Der 2015 gegründete US-Digitalversicherer Lemonade ist im zweiten Quartal 2020 erneut stark gewachsen. Gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres konnte er die Zahl der Kunden um 84 Prozent auf mehr als 814.000 Personen ausbauen und die verdienten Netto-Prämieneinnahmen um 117 Prozent auf 29,2 Mio. Dollar (24,7 Mio. Euro) steigern. Der Quartalsverlust des bislang noch nicht profitabel arbeitenden Unternehmens betrug 21 Mio. Dollar, das ist deutlich weniger als in den ersten drei Monaten des Jahres.
Insurtech
Deutsches Insurtech wird von Lloyd’s gefördert
Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s hat die Auswahl für die fünfte Runde seines Lab Innovation-Programms getroffen. Zehn Insurtechs sind mit von der Partie, darunter das Berliner Unternehmen Ryskex. Lloyd’s gewährt den jungen Firmen Zugang zum Londoner Markt und bietet neben der Chance, sich zu beweisen, wertvolle Kontakte in die Branche. Im Gegenzug fordern die Briten Unterstützung bei neuen Lösungen für Probleme, die sich aus der Pandemie ergeben.
Deutscher E-Autobauer sagt Versicherern Kampf an
Die Quantron AG aus dem bayerischen Gersthofen bereitet die Gründung eines eigenen Versicherers vor. Grund dafür ist, dass der E-Autobauer keine passenden Policen für seine Fahrzeuge finden konnte. Quantron wandelt Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in Elektro-Fahrzeuge um. Mit dieser Art E-Fahrzeuge kennen Versicherer sich nicht gut genug aus, erklärte ein Sprecher. Mit dem neuen Versicherer macht die Firma auch dem US-Hersteller Tesla Konkurrenz.
InsureQ: Digitale Plattform für Kleinstunternehmen
Selbstständige und sehr kleine Unternehmen zu ihrem Versicherungsbedarf beraten und online die passenden Policen vermitteln – mit diesem Anspruch hat das Münchener Start-up InsureQ in dieser Woche seine Plattform freigeschaltet. Den Zwischenschritt über Makler soll sich die Zielgruppe damit sparen. Hinter den vier Gründern steht die Finanzkraft der Samwer-Brüder und ihres Beteiligungsunternehmens Rocket Internet.
Wechsel bei Chubb
Leute – Aktuelle Personalien Beim Versicherer Chubb wird Paul Krump (Bild) künftig weltweit das Underwriting und die Schadenbearbeitung leiten. Seine ehemalige Position als Verantwortlicher für das Privatkunden- und Industriegeschäft in Nordamerika wird John Lupica übernehmen. Außerdem: Der auf die betriebliche Altersversorgung spezialisierte Technologiedienstleister XbAV hat mit Monika Ritzer eine neue Leiterin für das Geschäft mit Maklerpools und Finanzvertrieben.
Wieder mehr Geld für Insurtechs
Nachdem die Finanzierungsrunden für Insurtechs im ersten Quartal 2020 Corona-bedingt eingebrochen waren, haben die Investoren zwischen April und Juni wieder ordentlich viel Kapital in die Jungunternehmen gepumpt. Das zeigt eine Analyse des Maklers und Beraters Willis Towers Watson (WTW). Insgesamt flossen mit 1,56 Mrd. Dollar 71 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres. Viel von dem Kapital entfällt allerdings auf vier Mega-Deals. Die Experten von WTW bezweifeln, dass der neue Hype mittelfristig anhalten wird.
HD Solutions will Gründern unter die Arme greifen
Exklusiv Mit seinem neuen Dienstleister HD Solutions will Moritz Delbrück Gründer mit externer IT-Expertise beim Aufbau ihrer Unternehmen unterstützen. Er will die Services eines Company Builders als Dienstleistung anbieten, sein Unternehmen hält also nicht unbedingt Anteile an den beratenen Firmen. Delbrück war bis vor Kurzem für die Arag tätig und leitete die Digitaltochter Justix, die Legal-Tech-Angebote für den Rechtsschutzversicherer aufbauen soll.
Schluss mit dem Innovationstheater
Jeder Versicherer rühmt sich gern mit innovativen Produkten, aber längst nicht alle werden ein Erfolg. Das liegt daran, dass die Anbieter das Thema oft nur halbherzig angehen und mit Vorzeigeprojekten ein „Innovationstheater“ veranstalten, glauben Kasko-Chef Nikolaus Sühr und EY-Partner Christopher Schmitz. Auf der Konferenz Exec Insurtech haben sie erklärt, was zu tun ist, damit Innovationen wirklich gelingen.
Insurtechs bekommen weiter Geld – aber nicht alle
Im ersten Halbjahr konnten Insurtechs laut der Finanzierungsexpertin Sabine VanderLinden weltweit 2,3 Mrd. Dollar (2 Mrd. Euro) in Finanzierungsrunden einsammeln. Zwar wird die Summe in diesem Jahr geringer ausfallen als in den vergangenen beiden Jahren, der Unterschied werde aber nicht so groß sein, wie von manchen Experten prophezeit, sagte VanderLinden, die mit ihrem Unternehmen Alchemy Crew Geldgeber berät, auf der Konferenz Exec Insurtech. Allerdings seien die Investoren nicht mehr so wahllos wie früher. Vor allem Unternehmen mit bereits etabliertem Geschäftsmodell haben Aussicht auf erfolgreiche Finanzierungsrunden.
DFV will zum Konzern werden
An Selbstbewusstsein mangelt es der Deutschen Familienversicherung (DFV) gewiss nicht. Das 2007 gegründete Unternehmen, das sich gerne als „einzig funktionierendes Insurtech“ bezeichnet, will zum Konzern werden. Das notwendige Geld dafür haben die Frankfurter jetzt bei einer Kapitalerhöhung eingenommen. Damit sollen die Gründung von drei Tochterunternehmen finanziert und das Wachstum weiter vorangetrieben werden. Der Börsengang des jungen US-Versicherers Lemonade war an der überzeichneten Kapitalerhöhung der DFV nicht ganz unbeteiligt.









