Unternehmen, die weltweit agieren, brauchen internationalen Versicherungsschutz. Internationale Versicherungsprogramme von europäischen oder amerikanischen Anbietern ermöglichen Unternehmen diesen weltweiten Schutz – und sie sind gefragt. Auch Mittelständler kaufen die Schutzpakete, berichten Experten auf einer Konferenz in München. Doch das Geschäft ist komplex, seit Jahren gibt es Compliance-Probleme bei den internationalen Versicherungsprogrammen großer Konzerne.
Industrieversicherung
Jörg Henne wird Geschäftsführer beim DVS
Leute – Aktuelle Personalien Jörg Henne, bisher Versicherungschef beim Hersteller elektronischer Bauteile Epcos, verstärkt die Geschäftsführung des Deutschen Versicherungs-Schutzverbands. Er ist ab 1. Juli gleichberechtigter zweiter Geschäftsführer neben Rüdiger Auras. Außerdem: Jonas Latein übernimmt beim Versicherer QBE die Verantwortung für Vertrieb und Marketing in Deutschland und Österreich. XL Catlin hat Philippe Gouraud zum Head of Strategic Client and Broker Management ernannt.
D&O-Versicherung: BGH segnet Abtretung ab
Bisher haben sich D&O-Versicherer oft dagegen gesperrt, dass Manager ihre Freistellungsansprüche an Unternehmen abtreten. Jetzt hat der Bundesgerichtshof (BGH) in zwei noch unveröffentlichten Urteilen die Zulässigkeit der Abtretung bejaht. Darauf weist die Kanzlei Wilhelm Rechtsanwälte hin. Laut BGH bedarf es nur einer schriftlichen Inanspruchnahme, um den Versicherungsfall auszulösen. Der von anderen Gerichten geforderte Nachweis der Ernstlichkeit der Inanspruchnahme ist nicht notwendig. Das Urteil könnte zu mehr Schäden in der D&O-Versicherung führen.
Cyber: Konzerne fürchten Betriebsunterbrechungen
Bei Cyberrisiken fürchten Konzerne vor allem Betriebsunterbrechungen durch Hackerangriffe. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Versicherungsmaklers Aon unter firmeneigenen Versicherern, sogenannten Captives. Ein Großteil der Befragten hat noch keine Versicherung gegen Cybergefahren abgeschlossen. Den Unternehmen sind vor allem die stark unterschiedlichen Bedingungswerke der Versicherer und die steigenden Preise für die Deckungen nicht geheuer. Die Bereitschaft, die Risiken über die Captive selbst zu tragen oder mit anderen Industrieunternehmen zu teilen, ist groß.
Munich Re und Beazley kooperieren bei Cyber
Der Industrieversicherer der Munich Re und der Lloyd’s-Versicherer Beazley wollen künftig Cyberrisiken für große Konzerne gemeinsam abdecken. Die Kapazität beträgt 100 Mio. Euro oder 100 Mio. Dollar pro Risiko. Für Beazley ist die Cyberdeckung die größte Sparte, bislang konzentriert sich der Versicherer auf kleine und mittlere Unternehmen in den USA als Kunden. Mit Hilfe der Münchener kann er leichter Großrisiken abdecken. Die Munich Re will in dem Segment schnell wachsen, da hilft das Know-how von Beazley. Damit nimmt die Konkurrenz in dem Zukunftsmarkt weiter zu.
Ergo: Diedrich geht in den Ruhestand
Leute – Aktuelle Personalien Christian Diedrich, Vorstand der Ergo und verantwortlich für die Schaden- und Unfallversicherung, geht Ende des Jahres aus privaten Gründen in den Ruhestand. Er ist dann 60 Jahre alt. Diedrich, als Kolumnist auch für den Versicherungsmonitor tätig, hat vor allem in der Gewerbe- und Industrieversicherung dafür gesorgt, dass die Munich Re-Tochter dort einen guten Namen hat. Außerdem: Michael Diekmann wird Mitglied der International Advisory Group der Kanzlei Linklaters.
Ein Plädoyer für subjektives Underwriting
The Long View – Der Hintergrund Mit dem Brand bei Wiesenhof am Ostermontag gab es einen weiteren großen Feuerschaden in der deutschen Lebensmittelindustrie. Versicherer fragen sich nun, wie sie damit umgehen sollen. Das Zauberwort ist subjektives Underwriting. Instinkt kann präzisere Ergebnisse liefern als rein technisches Underwriting. Statt sich aus ganzen Branchen zu verabschieden, sollten Versicherer einzelnen Kunden genauer auf den Zahn fühlen. Das gilt auch für Makler.
Millionenschaden nach Großbrand bei Wiesenhof
Der Brand in einer Geflügelschlachterei des Fleischproduzenten Wiesenhof im niedersächsischen Lohne hat nach ersten Schätzungen einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. Aus Versichererkreisen heißt es, dass die Talanx-Tochter HDI Global der führende Versicherer des Betriebs ist. Der Schaden dürfte HDI Global-Chef Christian Hinsch nicht schmecken. Er hatte erst kürzlich die guten Ergebnisse nach der Sanierung der Feuerversicherung betont.
Funk: Interessenkonflikt bei Schadenregulierung
Die Versicherungsmakler haben vor kurzem eine Niederlage vor dem Bundesgerichtshof einstecken müssen. Der BGH urteilte, dass sie keine Schäden mehr für den Versicherer regulieren dürfen. Thomas Abel, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Funk erklärt im Interview mit dem Versicherungsmonitor, was das Urteil für die Branche bedeutet. Außerdem spricht er über Schadenregulierung, Digitalisierung und sagt, warum es ihn freut, dass Georg Bräuchle vom Konkurrenten Marsh Präsident des Maklerverbands VDVM geworden ist.








