besonders auf zusätzliche Dienstleistungen angewiesen, die Cyberversicherungen oft beinhalten. Für die Anbieter ist das die Chance, mehr als nur Risikoträger zu werden. Sie können damit Unternehmen ganzheitlich in ihrer Cyber-Widerstandsfähigkeit unterstützen und so zum echten Risikopartner werden. Dazu gehört allerdings, dass Versicherer das Risiko abschätzen können. Die Quantifizierung von Cyberrisiken steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.
A.M. Best: Ausblick für Rückversicherer bleibt negativ
Nach den schweren Naturkatastrophenschäden des zweiten Halbjahres wollen die Rückversicherer in der kommenden Erneuerungsrunde die Preise anheben. Die Ratingagentur A.M. Best sieht allerdings erhebliche Unsicherheiten darin, wie hoch und wie nachhaltig die Preiserhöhungen ausfallen werden. Das Unternehmen belässt seinen Branchenausblick für die Rückversicherer deshalb auf negativ. Eine entscheidende Rolle wird das alternative Kapital spielen.








