Der Marktwächter Finanzen bemängelt große Missstände bei der Beratung von Kunden durch Banken und andere Finanzvertriebe. Sie gehe in den allermeisten Fällen am individuellen Bedarf vorbei. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert als Konsequenz die Offenlegung von Provisionen und letztlich ein Provisionsverbot. Der Versichererverband GDV hält die veröffentlichten Zahlen für irreführend.
Aufsicht & Regeln
Zinszusatzreserve gefährdet Versicherer
Der Versicherungsanalyst Carsten Zielke unterstützt die Forderung der Lebensversicherer nach einer Änderung der Mechanik der Zinszusatzreserve. Ohne Änderung werden einige Gesellschaften Probleme bekommen, prophezeit er. Zielke rechnet damit, dass die Lebensversicherer für 2015 noch einmal 13,4 Mrd. Euro in die Zinszusatzreserve stecken mussten.
Eiopa straft Handyversicherungen ab
Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa fordert Versicherer auf, bei den Leistungen von Policen für Mobiltelefone nachzubessern. Sie sieht Verbraucher in dieser Sparte besonders stark benachteiligt. Kunden würden für vergleichsweise geringe Leistungen hohe Prämien zahlen, die Laufzeiten der Verträge seien in Relation zur Lebensdauer der Produkte zu lang. Zudem würden Versicherte nicht ausreichend über die Produkte informiert.
Einigung bei Schadenersatz-Klausel
Die geplante Novelle des britischen Unternehmensgesetzes sieht Schadenersatzansprüche für Industriekunden vor, wenn Versicherer Schäden nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums begleichen. Die Vorschrift war in der Branche höchst umstritten. Jetzt haben britische Versicherer und Risikomanager einen Kompromiss gefunden, mit dem offenbar alle Seiten leben können. Er sieht eine zeitliche Begrenzung des Schadenersatzanspruchs vor.
Ex-Esprit-Managerin Merkel wird Vorstand bei R+V
Leute – Aktuelle Personalien Die R+V Versicherung AG bekommt mit Julia Merkel einen neuen Personalvorstand. Merkel hat zuvor Karriere bei Metro und Esprit gemacht. Der Verwaltungsrat der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa bekommt neue Mitglieder. Künftig werden Frank Grund, Julia Cillikova und Misu Negrițoiu das Gremium verstärken.
Solvency II: Munich Re sieht sich gut gerüstet
Der weltweit größte Rückversicherer Munich Re sieht sich auf die Einführung der neuen EU-Eigenkapitalregeln Solvency II gut vorbereitet. Ende 2014 kam der Konzern nach den neuen Kapitalanforderungen auf eine Solvabilitätsquote von 277 Prozent. Das ist sogar mehr als die 242 Prozent nach den bisherigen Regeln. Munich Re ist optimistisch, dass seine Lebensversicherer keine Erleichterungen beim Übergang auf Solvency II in Anspruch werden nehmen müssen. Langfristig hofft der Konzern auf eine steigende Nachfrage nach Rückdeckungen durch die neuen Regeln.
UK: Streit um Schadenersatz bei später Zahlung
In Großbritannien gibt es derzeit kaum eine Möglichkeit für Industrieversicherungskunden, sich gegen verspätete Schadenzahlungen zu wehren. Das soll das neue Unternehmensgesetz ändern. Versicherte sollen ein Anrecht auf Schadenersatz bekommen, wenn der Versicherer nicht innerhalb eines angemessenen Zeitraums zahlt. Das Gesetz ist innerhalb der Branche höchst umstritten, die Spaltung geht zum Teil mitten durch die Versicherungskonzerne.
GDV: Der Verbraucher soll über Daten entscheiden
Die Versicherer müssen sich dem im Zuge der Digitalisierung veränderten Kundenverhalten anpassen, sonst droht ihnen die Marginalisierung. Das sagte der LVM-Vorstand Werner Schmidt in der Podiumsdiskussion auf dem GDV-Versicherungstag. Er machte sich erneut für die GDV-Position stark, dass die Einführung des eCalls und des Connected Cars nicht zu einer Bevorteilung der Autohersteller führen darf. Es müsse den Verbrauchern überlassen werden, wer ihre Daten zu welchen Zwecken erhält.
BVK: IDD stützt Check24-Klage
Der Vermittlerverband BVK sieht sich durch die Verabschiedung der EU-Vermittlerrichtlinie IDD durch das Europäische Parlament in der Klage gegen Check24 gestärkt. Die Richtlinie stelle klar, dass für alle Vertriebswege dieselben Vorgaben gelten, sagte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Eichele vor Journalisten. Ausdrücklich werde auch auf den Online-Bereich abgestellt. BVK-Präsident Michael Heinz (Bild) berichtete außerdem, dass das Provisionsabgabeverbot nach derzeitigem Stand zum Jahreswechsel ausläuft.
Eiopa mischt sich mehr ein
Nach Einführung von Solvency II will sich die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa in den kommenden fünf Jahren mit der Vereinheitlichung des Aufsichtssystems innerhalb der Europäischen Union befassen. Das sagte der Eiopa-Vorsitzende Gabriel Bernardino bei der fünften Fachkonferenz der Behörde in Frankfurt. Außerdem werde sich Eiopa mit vorbeugendem Verbraucherschutz befassen, um Falschberatung und ähnliche Probleme zu verhindern. Als dritte Hauptaufgabe nannte Bernardino die Erhaltung der finanziellen Stabilität der Branche. Bei allen drei Kernthemen will die Behörde eng mit nationalen Aufsehern zusammenarbeiten.
Krankenhaushaftpflicht: Versicherer anspruchsvoller
Krankenhäuser werden auch in zehn Jahren noch ausreichenden Haftpflichtversicherungsschutz finden – allerdings nur, wenn sie sich aktiv für die Patientensicherheit einsetzen. Nicht zuletzt aufgrund der Anforderungen durch Solvency II werden die Versicherer auf ein systematisches Risikomanagement drängen. Davon geht der Versicherungsmakler Ecclesia aus. Hauptgeschäftsführer Tilman Kay erwartet, dass die Klinken höhere Selbstbehalte vereinbaren werden. Die komplette Übernahme der Risiken durch die Häuser selbst hält er aber für unwahrscheinlich.
D&O-Schaden durch Datenleck
Wenn Vorstände sich nicht ausreichend mit der IT- und Datensicherheit in ihren Unternehmen beschäftigen, könnte das ein Fall für die Managerhaftpflichtversicherung werden. Neben Prävention empfehlen Versicherer den Abschluss einer Cyberpolice, um das Haftungsrisiko zu reduzieren. Experten warnen Unternehmen jedoch davor, sich danach sicherer zu fühlen, denn die Qualität der Verträge ist unterschiedlich. Andere Fachleute fürchten Cyber-Ausschlüsse aus D&O-Verträgen.











