Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa räumt den Unternehmen wegen der Corona-Krise mehr Freiheiten ein. Die Behörde richtet sich mit Empfehlungen an die nationalen Aufsichten. Sie sollen den Versicherern mehr Flexibilität bei den Berichtspflichten sowie bei der Veröffentlichung der Pandemie-Auswirkungen auf ihr Geschäft gewähren. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin unterstützt die Vorschläge. Versicherer sollten bei den Solvenzberichten die angebotene Fristverlängerung in Anspruch nehmen. Die Berichte für das erste Quartal sollten sie indes vorzeitig einreichen, damit die Aufsichten die Pandemie-Folgen erkennen können.
Industrieversicherung
Corona macht Kreditversicherer nervös
Fließbänder stehen still, Geschäfte sind geschlossen – Folgen des Corona-Virus. Bereits jetzt ist der Ansturm von Firmen auf das Kurzarbeitergeld groß. Erste Kleinunternehmen melden Insolvenz an, die Pleitewelle wird in den nächsten Wochen noch an Fahrt aufnehmen. Das wird auch die Kreditversicherer treffen, die jahrelang von der guten Konjunktur profitiert haben. Eine existenzielle Bedrohung zeichnet sich für sie aber noch nicht ab.
Corona: Begrenzte Deckung für Ertragsausfälle
The Long View – Der Hintergrund Die Corona-Krise trifft Unternehmen hart, insbesondere Selbstständige sowie kleine und mittelständige Firmen in der Gastronomie-, Hotel-, Handwerks- und Kulturbranche. Der Beitrag, den Versicherer zum Ausgleich ihrer Ertragsausfälle leisten, wird überschaubar bleiben. Bereits jetzt ist abzusehen, dass viele Absicherungen auf den Prüfstand kommen werden.
Aon: Langzeit Naturgefahren-Prognosen mit KI
Naturgefahren werden ein immer größeres Risiko für Versicherer, denn der Klimawandel erhöht nicht nur ihre Frequenz, sondern auch ihre Stärke. Bisher können Risikomodelle allerdings nur die Auswirkungen für zwölf Monate berechnen. Der Makler und Berater Aon hat jetzt ein Tool auf den Markt gebracht, das Zeiträume bis zu fünf Jahren abdeckt, das sogenannte Progressive Modelling. Dabei kommt auch künstliche Intelligenz zum Einsatz.
Viele offene Fragen beim „Zukunftsfonds“
Die Bundesregierung muss beim geplanten „Zukunftsfonds“ für Beteiligungen an Jungunternehmen eine schnellere Gangart vorlegen. Das fordert die FDP in einer Kleinen Anfrage. Es geht um einen bis zu 10 Mrd. Euro schweren Fonds, der Versicherer und andere Investoren zu mehr Engagement im Bereich Wagniskapital bewegen könnte. Die Maßnahmen sollen 2021 in Kraft treten, schreibt die Regierung. Über die konkrete Ausgestaltung werde noch gesprochen. Die Versicherer sind angesichts der Niedrigzinsen sehr an alternativen Anlagemöglichkeiten interessiert.
Talanx erhöht Dividende nach Rekordgewinn
Die Talanx hat ihren Gewinn 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent gesteigert, die Beiträge legten ebenfalls deutlich zu. Unternehmenschef Torsten Leue sprach in der Telefonkonferenz zur Jahresbilanz von einem hervorragenden Ergebnis, die Bilanzpressekonferenz vor Ort hatte der Versicherer vor dem Hintergrund der Corona-Krise abgesagt. Für das kommende Jahr hält Talanx an seinen Zielen fest. Die Auswirkungen des Virus auf das Versicherungsgeschäft dürften sich in Grenzen halten.
Generali meldet Rekordergebnis
Der italienische Generali-Konzern hat starke Zahlen für 2019 vorgelegt. Chef Philippe Donnet freut sich über das beste operative Ergebnis in der Konzerngeschichte. Der Versicherer verzeichnete 2019 einen Gewinn von 2,7 Mrd. Euro, ein Plus von 15,7 Prozent. Das operative Ergebnis stieg auf 5,2 Mrd. Euro. Die Auswirkungen der Corona-Krise seien derzeit noch nicht absehbar. Der Versicherer hat die Einrichtung eines Fonds beschlossen, der bis zu 100 Mio. Euro für die internationale Corona-Bekämpfung bereitstellt. Die erste Tranche von rund 30 Mio. Euro geht an die italienische Corona-Notfallhilfe.
Cyberversicherung – ein Markt in der Pubertät
Versicherungsmonitor-Analyse Seit rund zehn Jahren können große Unternehmen sich mit speziellen Cyberpolicen gegen Hackerangriffe versichern. Weil die Nachfrage groß war, boten die deutschen Anbieter schnell eigene Deckungskonzepte an, zu großzügigen Konditionen. Einige Jahre des Ausprobierens und viele teure Schadensfälle später werden die Cyberversicherer vorsichtiger: Sie fahren Kapazitäten zurück und schränken Bedingungen ein. Das Wachstum des Marktes wird das nicht hemmen, erwarten Experten.
USA: Vernichtende Kritik an Cyber-Versicherern
Die 2019 in den USA ins Leben gerufene Cyberspace Solarium Commission hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die per Gesetz eingerichtete Kommission aus vier Politikern, vier ranghohen Beamten und sechs Experten hat mehr als 80 Empfehlungen erarbeitet, um die Bedrohung durch Cyberangriffe mit einer Reihe von Mitteln – darunter auch militärische – abzuwehren. Die Cyberversicherer kommen in dem Bericht nicht gut weg. Der Vorwurf: Sie verstehen das Risiko nicht und versagen bei vielen Aufgaben. Die Kommission tendiert zu einer staatlichen Cyber-Rückversicherung.
Swiss Re setzt auf Microsoft
Swiss Re hat eine strategische Kooperation mit Microsoft geschlossen. Kern ist der Aufbau einer digitalen Plattform für vernetztes Risikomanagement und die Produktentwicklung. Das US-Softwareunternehmen steuert seine Cloud-Technologie sowie Anwendungen für künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge bei. Im Fokus stehen zu Beginn vernetzte Mobilität, Industrie 4.0, Cyberrisiken und Naturkatastrophen.
Darag mit neuen Eignern
Die Besitzverhältnisse beim Abwickler Darag ändern sich. Die Finanzinvestoren Aleph Capital und Crestview Advisors, die bisher knapp unter 50 Prozent an dem Run-off-Spezialisten hielten, wollen gemeinsam die Mehrheit an dem Unternehmen mit Sitz auf Malta erwerben, meldet das Bundeskartellamt. Der bisherige Haupteigner Keyhaven wird sich wahrscheinlich schrittweise zurückziehen.
Streit um Corona und ausgefallene Veranstaltungen
Veranstaltungsversicherer fürchten, dass der Ausbruch des Corona-Virus ihnen einen saftigen Kumulschaden bescheren könnte, wenn zu viele Events abgesagt werden. Mit der Leipziger Buchmesse wurde aktuell eine der prominentesten und meistbesuchten Veranstaltungen in Deutschland abgesagt. Eine Reihe von Versicherern versucht jetzt, Corona-Risiken aus den Policen auszuschließen – auch aus bestehenden Verträgen. Die Kanzlei Wilhelm Rechtsanwälte hält das Vorgehen für illegal, die Axa verteidigt es.
HDI investiert in Cyber-Start-up
Die Talanx-Tochter HDI investiert in Cybersicherheit. Der Versicherer ist an der aktuellen Investorenrunde des Jenaer Start-ups Enginsight beteiligt. Das Unternehmen will das eingesammelte Geld nutzen, um weitere Entwickler und Verkäufer anzuheuern. Auch der Schweizer Versicherer Zurich setzt auf externe Expertise für Cybersicherheit und hat eine Kooperation mit dem israelischen Digitalunternehmen Cye geschlossen. Cyberversicherungen gelten als Wachstumsmarkt, gleichzeitig fürchten Versicherer in dem Bereich das Schadenpotenzial.












