Der italienische Versicherer Generali will sein Vermögensverwaltungsgeschaft deutlich ausbauen. Bis 2020 will Generali die verwalteten Anlagen von 450 Mio. Euro auf 500 Mio. Euro steigern. Die Einheit soll auch deutlich mehr zum Gewinn des Versicherers beitragen. Generali verkündete den neuen Vorstoß anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Hier gab es ein gemischtes Bild. Beim Nettogewinn enttäuschte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Der operative Gewinn war dagegen der höchste in der Generali-Geschichte, sagte Konzernchef Philippe Donnet.
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Finanzen.de: „Bei Insurtechs gibt es viel Copy & Paste“
Das Insurtech Finanzen.de bringt Kunden, die Policen online recherchieren, aber offline abschließen möchten, mit Vermittlern aus ihrer Region zusammen. Es ist eins der beiden deutschen Unternehmen, das sein Geschäftsmodell auf der Insurtech-Konferenz DIA Amsterdam präsentiert hat. Chef Dirk Prössel sprach mit dem Versicherungsmonitor über die Konferenz, Trends in der Insurtech-Szene und den Nachholbedarf der Versicherer in Sachen Digitalisierung.
Zurich verdient weniger und spart weiter
Der Schweizer Versicherer Zurich hat wegen neuer Regeln zur Abzinsung von Ansprüchen aus Unfall- und Personenschäden in Großbritannien im ersten Quartal deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Abgesehen von der nötigen Nachreservierung in Höhe von 290 Mio. Dollar, zeigt sich Zurich mit den Ergebnissen zufrieden. Beim Kostensenkungsprogramm meldet das Unternehmen eine zusätzliche Einsparung um 100 Mio. Dollar, der Betriebsgewinn vor dem Sondereffekt aus Großbritannien legte zu.
AGCS startet Big-Data-Kooperation im Underwriting
Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) integriert das Analyse-Tool des amerikanischen Insurtechs Praedicat in den Underwriting Process. Praedicat berechnet anhand von wissenschaftlichen Texten die Wahrscheinlichkeit, mit der Produkte oder Stoffe zu Schadenersatzforderungen führen. Nach zwei Jahren der Vorbereitung können ACGS-Underwriter nun die Daten nutzen, um zukünftige Risiken schneller zu erkennen und besser zu berechnen. AGCS will durch die Informationen außerdem Schadenfällen vorbeugen, indem Unternehmen gezielt auf Risiken hingewiesen werden.
Leicht übernimmt Extremus-Vorstand
Leute – Aktuelle Personalien Eigentlich wollte sich Thomas Leicht nach seinem Ausscheiden als Vorstand bei der Gothaer ins Privatleben zurückziehen. Jetzt wird es ein Rückzug light: Anfang 2018 soll Leicht nach Informationen des Versicherungsmonitors Vorstand bei dem Kölner Terrorrisikoversicherer Extremus werden. Außerdem: Aon holt einen Ex-FBI-Agenten als Leiter des Cyber-Geschäfts und Axis Capital bekommt einen neuen Finanzchef.
Versicherer fordern mehr Ehrlichkeit von Insurtechs
Insurtechs, die mit alteingesessenen Versicherern ins Geschäft kommen wollen, versprechen oft, alles besser, schneller und billiger zu machen. Die Start-ups sollten ehrlicher sein und auch Probleme wie die Integration der neuen Techniklösungen in die alten IT-Systeme der Versicherer ansprechen, sagte Lee Ng, operative Chefin des Innovationslabors von Metlife in Singapur, auf der Insurtech-Konferenz DIA Amsterdam. Erst das mache sie zu ernstzunehmenden Partnern. Mark Klein, Digitalchef von Ergo, glaubt, dass sich auch die Versicherer ändern müssen, wenn die Zusammenarbeit gelingen soll.
NRW-Wahl: Wenig Bewerber aus der Assekuranz
Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14. Mai geht auch ein Dutzend Bewerber aus der Versicherungswirtschaft ins Rennen. Die meisten von ihnen kandidieren auf hinteren Listenplätzen oder bei kleinen Gruppierungen, die keine Aussicht auf einen Einzug ins Düsseldorfer Parlament haben. Bei drei Bewerbern stehen die Chancen dagegen nicht schlecht. Sie kandidieren auf den Landeslisten von CDU, FDP und AfD. Nach den Angaben auf den Wahllisten gibt es bei SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und der Linken keine Kandidaten aus der Assekuranz.
Schaulaufen für die Versicherer
Am Mittwochmorgen hat die weltweit größte Insurtech-Konferenz DIA in Amsterdam ihre Tore geöffnet. Im 10-Minuten-Takt präsentieren rund 50 Start-ups aus aller Welt Versicherern technologische Neuerungen, um Kooperationspartner oder Geldgeber zu finden. Besonders heiß diskutierte Themen sind in diesem Jahr künstliche Intelligenz und Machine Learning, die Blockchain-Technologie und Amazons Sprachassistent Alexa.
Axa plant US-Börsengang und kauft Aktien zurück
Der französische Axa-Konzern will im ersten Halbjahr 2018 einen Minderheitsanteil seines US-Geschäfts an die Börse bringen. Dazu legt der Konzern sein dortiges Geschäft mit Leben-Policen und Sparprodukten mit der Vermögensverwaltung zusammen – hier hat Axa eine Beteiligung an Alliance Bernstein. Der Börsengang soll Frankreichs größtem Versicherer zu mehr finanzieller Flexibilität verhelfen, Risiken verringern und die Kapitaldecke stärken. Der Versicherer hat zudem ein neues Aktienrückkaufsprogramm für 2017 beschlossen. Im ersten Quartal hat Axa in der Lebensversicherung leicht nachgelassen, legte aber in der Schaden- und Unfallversicherung etwas zu. Ab Mai verstärkt mit Joyce Phillips eine erfahrene Managerin die Konzernleitung.
Hannover Rück trotzt Großschäden
Hannover Rück sieht sich nach den Ergebnissen im ersten Quartal auf Kurs, um das Gewinnziel von mehr als 1 Mrd. Euro für das volle Jahr zu erreichen. Der Rückversicherer musste zwar mit einer größeren Großschadenlast zurechtkommen und verdiente unter dem Strich weniger, ein starkes Wachstums aus der Schadenrückversicherung führte aber zur einer deutlichen Steigerung der konzernweiten Prämieneinnahmen auf 4,5 Mrd. Euro. Unternehmenschef Ulrich Wallin freute sich besonders über das Kapitalanlageergebnis.
Angebote für Prinz Charles und Ozzy Osbourne
Die Versicherungskammer Bayern will die verschiedenen Möglichkeiten der Digitalisierung konsequent austesten, um unterschiedlichen Kundengruppen gezielt passgenaue Versicherungs- und Dienstleistungsangebote machen zu können. Dabei setzt das Unternehmen sowohl auf Eigenentwicklungen der Direktversicherungstochter Bavaria Direkt als auch auf die Kooperation mit Start-ups. Die über den Einsatz neuer Technologien möglichen Kostensenkungen werden in weiteres Wachstum und in die Verbesserung des Service investiert, sagte der Vorstandsvorsitzende Frank Walthes. Ein Personalabbau sei nicht geplant.
Lebensversicherer setzen auf künstliche Intelligenz
Der Ton der Lebensversicherer hat sich geändert. Noch vor einem Jahr machten sie sich große Sorgen um die Digitalisierung. Doch heute sehen Versicherungschefs darin nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine Chance. Auf dem Life Insurance Dinner der Süddeutschen Zeitung zeigten sich Branchenteilnehmer besonders interessiert an den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz und des Machine Learnings. In der betrieblichen Altersversorgung sehen sie einen Wachstumsmarkt.
BaFin drängt auf ZZR-Abschwächung
Die Finanzaufsicht BaFin tritt für eine Entschärfung der Regeln ein, nach denen die Versicherer Mittel zur Zinszusatzreserve (ZZR) zuführen müssen. Das sollte Anfang 2018 geschehen und schon für die Bilanz 2018 wirken, sagte Versicherungsaufseher Frank Grund bei der Pressekonferenz der Behörde. Die Situation der deutschen Lebensversicherer sei nach wie vor ernst, sagte er. Grund kündigte außerdem an, dass die BaFin nach Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie IDD in deutsches Recht im Februar Kriterien entwickeln werde, ab welcher Höhe Provisionen missbräuchlich seien. Das Interesse britischer Versicherer an einem Umzug nach Deutschland ist bislang verhalten.











