Allgemein rss

Eurovita-Folgen für BaFin, Zurich und Viridium

 Herbert Frommes Kolumne  Der italienische Lebensversicherer Eurovita hat große Probleme mit der Liquidität. Seit Februar sind Auszahlungen auf Anweisung der Aufsicht untersagt. Jetzt wollen fünf Konkurrenten die Verträge übernehmen und 25 Banken, die Eurovita-Policen verkauft haben, die Liquidität sichern. Die Krise zeigt, wie schnell Mittelabflüsse Lebensversicherer in Probleme bringen können. Und sie wirft die Frage auf, ob Private-Equity-Anleger wie Cinven gute Eigner von Lebensversicherern sind. In Deutschland kontrolliert Cinven den Run-off-Spezialisten Viridium, der gerade einen Zurich-Bestand übernehmen will. Kann die BaFin das noch genehmigen?

Generali baut Asset Management massiv aus

Der italienische Versicherer Generali übernimmt den US-Vermögensverwalter Conning, der 144 Mrd. Euro verwaltet. Verkäufer ist die Investmentgruppe Cathay Financial Holding aus Taiwan, mit der die Generali eine mindestens zehnjährige Partnerschaft vereinbart hat. Generali-Chef Philippe Donnet verfolgt seit mehreren Jahren den Ausbau der Vermögensverwaltung als strategischem Geschäftsfeld, um die Schwankungen aus der Versicherung auszugleichen. Damit folgt er der Allianz, die mit der US-Tochter Pimco zu den größten Vermögensverwaltern weltweit gehört.

Zurich schließt Partnerschaft mit Insurtech Qover

Die Zurich ist eine strategische Partnerschaft mit dem belgischen Insurtech Qover eingegangen. Der Assekuradeur und Technologieanbieter ist auf das Embedded Insurance-Modell spezialisiert und europaweit aktiv, inklusive Deutschland. Zudem hat das Insurtech gerade seine Series-C-Finanzierungsrunde abgeschlossen und konnte insgesamt 30 Mio. Dollar einsammeln. Neben vielen anderen Investoren hat sich auch die Zurich an der Runde beteiligt.

Munich Re: Neuer Life & Health-Vorstand für MENA

 Leute – Aktuelle Personalien  Die Munich Re hat mit Owais Ansari (Bild) einen neuen Chief Executive Officer für den Bereich Life & Health in Middle East & North Africa ernannt. Er startet zum 1. September 2023 und folgt auf Frank Mayer, der in den Ruhestand geht. Die Allianz Holdings in Großbritannien bekommen mit Benjamin Turner einen neuen Chief Information Officer. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Insurtech Clark und beim US-Versicherer Chubb.

Großes Kino bei Howden

Der Makler Howden hat wieder zugeschlagen: Die Briten haben den international tätigen Film- und TV-Makler Media Insurance Brokers gekauft. Mit der Übernahme will die Gruppe ihre Marktposition als führender Makler im Bereich Sport, Film und Entertainment weiter stärken. Erst im März hat Howden in Deutschland im Bereich Film eingekauft.

Wochenspot: Wenn der Klimawandel zuschlägt

 Wochenspot – der Podcast  Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Redakteurin Katrin Berkenkopf und Herausgeber Herbert Fromme über den Klimawandel, der sich aktuell etwa in den Waldbränden in Kanada äußert, und was das für das Geschäft der Versicherer bedeutet.

Frankreich: Schwere Schäden durch Aufstände

Die schweren Unruhen, die Frankreichs Städte erschüttert haben, werden die Versicherungswirtschaft mehrere hundert Mio. Euro kosten. Erste Schätzungen des Versichererverbands France Assureurs belaufen sich bislang auf 280 Mio. Euro an Schäden. Es könnte aber noch viel teurer werden, glaubt France Assureurs-Präsidentin Florence Lustman. Der Verband hat seine Mitglieder aufgefordert, zügig zu regulieren und Vorschüsse schnell auf den Weg zu bringen.

Droht den Versicherern eine Wirtschaftsprüferkrise?

 The Long View – Der Hintergrund  Für deutsche Versicherer wird es eng, was die Auswahl eines Wirtschaftsprüfers angeht. BDO hat sich aus der Pflichtprüfung von Versicherern zurückgezogen, seit fast die gesamte Mannschaft zu Mazars abgewandert ist. Deloitte will keine neuen Auditaufträge annehmen, und EY darf sich als Folge des Wirecard-Skandals zwei Jahre nicht auf Neumandate bewerben. Gleichzeitig werden die neuen Rotationspflichten für Wirtschaftsprüfer immer stärker spürbar. Das Nachsehen haben vor allem kleine und mittlere Versicherer.

Die PKV sollte mehr in Aktien investieren

Die privaten Krankenversicherer (PKV) müssen sich über ihre Solvenzsituation keine Sorgen machen, könnten aber bei der Kapitalanlage mehr ins Risiko gehen, findet der Analyst Carsten Zielke. Die in der Politik diskutierte Anhebung der Versicherungspflichtgrenze hält er für den falschen Weg, im Gegenteil sollten mehr Menschen die Chance bekommen, sich privat zu versichern. Und die PKV müsse endlich Präventionsmaßnahmen finanzieren dürfen.

Unwetter „Bernd“ war laut Zurich nicht unerwartbar

Tief „Bernd“ hatte vor gut zwei Jahren Verwüstungen angerichtet und Todesopfer gefordert. Vor zwei Wochen hatte das Unwetter „Lambert“ mit Starkregen und Hagelschlag für Schäden gesorgt. Aktuell zieht „Poly“ über den Norden Deutschlands hinweg. Die Zurich Gruppe Deutschland warnt davor, dass aus solchen Szenarien die falschen Schlüsse gezogen würden. „Bernd“ als unerwartbares Szenario einzuschätzen, sei sogar „historisch falsch“, betont Schaden-Vorstand Horst Nussbaumer.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner