Industrieversicherung rss

IT-Gesetz: Ab 500.000 Betroffenen wird es kritisch

Das 2015 verabschiedete IT-Sicherheitsgesetz soll Industriezweige, die von besonderer Bedeutung für die Allgemeinheit sind, besser auf Hackerattacken und andere Cyberrisiken vorbereiten. Es geht neben Branchen wie der Energie- und Wasserversorgung auch um das Finanzwesen. Bisher war allerdings offen, ab wann genau Betriebe als kritische Infrastrukturen gelten. Jetzt hat das Bundesinnenministerium einen ersten Verordnungsentwurf zur Klarstellung vorgelegt.

Großbritannien: Hilfe für flutgefährdete Unternehmen

In Großbritannien startet im April der Rückversicherungsfonds Flood Re. Er soll sicherstellen, dass Policen für Wohnhäuser in flutgefährdeten Gebieten bezahlbar bleiben. Gewerbeimmobilien sind von Flood Re ausgenommen – obwohl auch kleine und mittelständische Unternehmen von Problemen mit Versicherungsschutz gegen Hochwasser berichten. Jetzt will der Verband der Versicherungsmakler in Großbritannien Biba die Sache selbst in die Hand nehmen. Zusammen mit dem Outsourcing-Anbieter Capita und dem Kartographie-Spezialisten Landmark Information Group will er eine Lösung erarbeiten.

Ratingagenturen strafen AIG ab

Auf die Ankündigung des US-Versicherungsriesen AIG, seine Schadenreserven für Altlasten um 3,6 Mrd. Dollar aufzustocken, haben mehrere Ratingagenturen negativ reagiert. Moody’s stufte die Schaden- und Unfallsparte von AIG herab, A.M.Best will den Versicherer streng beobachten. Die betroffenen Versicherungsverträge liegen zum Teil zehn Jahre und mehr zurück. Auch die Ankündigungen von AIG, sparen zu wollen und Teile des Konzerns zu verkaufen, kam bei den Ratingagenturen nicht gut an.

Munich Re: „Disruption ist nicht die Hauptgefahr“

Der Einstieg von Facebook oder Google in das Versicherungsgeschäft ist ein Schreckgespenst der Branche. Munich Re-Chef Nikolaus von Bomhard glaubt nicht, dass die großen Internetkonzerne ohne einen Partner aus der Assekuranz in den Markt einsteigen werden. „Das ist ein gewisser Schutz“, sagte er am Dienstagabend auf dem SZ-Versicherungstag in Bergisch-Gladbach. Große Umwälzungen sieht er nicht als die größte Gefahr für die Versicherer. Die Veränderung werde eher in kleinen Schritten von statten gehen.

D&O: Streit um Einzelpolicen

Zu geringe Deckungssummen, Interessenkonflikte, Anfechtungsgefahr – die in der Managerhaftpflichtversicherung üblichen Gruppenpolicen, die Vorstände und Aufsichtsräte gemeinsam abdecken, bringen Probleme mit sich. Ob Einzelpolicen für Manager die Lösung sind, ist im Markt heftig umstritten, wie eine Diskussion auf der Euroforum Haftpflicht-Konferenz zeigte. Manche Experten fürchten, dass dadurch nur neue Komplikationen entstehen.

Aon: Hohe Schäden durch Cyber und Terror drohen

Deutsche Unternehmen müssen sich in diesem Jahr verstärkt mit den Gefahren durch islamistischen Terror auseinandersetzen. Das erwartet der Versicherungsmakler Aon in einer Marktprognose für das Jahr 2016. Besonders anfällig für Terrorangriffe sind Unternehmen mit Sitz in deutschen Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Vernetzung stellen auch Cybergefahren die Firmen weiterhin vor große Herausforderungen. Gemeinsam haben beide Szenarien, dass Schadensfälle immens teuer werden können. Unternehmen müssen sich auf Höchstschäden gefasst machen, so Aon.

VW-Skandal belastet Manager

Laut einer Umfrage der Kölner Zeichnungsgemeinschaft VOV zieht die VW-Abgasaffäre den Ruf von Managern insgesamt in Mitleidenschaft. Eine zunehmende Anzahl an Führungskräften sieht sich gestiegenen Haftungsrisiken gegenüber – auch durch den wachsenden öffentlichen Druck, der auf ihnen lastet. Um das Haftungsrisiko zu minimieren, zeigen Manager zunehmend Interesse an persönlichen D&O-Versicherungen. Die Details der Policen sind ihnen aber oft nicht bekannt.

Haftpflichtversicherer als Unternehmensberater

Industrie 4.0, digitale Transformation, steigende regulatorische Anforderungen – Unternehmen stehen heute vor vielen Herausforderungen. Versicherer können ihnen helfen, sie zu meistern, sagte Dagmar Wittnebel von Airbus auf der Euroforum Haftpflicht-Konferenz. Statt sich wie bisher vor allem auf den Transfer von Risiken und die Kompensation von Verlusten zu beschränken, sollten die Gesellschaften auch als Unternehmensberater tätig werden. Zudem müsse die strikte Trennung zwischen Policen für Eigenschäden und für Drittschäden durchbrochen werden.

Betriebsunterbrechungen machen am meisten Angst

Versicherungsexperten weltweit fürchten kein anderes Risiko so sehr wie Betriebsunterbrechungen. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Industrieversicherers AGCS. Auf Platz zwei und drei folgen Marktentwicklungen und Cyberrisiken. Feuer, Explosionen und Naturkatastrophen spielen im Vergleich zum Vorjahr eine geringere Rolle.

Industrieversicherer bleiben unter Druck

Die Industrieversicherer müssen auch 2016 mit niedrigen Preisen kämpfen. Die Kapazität ist weiterhin hoch, damit bleibt der Druck auf die Prämien erhalten, sagte Reiner Siebert, Vorstand der Lufthansa-Versicherungstochter Delvag, auf dem Neujahrsempfang von Mapfre Global Risks. Auch in der Luftfahrt- und Transportversicherung bleiben die Preise trotz hoher Schäden niedrig, sagte Siebert.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner