Leute – Aktuelle Personalien Die Allianz-Tochter Pimco bekommt erneut einen anderen Chef. Emmanuel Roman (Bild) wird ab November die Leitung des Anleihespezialisten übernehmen. Erst vor zwei Jahren hatte Douglas Hodge diesen Posten übernommen, nachdem Gründer Bill Gross im Streit gegangen war. Seither behauptet die Allianz immer wieder, Pimco sei auf dem Weg der Besserung – doch jetzt zeigt die Münchener Führung Nerven und holt einen neuen, als Sanierer bekannten Mann. Außerdem: Der Industrieversicherer Berkshire Hathaway Specialty in Düsseldorf holt Ulrich Kremer als Schadenchef, Ergo den Focus-Mitgründer Uli Dönch als „eine Art Chefredakteur“.
Allgemein
W&W stellt Klassik-Neugeschäft ein
Die Wüstenrot & Württembergische (W&W) will Lebensversicherungen mit klassischem Garantiezins künftig nicht mehr aktiv anbieten. Das Unternehmen reagiert damit auf die Niedrigzinsen, vor deren Hintergrund das Stuttgarter Unternehmen klassische Rentenversicherungen für „nicht mehr zeitgemäß“ hält. Gleichzeitig verstärkt W&W das Angebot an neuartigen Lebensversicherungen. Der Schritt hat Signalwirkung, weil Unternehmenschef Alexander Erdland gleichzeitig Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft ist.
Darag kauft Ergo-Teile in Italien
Der Run-off-Spezialist Darag in Wedel bei Hamburg hat die Schadenversicherung der Ergo in Italien gekauft. Verkäufer ist der Finanzinvestor Cinven, der Ende 2015 die gesamte Ergo Italia in Mailand erwarb, aber offenbar nur an dem Lebensversicherer interessiert ist. Für Darag ist das die größte bisher gestemmte Transaktion. Die italienische Aufsichtsbehöre Istituto per la Vigilanza sulle Assicurazioni muss dem Deal noch zustimmen. Die Ergo Assicurazioni soll auch künftig Neugeschäft zeichnen und zur Run-off-Plattform ausgebaut werden.
Versicherer sollen Staatenrisiken berücksichtigen
Die europäische Staatsschuldenkrise hat gezeigt, dass es auch bei Staatsanleihen Kredit- und Ausfallrisiken gibt. Die neuen Eigenkapitalregeln Solvency II berücksichtigen diese Gefahren in der Standardformel allerdings kaum. Dennoch sollten sich die Versicherer mit den Risiken intensiv auseinandersetzen, mahnt die Finanzaufsicht BaFin. Ob zusätzlicher Vorsorgebedarf besteht, sollen die Unternehmen bei ihrer eigenen Risikobewertung in der Säule II von Solvency II ermitteln. Zudem sollen sie Obergrenzen für Investitionen in Staatsanleihen festlegen und sich bei der Kreditrisikobewertung nicht allein auf die Urteile von Ratingagenturen verlassen.
Fake President: Auch ein Fall für die D&O-Versicherer
Legal Eye – Die Rechtskolumne Fake President-Betrugsfälle sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Häufig geht es um Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Eigentlich sollten sie ein Fall für die Vertrauensschadenversicherung sein, doch einige Gesellschaften verweigern die Deckung, berichten Anwälte. So kann der Betrug zum Fall für die D&O-Versicherer werden.
DRV: Deutschland-Rente schlecht durchdacht
Die sogenannte Deutschland-Rente ist aus Sicht des Experten der Deutschen Rentenversicherung Reinhold Thiede unausgegoren. Vorgesehen ist, dass Arbeitnehmer automatisch in einen staatlich verwalteten Fonds einzahlen, wenn sie sich nicht aktiv dagegen entscheiden. Das Papier mache keine Angaben zu den Leistungen, die Beitragszahler einmal erhalten sollen, so Thiede. Die vorgesehene Riester-Förderung hält er für ausgeschlossen, weil die Förderkriterien nicht erfüllt würden.
Wem gehört der Kunde?
Herbert Frommes Kolumne Die HUK-Coburg verkauft Gebrauchtwagen, die Allianz Deutschland baut mit 13 Teams in so genannten „Garagen“ Software im Eilverfahren. Das sehr unterschiedliche Vorgehen der rivalisierenden Versicherer hat denselben ernsten Hintergrund. Beide müssen fürchten, dass sie den unmittelbaren Kundenkontakt verlieren und nur noch Zulieferer werden für andere. Dafür sorgen die Digitalisierung der Gesellschaft und die Veränderungen im Kundenverhalten. Die alte Frage, wem der Kunde gehört, stellt sich plötzlich auf brutale Weise neu für die Versicherer.
Unikliniken: Verdoppelung der Haftpflichtprämien
Die Betriebshaftpflichtversicherung wird für Krankenhäuser ein nennenswerter Kostenfaktor. Sie müssen für die Policen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die Universitätsklinik Köln (Bild) und die weiteren fünf Unikliniken in Nordrhein-Westfalen haben über den Makler Ecclesia eine Deckung mit der Allianz ausgehandelt. Der Versicherer hält offenbar eine Verdoppelung des Prämienniveaus für notwendig. Immerhin ist es den Häusern gelungen, die Steigerung über drei Jahre zu strecken.
AGCS: Cyberpolicen sollen Lösegelder decken dürfen
Deutsche Versicherer dürfen im Rahmen von Cyberpolicen keine Lösegeldzahlungen versichern. Das sei ein Wettbewerbsnachteil für die hierzulande ansässigen Anbieter, kritisierte Christopher Lohmann, Zentral- und Osteuropachef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) auf einer Veranstaltung in Berlin. Er wünschte sich, dass die BaFin die seit 1998 geltende Regelung aufhebt. Die Allianz bietet nun auch für Mittelständler eine Cyberpolice an.








