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Schleusenunfall könnte 30 Mio. Euro kosten

 Exklusiv  Für viele Unternehmen entlang der Saar und der Mosel ist es ein Supergau: Am 8. Dezember 2024 rammte ein Schiff das Tor einer Schleuse und beschädigte es schwer. Seitdem kann die Schleuse nur eingeschränkt benutzt werden, viele Schiffe liegen mitsamt ihrer Ladung fest. Insgesamt könnte der Unfall die Versicherungswirtschaft zwischen 20 Mio. Euro und 30 Mio. Euro kosten, schätzen Branchenexperten. Betriebsunterbrechungspolicen greifen wohl eher nicht.

Der Rückblick auf 2024 Teil 1: Benko-Pleite, Schadenbearbeitungs-Defizite, Baltimore-Brücke

Überschwemmungen in Spanien, Nahost-Krieg, die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump, eine schwächelnde Wirtschaft und der Bruch der Ampel-Koalition: Im Jahr 2024 ist einiges passiert – auch in der Versicherungswirtschaft. In den ersten vier Monaten des Jahres hat die Branche mit der Benko-Pleite zu kämpfen, der Makler WTW mit dem Verlust von Spitzenpersonal, Kfz-Marktführer HUK-Coburg mit der Schadenregulierung und der Konsolidierer Kompass Group mit sich selbst. Hier der erste Teil unseres dreiteiligen Jahresrückblicks.

Brokamp gründet neuen Konsolidierer Ascendia

Vor sechs Monaten hat Thinksurance-Mitgründer Florian Brokamp das Insurtech verlassen. Jetzt kommt er wieder zurück in die Branche als Gründer und CEO der Ascendia-Gruppe. Das ist ein neuer Maklerkonsolidierer, der von der Private-Equity-Gruppe HG Capital finanziert wird. HG ist auch einer der Eigner der GGW Group. Ascendia verkündet den ersten Zukauf: Die Gruppe hat den Maklerpool PMA übernommen.

GVNW: Finanz-Fundament für Datenplattform steht

Die Finanzierung für den Aufbau einer Plattform zum Austausch von Risikodaten in der Industrieversicherung steht. Die Initiatoren haben gerade den Verein Open Risk Data Association gegründet. Nun kann ein erster Prototyp gebaut werden, mit dem die Beteiligten zeigen wollen, dass das Projekt funktioniert. Die Initiative für die Plattform kam vom Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW). Beteiligt sind namhafte Industrieversicherer und Makler.

Plötzlich Industriekunde

 Exklusiv  Wenn Unternehmen wachsen und zu groß für die Gewerbeversicherung werden, bringt das ihre Makler ins Schwitzen. Denn dann wollen sich Versicherer plötzlich ein Bild vom Brandschutz vor Ort machen, haben aber oft keine Besichtigungskapazitäten. Die Maklergenossenschaft Vema hat für solche Fälle einen digitalen Risikofragebogen mit angeschlossener Maklerfacility entwickelt, mit dem Vermittler die Besichtigung selbst übernehmen können. Damit will der Verbund auch einen Beitrag zur überfälligen Digitalisierung der Industrieversicherung leisten.

Kreditversicherer erwarten Insolvenzanstieg

Auch die Kreditversicherer bekommen die schlechte Wirtschaftslage und die politischen Unsicherheiten zu spüren. In diesem Jahr rechnen sie mit einer Zunahme der Insolvenzen um 25 Prozent auf 22.500 Pleiten, die versicherten Schäden werden um rund 20 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro ansteigen. Auch für das kommende Jahr sind die Aussichten düster. Dennoch glauben die Kreditversicherer daran, dass sich die deutsche Wirtschaft wieder erholen wird, und schränken ihre Deckungen vorerst nicht ein.

Talanx will Gewinn bis 2027 um 30 Prozent steigern

Der Versicherer Talanx will seinen Gewinn bis 2027 auf mehr als 2,5 Mrd. Euro steigern, nachdem er die bisherigen Finanzziele frühzeitig übertroffen hat. Die Aktionäre sollen bereits für 2024 von einer höheren Dividende profitieren. Vorstandschef Torsten Leue betonte die Rolle der gewachsenen Erstversicherung für den Erfolg. Weiter nannte er die geringen Kosten im Vergleich zur Konkurrenz, allerdings mit Ausnahme des deutschen Privatkundengeschäfts.

Guerrero wird neuer Vertriebsvorstand der Axa

 Leute – Aktuelle Personalien  Die Axa in Deutschland hat mit Kayum Guerrero (Bild) einen neuen Vertriebsvorstand. Er wird zum 1. Januar 2025 Nachfolger von Kai Kuklinski, der im August zum Industrieversicherer Axa XL gewechselt ist. Karsten Dietrich, der die Position nach dem Ausscheiden Kuklinskis interimsweise übernommen hatte, wird an Guerrero übergeben. Der gebürtige Schweizer kommt von der Axa in Mexiko, wo er ebenfalls die Verantwortung für den Vertrieb trägt.

Schnelle Risikobewertung mit 3D-Klon

 Digitale Trends 2025  Für Versicherer wird es immer schwieriger, zuverlässige Risikodaten zu Industrie- und Gewerbegebäuden zu bekommen. Das liegt unter anderem daran, dass viele Gebäude gleichzeitig mehreren Zwecken dienen. Außerdem sind zahlreiche Daten immer noch nicht standardisiert. Cover Mesh, die Digitalisierungseinheit des Maklers Ecclesia, will diese Probleme mit Hilfe eines 3D-Scans und einer KI-basierten Plattform angehen.

Neue Haftungsrisiken durch Insolvenzen und KI

Firmenpleiten und die wachsende Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) erhöhen das Risiko für Führungskräfte und ihre D&O-Versicherer, in die Haftung genommen zu werden. Auch geopolitische Umwälzungen und der Klimawandel führen zu hohem Verlustpotenzial. Das geht aus dem aktuellen D&O-Bericht des Industrieversicherers Allianz Commercial hervor. Während die Herausforderungen wachsen, bleibt der Markt auf der Prämienseite in Deutschland erst einmal stabil.

Zurich: Sorge vor sozialer Inflation in Europa

Die soziale Inflation durch immer höhere Schadenersatzurteile ist vor allem in den USA ein Problem. Das muss aber nicht so bleiben, erwarten Industrieversicherungsexperten der  Zurich. So werden Prozessfinanzierer, die zu den Treibern der Entwicklung zählen, vermehrt auch in Europa aktiv, hieß es in einem Pressegespräch. Das seien besorgniserregende Signale, sagte Penny Seach, Chefin des Konzern-Underwritings bei Zurich.

Woher der Wind weht

 Digitale Trends 2025  Versicherer sollen Windkraftanlagen oft absichern, ohne die Betriebsdaten und damit das tatsächliche Risiko zu kennen. Historische Daten in diesem Bereich fehlen. Die Folge sind lückenhafte Deckungskonzepte und hohe Selbstbehalte – für Kunden und Anbieter eine unbefriedigende Situation. Die will Proth!nx, ein Unternehmen der HDI-Gruppe, mit seiner Lösung verbessern. Echtzeitdaten sollen Versicherern ein besseres Risikomanagement ermöglichen.

Positiver Ausblick für Assekuradeure & Co

A.M. Best attestiert den Delegated Underwriting Authority Enterprises – das sind Assekuradeure und andere Spezialvermittler wie Underwriting Agencies – weiter gute Zukunftsaussichten und bestätigt den positiven Ausblick für das Segment. Die Ratingagentur lobt insbesondere die Technologie-Affinität der Unternehmen, mit der sie unter anderem bei Fachkräften punkten könnten.

Cyber-Assekuradeur Cogitanda kündigt Insolvenz an

Der auf die Cyberversicherung spezialisierte Assekuradeur Cogitanda kämpft um sein Überleben. Das Unternehmen hat seinen Aktionären am Montagvormittag mitgeteilt, dass der Vorstand „unverzüglich“ den Insolvenzantrag stellen wolle. Dem Management um Vorstandschef Jens Lison ist es nicht gelungen, weitere Kapitalzusagen einzuwerben, die den Fortbestand des Unternehmens gesichert hätten. Aktionäre erheben derweil schwere Vorwürfe gegen das Management. Dass Cogitanda jetzt keine Alternative zum Insolvenzantrag sieht, sei Vorstandsversagen.

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