Der Brand des Grenfell-Towers in London hat Folgen für die Berufshaftpflichtversicherung von Bau-Spezialisten. Ein neuer Bericht des Industrieversicherers AGCS zählt strengere Regeln für die Bausicherheit in Folge des Unglücks zu den bedeutendsten Haftungsrisiken in der künftigen Entwicklung der Sparte. Auch Cyberrisiken nehmen eine führende Rolle in der Rangliste ein. Eine Auswertung der Schadenfälle der vergangenen 20 Jahre zeigt auf, welche Branchen besonders viele Großschäden erlebt haben.
Industrieversicherung
GGW kauft Gayen Berns Homann
Der von Tobias Warweg gegründete Maklerkonzern GGW Group übernimmt den Hamburger Traditionsmakler Gayen & Berns Homann. Der Kaufpreis dürfte 50 Mio. Euro überschreiten. Anders als bei sonstigen Zukäufen folgt der Übernahme eine echte Fusion von drei Hamburger Traditionshäusern: Die operativen Makler Gayen & Berns Homann, Burmester, Duncker & Joly und Gossler Gobert & Wolters werden künftig gemeinsam agieren.
Cyberdirekt-Vergleichsrechner jetzt mit Tarifrating
Exklusiv Der auf die Cyberversicherung spezialisierte Makler Cyberdirekt hat seinen Vergleichsrechner umgebaut, über den angeschlossene Vermittler Deckungen für ihre Kunden auswählen können. Der Rechner bietet künftig ein Tarifrating, das es ermöglichen soll, die Stärken und Schwächen einzelner Angebote für ein konkretes Unternehmen individuell zu ermitteln. Dabei zeigt sich, dass es keinen Anbieter in dem noch sehr heterogenen Markt gibt, der in allen Aspekten überdurchschnittlich ist, berichtet Geschäftsführer Ole Sieverding.
Frankreich: Schwere Schäden durch Aufstände
Die schweren Unruhen, die Frankreichs Städte erschüttert haben, werden die Versicherungswirtschaft mehrere hundert Mio. Euro kosten. Erste Schätzungen des Versichererverbands France Assureurs belaufen sich bislang auf 280 Mio. Euro an Schäden. Es könnte aber noch viel teurer werden, glaubt France Assureurs-Präsidentin Florence Lustman. Der Verband hat seine Mitglieder aufgefordert, zügig zu regulieren und Vorschüsse schnell auf den Weg zu bringen.
Bank of England präsentiert Solvency II-Reform
Seit dem Austritt Großbritanniens aus der EU ist das Land nicht mehr an die europäischen Eigenkapitalregeln Solvency II gebunden. Die Reform der Vorschriften schreitet voran. Jetzt hat die Bank of England ein weiteres Bündel an Vorschlägen zur Anpassung von Solvency II vorgelegt. Dadurch will die Regierung Versicherer in die Lage versetzen, Milliarden Pfund in die lokale Infrastruktur zu investieren. Ob das gelingt, hängt aber nicht allein von den neuen Regeln ab.
8 Mrd. Dollar für Insurtechs
Der Ukraine-Krieg, steigende Zinsen sowie die Inflation haben dem Insurtech-Markt nicht so stark geschadet wie gedacht. Trotz der anhaltenden Krisen haben die Kapitalgeber im vergangenen Jahr 8 Mrd. Dollar in die Versicherungs-Start-ups investiert. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Dienstleisters NTT Data hervor, der die Entwicklung der Branche analysiert und derzeitige Herausforderungen für Versicherer unter die Lupe nimmt.
Amazon stößt in die Cyberversicherung vor
Der Internetriese Amazon ist genervt vom komplizierten Prozedere der klassischen Versicherer, wenn es darum geht, Cyberpolicen für Kunden seines Cloud-Anbieters AWS zu finden. Laut Berichten des US-amerikanischen Computermagazins CRN startet er deswegen jetzt mit Partnern sein eigenes Cyberprogramm. Vor allem kleine und mittelständische US-Unternehmen, die bereits AWS-Kunden sind, sollen von dem Angebot profitieren. AWS verspricht ein Cyberangebot innerhalb von zwei Tagen. Partner sind unter anderem der Makler Marsh und der Cyberversicherer Cowbell.
Positionstausch bei der Allianz
Leute – Aktuelle Personalien Bei der Allianz gibt es einen Positionswechsel. Zum 1. September werden die Finanzchefin des Industrieversicherers Allianz Global Corporate and Speciality (AGCS) Claire-Marie Coste-Lepoutre und Group Chief Actuary Oskar Buchauer ihre Ämter tauschen. Der Rückversicherer Scor hat einen Nachfolger für den verstorbenen Verwaltungsratschef Denis Kessler ernannt. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei dem auf Bermuda ansässigen Abwickler Compre.
Verlängerung für Karuth-Zelle und Townsend
Leute – Aktuelle Personalien Die Allianz hat die Verträge für die Vorstände Barbara Karuth-Zelle und Christopher Townsend bis zum Dezember 2028 verlängert. Zelle wird weiterhin als Group Chief Operating Officer tätig sein, Townsend verantwortet neben den Global Insurance Lines, der Global Commercial Insurance und der Rückversicherung die angelsächsischen Märkte, Iberien, Lateinamerika, den Nahen Osten und Afrika. Auf beide warten herausfordernde Aufgaben.
Mehr Versicherungsschutz für die Ukraine
Auf der Londoner Konferenz der Geberländer für den Wiederaufbau der Ukraine wollen auch Versicherer und Makler nicht abseitsstehen – und haben Projekte vorgestellt, die mehr Versicherungsschutz für Investitionen in das kriegsversehrte Land ermöglichen sollen. Während Marsh einen Plan für einen staatlich-privaten Pool für Kriegsrisiken entwickelt hat, wollen Konkurrent Aon und Lloyd’s mehr Rückversicherungskapazitäten für Produktions- und Baurisiken organisieren.
Roland Rechtsschutz bekommt neuen CEO
Leute – Aktuelle Personalien Anfang 2024 übernimmt Vorstandsmitglied Tobias von Mäßenhausen den Vorstandsvorsitz der Roland Rechtsschutz-Versicherung in Köln. Wer mit ihm in dem dreiköpfigen Gremium sitzen wird, ist noch unklar. Denn das Unternehmen hat die Verträge des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Rainer Brune und von Vorstandsmitglied Ulrich Eberhardt nicht verlängert. Außerdem hat Generali Global Corporate & Commercial einen neuen Head of Parametrics, und AIG hat eine neue Finanzchefin.
Zurich und Aon mit neuer Industrieplattform
Eine Reihe von Versicherern hat gemeinsam mit Risikokapitalgebern und Investmentgesellschaften eine neue Plattform auf den Markt gebracht. Sie soll die Kommunikation zwischen Versicherern, Maklern und Industriekunden vereinfachen. Über „Big Ticket“ sollen Versicherungsverträge reibungslos erneuert werden und Daten einfacher ausgetauscht werden können. Für Risikomanager soll die Nutzung kostenlos sein.
Klimawandel verdoppelt Prämienanpassungsbedarf
Die steigende Inflation macht höhere Preise in nahezu allen Versicherungssparten nötig. Allerdings ist das nur ein Treiber für Prämiensteigerungen. Der Klimawandel führt zu einer Verdopplung des jährlichen Prämienanpassungsbedarfs, hat der Makler Aon berechnet. Hauptschadentreiber sind dabei in Deutschland die zunehmenden Überschwemmungen. Hagel und Winterstürme spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die Lage auf dem Rückversicherungs-, Retrozessions- und Versicherungsverbriefungsmarkt entspannt sich dagegen etwas.












