Archiv ‘Versicherung’

Managerhaftung: ein Horrorszenario und zehn Policen

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Wenn über zivil- und strafrechtliche Risiken aus Geschäftsleitungs- oder Aufsichtsratstätigkeiten sowie deren Versicherung gesprochen wird, dann ist die Vielfalt der angebotenen Deckungen unüberschaubar. Hierbei geht es nicht darum, welche D&O-Police unter mehr als 40 Anbietern denn die Beste ist. Die Frage ist vielmehr, ob die vom Unternehmen abgeschlossene D&O-Versicherung allein genügt. Je haftungsintensiver das Risikoprofil, desto umfangreicher gestaltet sich der Versicherungsschutz nicht nur die Deckungssummen betreffend. Auch die Anzahl der unterschiedlichen Produkte ist beachtlich, worüber der nachfolgend geschilderte Haftungsfall einen Einblick geben mag.

Niedrigzinsen: Wegschauen ist auch keine Lösung

 Meinung am Mittwoch  Den Lebensversicherern geht es angesichts der Niedrigzinsen immer schlechter. Die Kapitalanforderungen nach Solvency II bilden dies aber nur unzureichend ab. Die neuen Regeln ignorieren nicht nur Risiken aus Staatsanleihen. Auch die Ultimate Forward Rate (UFR) – der langfristige risikolose Zinssatz, mit dem die Lebensversicherer ihre Rückstellungen kalkulieren – ist unrealistisch hoch angesetzt. Die Neuberechnung der UFR, auf die die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa drängt, wird daran auch nicht viel ändern. Stattdessen ist eine neue Wirtschaftspolitik nötig.

Axa versucht, Vermittler zu beruhigen

Seit Donnerstag führt Thomas Buberl als Chief Executive die Axa-Gruppe in Paris. Eine der ersten Amtshandlungen: In einer Live-Konferenz mit dem weltweiten Management schwor Buberl die Führung des Unternehmens auf seine ambitionierten Ziele ein. Der Vorstand der Axa Deutschland nahm das zum Anlass, eine Informations- und Beruhigungsmail an die Vermittler zu schicken. „Die Vermittler spielen eine Schlüsselrolle für die Zukunft von Axa“, heißt es in dem Schreiben an die Axa-Vertreter. Dort wurden in den vergangenen Monaten zunehmend Zweifel an der Treue zum eigenen Vertrieb laut, weil Buberl ein erklärter Fan von Online-Vertriebsformen ist.

Swiss Re mit Cyberdeckung in Deutschland

Swiss Re steigt in den deutschen Markt für Cyberdeckungen ein. Der Rückversicherer bietet in Kooperation mit IBM eine Police an, bei der die Betonung auf der Risikoprävention und dem Krisenmanagement liegt. Mitarbeiterschulungen sollen Cyberrisiken verringern, im Schadenfall erhalten die Kunden Unterstützung von Forensikern und Experten für Krisenkommunikation. Zielgruppe sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 500 Mio. Euro. Die Kaufbereitschaft im Cyber-Bereich in Deutschland galt lange als gering, ist aber in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen.

Innovationen in der Assekuranz – Fluch oder Segen?

 Medienanalyse  Die Versicherer befinden sich in einer tiefgreifenden Umbruchphase. Die gestiegenen regulatorischen Anforderungen, der Anlagenotstand und das im Zuge der Niedrigzinsphase eingeläutete Ende der klassischen Lebensversicherung stellen für die Assekuranz bereits eine „neue Normalität“ dar. Nun bringen innovative Technologien und die rasant fortschreitende digitale Transformation zwar einerseits dringend benötigten frischen Wind, drohen jedoch andererseits auch das Geschäftsmodell der Assekuranz zu beeinträchtigen. Im Fokus der Berichterstattung steht seit Juli die Kompositversicherung, die um Umsätze in großem Volumen fürchten muss.

Chinesischer PKV-Markt auf Wachstumskurs

Der chinesische Markt für private Krankenversicherungen wird in den kommenden Jahren aufgrund gestiegener Kundenerwartungen und staatlicher Anreize stark wachsen, erwarten Munich Re und die Boston Consulting Group. Das Prämienaufkommen wird sich laut einer Studie von derzeit umgerechnet 32 Mrd. Euro bis 2020 auf 147 Mrd. Euro fast verfünffachen. Besonders starkes Wachstum wird für sogenannte Rückerstattungs-Policen erwartet, die teurer aber auch flexibler sind als Verträge, die bei abgedeckten Diagnosen eine fixe Summe leisten.

Allianz: Kfz-Versicherungssystem beibehalten

 Serie Autonomes Fahren  Selbstfahrende Autos werden die Autoversicherung nicht grundlegend verändern, glaubt Martin Wehner, Leiter des Bereichs Private Kfz-Versicherung bei der Allianz Deutschland. Die Prämien werden zwar sinken, vor dem Aus stehe die Kfz-Versicherung aber nicht, sagt er im Interview. Davon, dass künftig vielleicht nicht mehr der Fahrer, sondern der Autohersteller für Schäden haftet, will die Allianz nichts wissen. Der Versicherer setzt sich dafür ein, im Kfz-Geschäft das Versicherungs- und Haftungssystem beizubehalten. Es sei für die neuen Risiken semi- und vollautonomer Fahrzeuge richtig aufgestellt.

Versicherungen: Sich kümmern ist nötig

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Wer weiß denn sowas? Diese Frage stellt die ARD aktuell allabendlich im Vorabendprogramm gemeinsam mit mehr oder weniger prominenter Besetzung. Und Zuschauer und Rateteams können so allerlei dabei Lernen: Epheliden ist der medizinische Begriff für Sommersprossen, Seegurken werfen bei Gefahr mit Eingeweiden um sich und aus der in heißem Wasser eingelegten Zitrone lässt sich einfach mehr Saft herauspressen. Aha. Interessant wäre doch auch mal ein Quiz rund um die schöne Welt der Versicherungen. Auch hier gibt es viel zu entdecken und zu lernen.

Versicherer unter Compliance-Druck

 The Long View – Der Hintergrund  In der deutschen Assekuranz ist das immense Potenzial von Outsourcing so gut wie unbestritten: In einer aktuellen Studie von Sopra Steria Consulting nennen neun von zehn Gesellschaften den Wunsch nach Kostenreduktion als zentrales Motiv für die Auslagerung von Prozessen und Systemen. Jedes siebte Unternehmen erhofft sich überdies mehr Freiraum zur Konzentration aufs Kerngeschäft. Insofern ist es kein Wunder, dass der IT-Bereich zu den klassischen Outsourcing-Feldern in der Versicherungsbranche gehört.

Allianz: Brexit und Stürme hinterlassen Spuren

Hohe Elementarschäden und Abschreibungen auf Aktien haben der Allianz Deutschland im ersten Halbjahr Probleme bereitet. Der operative Gewinn sank, das Kapitalanlageergebnis auch. Um seine Kundenorientierung zu stärken, hat der Versicherer einen neuen Posten eingeführt. Olaf Tidelski wird Chief Customer Officer und soll die Interessen der Kunden in die Produktentwicklung einbringen. Hauptthema für den Versicherer ist der digitale Umbau des Unternehmens. Dafür will die Allianz jedes Jahr 400 Mio. Euro ausgeben.

D&O: Außer Spesen nichts gewesen?

Eine Auswertung der Howden-D&O-Schadendatenbank zeigt, dass in lediglich 7 Prozent der angemeldeten D&O-Schadenfälle von einer klaren und deutlichen Haftungslage gesprochen werden kann. Für 93 Prozent der Schäden ist also zu diskutieren, ob eine Haftungsfreistellung durch den Versicherer erfolgen soll oder aber die Haftungsfrage gerichtlich zu klären ist. Dabei zeigt sich, dass die erfolgreiche Abwehr eines Schadensersatzanspruchs nicht immer ein glückliches Ereignis für den Versicherer ist. Denn: 70 Prozent aller geleisteten Zahlungen aus den erfassten D&O-Versicherungsverträgen gehen auf die Konten von Rechtsanwälten, Sachverständigen und in die Kassen der Gerichte.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner