Leute – Aktuelle Personalien Vorstand Gerd Sautter verlässt die SDK-Gruppe zum Ende des Jahres. Grund für seinen Weggang nach nur gut einem Jahr im Vorstand seien unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung der Krankenversicherung, teilt der Versicherer mit. Die Krankenversicherung ist das mit Abstand wichtigste Segment der SDK. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt. Veränderungen beim Personal gibt es auch bei der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, beim australischen Versicherer QBE und beim Industrieversicherer Axa XL.
Zens: „Null Verständnis für die Reaktion der Branche“
Die Pflichtversicherung gegen Elementarschäden erhitzt weiterhin die Gemüter. Bernd Zens, Vorstand bei der DEVK, gehört zu denjenigen in der Branche, die mit der Haltung ihres Verbands alles andere als einverstanden sind. Es sei unverständlich und geradezu dümmlich, dass der GDV der Politik von Anfang an seine Ablehnung signalisiert hat, anstatt dem Wunsch nach einer Pflichtversicherung nachzukommen und eine Lösung zu suchen, kritisierte er auf dem Aon-Marktforum.
Württembergische mit ersten Zahlen zu Schäden
In den Hochwassergebieten im Süden Deutschlands bleibt die Lage angespannt, große Betriebe haben vorübergehend die Produktion eingestellt. Der steigende Pegel der Donau gefährdete zuletzt die Altstadt im bayerischen Passau. In Baden-Württemberg dagegen gab es erste Zeichen für eine Entspannung. So kam auch die Württembergische als erster Versicherer mit einer Zwischenmeldung zum Stand der Schadenmeldungen. Unterdessen rufen die Ministerpräsidenten erneut nach der Pflichtversicherung gegen Elementarschäden.
Schaden- und Unfallgeschäft beflügelt Vertreter
Versicherungsvertreter konnten zwischen 2020 bis 2023 vor allem in den SUHK-Sparten (Sach, Haftpflicht, Unfall und Kfz) wachsen. In der Lebensversicherung herrschte Stagnation, in der Krankensparte ging es nur leicht aufwärts. Zu diesen Ergebnissen kommt die Beratungsfirma Sirius Campus in einer Umfrage unter 6.000 Inhabern von Versicherungsagenturen. Zwischen den Ausschließlichkeitsorganisationen der einzelnen Versicherer gibt es allerdings gewaltige Unterschiede. Einige konnten ihre Position während der Pandemie nicht halten.
Haftpflicht für Hebammen steht bis 2027
Der Deutsche Hebammenverband und ein Versicherungskonsortium unter Führung der Versicherungskammer Bayern haben ihren Rahmenvertrag zur Berufshaftpflicht von freiberuflich tätigen Hebammen um weitere drei Jahre verlängert. Damit ist der Versicherungsschutz für die Mitglieder des Verbands bis Mitte 2027 gesichert. Für Hebammen ohne Geburtshilfe bleiben die Prämien stabil. Wer Geburtshilfe anbietet, hat im ersten Jahr ebenfalls stabile Prämien, in den folgenden beiden Jahren folgt eine Erhöhung um jeweils 5 Prozent.
Horgby: Kfz-Prämien müssen um mehr als 20 Prozent steigen
Die Kfz-Versicherer stehen vor großen Herausforderungen: Um die kommenden Jahre nicht mit tiefroten versicherungstechnischen Ergebnissen abzuschließen, die für 2023 bereits nicht mehr zu verhindern sind, müssen sie die Preise deutlich anheben. Württembergische-Vorstand Per-Johan Horgby hält eine Anpassung von mehr als 20 Prozent für nötig. Doch das würde kaum ein Anbieter tun, weil er dann in dem preissensitiven Markt auf einen Schlag viele Kunden verliert. Den Ansatz, den die Versicherer bislang bei Prämienanpassungen verfolgen, hält Horgby für grundlegend falsch.
Wochenspot: Rentenübersicht und Rückversicherer
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Redakteurin Katrin Berkenkopf und Herausgeber Herbert Fromme über die digitale Rentenübersicht, bei der Versicherer bislang nur spärlich vertreten sind, und über die Rückversicherer, bei denen die großen Branchentreffen des Jahres ihre Schatten voraus werfen.
Franz Rudolf Golling ist gestorben
Der Versicherer und Makler Franz Rudolf Golling ist nach einer kurzen, heftigen Krankheit im Alter von 69 Jahren gestorben. Der Jurist Golling war Transport- und Industrieversicherer und gründete 2007 zusammen mit Ralf Schneider den höchst erfolgreichen Makler Schneider Golling. Seit zwei Jahren war der energische und humorvolle Mann im Ruhestand, aber immer noch für sein Unternehmen tätig und im Advisory Board von Aon Deutschland. Die Beerdigung ist am Mittwoch.
Warum Telematik immer wichtiger wird
Herbert Frommes Kolumne Der EU Data Act, der 2025 in Kraft treten soll, stärkt die Rechte der Konsumenten. Sie dürfen künftig entscheiden, was mit den von ihnen produzierten Daten passiert. Das ist besonders für Autoversicherer interessant. Sie beschweren sich zu Recht, dass bislang die Autohersteller ein Monopol auf die Nutzung der Daten haben. Künftig können die Kunden entscheiden, die Daten auch dem Versicherer zur Verfügung zu stellen. Aber es ist zu befürchten, dass die Autoversicherer damit kaum etwas anfangen können. Die Ausnahme dürften die Anbieter mit Telematik-Programmen sein.
Streitpunkt Pflichtversicherung
Nach den verheerenden Überschwemmungsschäden durch Sturm „Bernd“ ist die Diskussion um eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden wieder aufgeflammt. Der Versichererverband GDV ist entschieden dagegen und hat ein eigenes Opt-Out-Modell präsentiert. Nicht alle Gesellschaften teilen diese Meinung. So könnte DEVK-Vorstand Bernd Zens sich mit einem Obligatorium anfreunden – wenn die Versicherer selbst die Preise bestimmen können. Deutsche Rück-Chef Frank Schaar glaubt dagegen, dass die Diskussion um eine Pflichtversicherung zu kurz greift.









