Schlagwort-Archiv für ‘Solvency II’

BaFin mit Kontaktadresse für Brexit-Flüchtlinge

Zum Entsetzen der britischen Finanzdienstleister strebt die britische Premierministerin Theresa May einen harten Brexit an, also einen vollständigen Austritt Großbritanniens aus dem Binnenmarkt. Passend zu Mays Grundsatzrede am gestrigen Dienstag hat die Finanzaufsicht BaFin eine spezielle Kontaktadresse für ausländische Unternehmen eingerichtet, die gerne nach Deutschland umsiedeln wollen. Zudem hat sich die Aufsicht gegenüber dem Versicherungsmonitor über die Zukunft der sogenannten Drittstaaten-Regelung für Rückversicherer geäußert.

EU und USA vereinfachen Regeln für Versicherer

Nach 20 Jahre währenden Diskussionen haben sich die EU und die USA auf gemeinsame Regeln für Rückversicherer geeinigt. EU- und US-Rückversicherer, die mit Erstversicherern jenseits beziehungsweise diesseits des Atlantiks Geschäfte machen wollen, müssen künftig keine Sicherheiten mehr hinterlegen oder Niederlassungen gründen. Künftig sollen Rück- und Erstversicherungsgruppen zudem ausschließlich in ihrem Heimatland beaufsichtigt werden. Diesseits des Atlantiks profitieren vor allem Munich Re und Hannover Rück in Deutschland sowie Scor in Frankreich und der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s von der Vereinbarung.

Mehr Pflichten für Pensionskassen und -fonds

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde am 23. Dezember 2016 die Zweite Pensionsfondsrichtlinie im Amtsblatt der europäischen Union veröffentlicht. Auch wenn der europäische Gesetzgeber der Übertragung des Solvency-II Regimes auf Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung im Hinblick auf die Eigenkapitalanforderungen eine klare Absage erteilt hat, werden nach der Umsetzung der Richtlinienvorgaben auch für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung umfangreiche Governance-Anforderungen gelten. Die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht muss bis spätestens zum 13. Januar 2019 erfolgt sein.

Herbert Fromme

Gefährliche Zinswende

 Herbert Frommes Kolumne  Jahrelang haben die Versicherer verlangt, dass die europäischen Regierungen und die Zentralbank ihre Zinspolitik ändern. In den USA steht die Zinswende bevor, in Europa wird sie über kurz oder lang folgen. Allerdings kann genau diese Wende, die so dringend von den Versicherern herbeigesehnt wird, manche Gesellschaft das Leben kosten. Denn vieles spricht dafür, dass der Anstieg nicht ordentlich und langsam vonstattengeht, sondern mit einer oder mehreren plötzlichen Bewegungen verbunden ist. Schon ein einzelner Zinsschock kann zu hohen Abschreibungen auf festverzinsliche Papiere führen.

Hufeld: „Der Druck steigt“

Angesichts der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt könnten schwach aufgestellte Lebensversicherer bald eine Kapitalspritze ihrer Eigentümer benötigen, glaubt BaFin-Präsident Felix Hufeld. Insgesamt attestierte er der Branche auf dem Neujahrsempfang der Aufsicht aber kurz- bis mittelfristig eine ausreichende Standfestigkeit. Durch die Digitalisierung sieht Hufeld Chancen und Risiken für die Assekuranz erwachsen. Er mahnt Versicherer und Banken, die IT-Sicherheit nicht nur unter Kostenaspekten zu betrachten. Unterdessen hat die Aufsicht auf Anfrage des Versicherungsmonitors erste Zahlen zur neuen Whistleblower-Stelle mitgeteilt.

Prisma Life muss weiter kämpfen

Der angeschlagene Liechtensteiner Lebensversicherer Prisma Life hat die 2012 mit viel Getöse auf den Markt gebrachte Marke Cardea Life still und leise beerdigt. Das ist Teil einer Reihe von Sanierungsschritten. Ganz über den Berg ist die Gruppe aber wohl noch nicht: Die Liechtensteiner Finanzaufsicht verbietet Prisma Life weiterhin alle Auszahlungen an ihren Eigner Sören Patzig und dessen Vertrieb AFA. Aus dem Prüfungsbericht der Wirtschaftsprüfer EY, der dem Versicherungsmonitor vorliegt, geht hervor, mit welchen Maßnahmen sich die Gesellschaft in den vergangenen Monaten gegen die drohende Insolvenz stemmte.

2016: Der Jahresrückblick

Thomas Buberl tritt als neuer Chef des französischen Versicherers Axa an, auch die Zurich erhält mit Mario Greco einen neuen Chef – das Jahr 2016 hat viele Veränderungen in der Versicherungsbranche gebracht. Nicht zuletzt haben auch einige Start-ups wie Lemonade, Ottonova und Financefox für Wirbel gesorgt. Der Versicherungsmonitor blickt zurück auf die spannendsten Deals, die wichtigsten Personalien und die aufregendsten Ereignisse.

Eiopa: Garantien überprüfen

Die EU-Versicherungsaufsicht Eiopa hat die Ergebnisse ihres Stresstests für die Lebensversicherer vorgelegt. Unter Extremszenarien müssen zahlreiche Gesellschaften mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen. Der Eiopa-Vorsitzende Gabriel Bernardino empfiehlt den Aufsichtsbehörden der EU-Staaten, Konsequenzen aus den Ergebnissen zu ziehen – zum Beispiel auf einer Reduzierung der Garantien in der Lebensversicherung zu bestehen. Der GDV glaubt, dass die Aussagekraft des Tests gering ist. Die Grünen im EU-Parlament fordern, dass die Namen der betroffenen Gesellschaften genannt werden.

Der Gothaer passen die Quoten nicht

Der Versicherungskonzern Gothaer erwartet eine Entscheidung der US-Notenbank für höhere Zinsen bei ihrer Sitzung am Mittwoch. Dann könne eine halbwegs erträgliche Zinssituation am Jahresende entstehen. Das würde der Gothaer dabei helfen, für ihren Lebensversicherer eine höhere Solvabilitätsquote darzustellen. Allerdings bezweifelt Vorstandschef Karsten Eichmann, dass hohe Quoten immer im Kundeninteresse sind. Das Unternehmen erwartet für 2016 deutlich sinkende Beitragseinnahmen, aber steigende Gewinne. Im Gewerbegeschäft versichern die Kölner künftig auch Kunden der HUK-Coburg, die als Tippgeber fungiert.

Allianz senkt Überschussbeteiligung

Das Niedrigzinsumfeld hinterlässt deutliche Spuren in der Überschussbeteiligung der Lebensversicherer: Auch der Marktführer Allianz schreibt Kunden im kommenden Jahr weniger als 3 Prozent laufende Verzinsung gut: Bei klassischen Policen sind es 2,8 Prozent nach 3,1 Prozent im Jahr 2016, Versicherte mit dem neuen Perspektive-Produkt erhalten mit 2,9 Prozent nach 3,2 Prozent etwas mehr. Die Senkung fällt mit 0,3 Prozentpunkten aber noch moderat aus, Stuttgarter, Ergo und Alte Leipziger haben ihre laufende Verzinsung stärker reduziert.

Zielke: Solvency-Zahlen vergleichbar machen

Im Mai 2017 müssen europäische Versicherer ihre Solvency II-Zahlen öffentlich mitteilen. Viele Unternehmen, die hier Probleme haben, machen sich deshalb Sorgen. Aufsicht und Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft warnen davor, die Zahlen verschiedener Gesellschaften zu vergleichen – obwohl sie genau für den Zweck der Kundenunterrichtung einführt wurden und natürlich auch benutzt werden. Der Versicherungsanalyst Carsten Zielke bietet Versicherern eine Analyse an, die zeigen soll, ob die ausgewiesenen Solvenzquoten nachhaltig sind. Billig ist das nicht.

Herbert Fromme

Solvabilität: Vergleiche sind zulässig

 Herbert Frommes Kolumne  Im Mai 2017 müssen die Versicherer ihre Kapitalquoten unter Solvency II offenlegen. Schon heute warnen der GDV und die BaFin davor, mittels dieser Zahlen Gesellschaften vergleichen zu wollen. Dafür sei die Basis zu verschieden. Diese Warnung ist völlig unrealistisch. Natürlich werden Presse, Verbraucherschützer und vor allem die Versicherer mit guten Solvabilitätsquoten die Werte öffentlich vergleichen und bewerten. Denn genau für diese Bewertung sind die Zahlen da.

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