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Ecclesia kauft Anteil an M&A-Makler Liva

Der Detmolder Maklerkonzern Ecclesia beteiligt sich an dem Londoner Spezialmakler Liva Partners, der auf die Versicherung von Fusions- und Übernahmerisiken spezialisiert ist. Liva hat auch ein Büro in Düsseldorf. Ecclesia sieht einen wachsenden und lukrativen Markt für die sogenannten M&A-Sparten und will durch die Beteiligung Zugang zu mehr Know-how und erfahrenen Experten gewinnen. Der Makler setzt mit dem Zukauf seinen Expansionskurs fort.

Cyberangreifer setzen auf neue Masche

Unternehmen waren im vergangenen Jahr deutlich mehr Cyberangriffen ausgesetzt. Ein Grund: Der Wechsel vieler Mitarbeiter ins Homeoffice hat die Systeme verwundbarer gemacht. Daneben macht den Cyberversicherern eine andere Entwicklung Sorgen. Obwohl viele Unternehmen verschlüsselte Systeme nach Angriffen per Backup schnell wieder ans Laufen bekommen, steigt die Bereitschaft, Lösegeld zu zahlen, hieß es bei einem Webinar der Kanzlei Clyde & Co. Dafür sorgt eine neue Strategie der immer professioneller agierenden Cyberkriminellen.

Axa hat Krach mit Verdi

Der Axa-Konzern und die Gewerkschaft Verdi haben Streit. Es geht um ein Bündnis zwischen Mitarbeitervertretern und Konzernleitung aus dem Jahr 2001. Demnach verpflichtet Axa sich, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. Die Betriebsräte tragen dafür im Gegenzug Umbauten und Belegschaftsabbau mit, wenn er sozialverträglich durchgeführt wird. Doch jetzt gibt es Krach: Der Konzern will den Standort Düsseldorf mit rund 200 Arbeitsplätzen schließen. Die Axa bietet allen Mitarbeitern einen Arbeitsplatz in Köln an. Verdi findet das unzumutbar.

FCA warnt vor weitreichenden Folgen

Mitte Januar hatte der britische Supreme Court bei einem Musterprozess um Betriebsunterbrechungen das sogenannte Orient Express-Urteil gekippt. Laut dem obersten Gericht ist es Versicherern nicht mehr gestattet, Schadenzahlungen wegen äußerer Umstände zu kürzen und zu argumentieren, dass Gastronomen auch ohne behördliche Betriebsschließung in der Corona-Krise kaum Geschäft gemacht hätten. Die Anbieter müssten sich im Klaren darüber sein, dass diese Entscheidung auch Auswirkungen auf die Regulierung anderer Schäden haben kann, warnt die Finanzaufsicht FCA.

Solarwinds-Hack macht Cyber-Markt nervös

Der großangelegte Hackerangriff auf den IT-Dienstleister Solarwinds macht die Cyberversicherer nervös. Der Makler und Berater Willis Towers Watson (WTW) warnt, dass die Anbieter Kunden die Deckung kürzen oder komplett streichen könnten, wenn diese nicht alle Updates des Herstellers installieren, um die Sicherheitslücken zu schließen. Angesichts des sich verhärtenden Cybermarkts mit steigenden Prämien und geringeren Kapazitäten wird der Solarwinds-Hack wahrscheinlich dafür sorgen, dass es für einige Unternehmen noch schwerer wird, Deckung zu bekommen, erwartet WTW.

D&O: AIG will Deckungen einschränken

Risikomanager müssen sich beim Einkauf von D&O-Versicherungen weiter auf schwierige Zeiten einstellen. Die Kapazitäten bleiben knapp und die Bedingungen werden sich deutlich verschlechtern. So prüfe AIG, einer der Marktführer in der Sparte, den Ausschluss von Insolvenzrisiken, sagte Dennis Froneberg, Leiter des Bereichs Financial Lines, auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz. Auch Nachmeldefristen sollen künftig verfallen. Das Vorhaben ist rechtlich umstritten. Froneberg sagte nach der Konferenz, er habe dabei immer nur Einzelfallprüfungen gemeint.

Industrie: „50 Jahre alte Bedingungen nicht zeitgemäß“

Schon länger hagelt es Kritik von Seiten der Industrie, die Versicherer würden sich zu langsam auf die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts einstellen. Veraltete Bedingungen und eine uneinheitliche Art der Kommunikation zwischen Maklern, Versicherern und Kunden seien das Hauptübel, kritisierte Jürgen Seiring vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz. Hans-Peter Klebe, für das deutsche Industrieversicherungsgeschäft der Generali verantwortlich, wollte diese Schelte nicht auf sich sitzen lassen.

MRH Trowe kauft weiter zu

Die Übernahmewelle bei den Industrieversicherungsmaklern geht weiter: MRH Trowe hat den Makler Fivers in Karlsruhe und einen weiteren kleineren Makler übernommen. Erst am Dienstag hatte Warweg Mittelstandsmakler die Übernahme von Gossler, Gobert & Wolters bekanntgegeben. Auch MRH Trowe will kräftig wachsen: Anfang Januar war bekannt geworden, dass die Gesellschafter 49 Prozent des Unternehmens an die Londoner Anacap Financial Partners verkauft haben – mit der klaren Absicht, auch Übernahmen zu finanzieren.

AGCS: Mehr Schäden für Haftpflichtversicherer

Eine steigende Zahl an Gerichtsprozessen, höhere Abfindungssummen sowie eine kundenfreundlichere Vertragsauslegung – all das kann für Haftpflichtversicherer in Deutschland noch sehr teuer werden. Die sogenannte soziale Inflation ist in den USA ein schon länger verbreitetes Phänomen, doch inzwischen betrifft es auch deutsche Konzerne, berichtete Jörg Ahrens vom Industrieversicherer AGCS auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz. Doch Versicherer müssen nicht tatenlos zusehen.

Versicherer kämpfen um Relevanz

Den bisherigen Verlauf der Pandemie haben die deutschen Versicherer und Makler im Wesentlichen gut überstanden. Wollen die Unternehmen mit ihrem Geschäftsmodell auch in Zukunft Bestand haben, müssen sie aber sicherstellen, dass die Kunden sie weiter als relevant ansehen. Das war das Fazit einer Diskussionsrunde beim virtuellen Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung. Wer keinen klar erkennbaren Kundennutzen aufweist, verliert, glaubt Jörg Rheinländer von der HUK-Coburg. Der Vorstand des größten deutschen Kfz-Versicherers fürchtet weniger die Konkurrenz aus der Branche als Wettbewerber von außen – allen voran die Autohersteller selbst.

„Da war ich das erste Mal in meiner Karriere wütend“

Die Verhärtung des Marktes in der Industrieversicherung sorgt für schlechte Stimmung zwischen Kunden und Anbietern. Auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz berichtet Frank Gartmann vom Energiekonzern E.on anschaulich über die Probleme, die die vergangene Erneuerung mit sich brachte. Zum ersten Mal in seiner Karriere sei er richtig wütend geworden. HDI Global-Vorstand Mukadder Erdönmez gestand Fehler in der Kommunikation mit Industriekunden ein, kündigte aber an, dass die Preiserhöhungen in den kommenden Erneuerungsrunden weiter gehen werden.

AGCS-Chef Müller: Keine Überraschungen mehr

Vielen Industrieversicherungseinkäufern sind die harschen Preiserhöhungen der Anbieter bei der Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel sauer aufgestoßen. Auf dem virtuellen Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung verteidigte AGCS-Chef Joachim Müller (Bild) den Schritt, gelobte auch, dass es ab jetzt keine bösen Überraschungen für Kunden mehr geben wird. Investor und Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer sprach über erfolgreiche und gescheiterte Insurtechs – und seine eigenen Fehler beim AWD.

AGCS: Covid dominiert Geschäftsrisiken

Betriebsunterbrechungen sind das meistgefürchtete Risiko für Unternehmen weltweit. Das ist das Ergebnis des aktuellen Risikobarometers des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Dahinter folgen das in der Vergangenheit vernachlässigte Pandemierisiko auf Platz zwei und Cybervorfälle auf der dritten Position. Damit drückt die Corona-Krise der neuesten Ausgabe der alljährlichen Befragung ihren Stempel auf. Bei AGCS selbst hat sie einen Schaden von rund 500 Mio. Euro in der Veranstaltungsversicherung verursacht.

Fitch: Keine Herabstufungen wegen FCA-Urteil

Am Freitag hatte der britische Supreme Court im Musterprozess der Finanzaufsicht FCA um Betriebsunterbrechungspolicen entschieden, dass die Versicherer Schäden durch den Corona-Lockdown größtenteils übernehmen müssen. Das Urteil wird die Ratings der Anbieter allerdings nicht in Mitleidenschaft ziehen, glaubt die Ratingagentur Fitch. Die zusätzlichen Reservierungen der Versicherer für Schäden halten sich bisher in Grenzen – auch dank Rückversicherungsschutz. Der Richterspruch könnte die Gesellschaften aber an einem anderen Punkt erheblichen Schaden zufügen.

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