Exklusiv Die Verhandlungen zwischen dem US-Makler Gallagher und den Eignern des britischen Konsolidierers PIB waren eigentlich weit gediehen. Doch vor vier Wochen hieß es plötzlich, die Verkaufsgespräche seien geplatzt. Jetzt die Rolle rückwärts: Wie der Versicherungsmonitor erfuhr, kauft Gallagher den von Brendan McManus aufgebauten Makler PIB doch. Den Amerikanern geht es vor allem um das britische Geschäft, aber auch auf Deutschland hat der Deal Auswirkungen.
Nachrichten
VIG will Marktführer in Moldau werden
Der österreichische Versicherer VIG will in Moldau Marktführer werden und hat deshalb ein Übernahmeangebot für den Versicherer Moldasig gemacht. Das Angebot gilt für 80 Prozent der Gesellschaft, Verkäufer ist der Staat Moldau. VIG ist ein guter Kandidat, denn der Versicherer ist bereits im Markt aktiv. Mit dem Verkauf an internationale Investoren will die Regierung die lokale Wirtschaft ankurbeln.
Marshberry mit eigenem Deutschland-Team
Exklusiv Der auf Maklerverkäufe spezialisierte Berater Marshberry verfügt jetzt über ein eigenes Team für den deutschen Markt: Fabian Seul ist als Managing Director (Bild), David Kuprasch-Sras als Partner und Fabian Tröppner als Associate Partner vom Berater EY-Parthenon zu dem US-Unternehmen gestoßen. Seit 2023 ist bereits der ehemalige Lloyd’s-Hauptbevollmächtigte Jan Blumenthal an Bord. Seul und Europa-Direktor Armand Hoftijzer zeigen sich im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor optimistisch, dass die Konsolidierungswelle im Maklermarkt weitergeht.
KI-Verordnung der EU: Viel Arbeit und viel Unsicherheit
Dossier – KI in der Praxis Es ist selten, dass Versicherer sich über eine neue Regulierung freuen. Den EU-AI-Act aber begrüßen viele. Die Verordnung zwingt sie, sich einen Überblick über KI-Anwendungen im Unternehmen zu verschaffen. Sie müssen deren Risiko bewerten und eine Strategie zum Umgang mit ihnen entwickeln. Viele Fragen sind aber noch offen. So auch die, ob die Regulierung ein Wettbewerbsnachteil ist. Denn derzeit reglementiert kein anderer Wirtschaftsraum den Einsatz von KI so stark wie die Europäische Union.
Wie sich Versicherer bei Cyberschäden strafbar machen
Bei Ransomwareangriffen können sich auch die Opfer und deren Versicherer strafbar machen. Das mag dem Gerechtigkeitssinn womöglich widersprechen, ist aber wegen einer ungenauen Rechtslage doch möglich, sagte Oberstaatsanwältin Miriam Margerie bei einer Fachveranstaltung in Köln. Ihrer Meinung nach sollten sich Versicherer der Gefahr bewusst sein – und selbst eine größere Rolle in der Verhinderung von Cyberkriminalität spielen.
Swiss Re: Viele Probleme, mehr Gewinn
Trotz eines turbulenten Jahresauftakts konnte der Rückversicherer Swiss Re seinen Konzernüberschuss im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres steigern und damit die Erwartungen der Analysten übertreffen. Allerdings musste die Gruppe im versicherungstechnischen Ergebnis Rückgänge hinnehmen. Auch die Nachreservierung im US-Haftpflichtgeschäft wirkt noch nach. Laut Swiss Re ist die Gewinnsteigerung auf die disziplinierte Zeichnungspolitik, günstige Investitions- und Steuereffekte sowie höhere Kapitalerträge zurückzuführen.
Ein Bündel von Versicherungen gegen KI-Risiken
Produktentwicklungen, bei denen künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt wird, stellen Industrieunternehmen vor neue Haftungsfragen. Wie Siemens Energy damit umgeht und welche Risiken das Unternehmen gerne versichern möchte, aber nicht kann, erläuterte Katja Breitinger, Senior Insurance Managerin bei dem Unternehmen, in einer Online-Veranstaltung. Neue gesetzliche Regelungen werden die Lage in Zukunft sogar noch verschärfen.
Delvag deutlich profitabler
Die Delvag, der konzerneigene Versicherer der Lufthansa-Gruppe, hat im vergangenen Jahr von einem günstigeren Schadenverlauf profitiert und konnte seine Schaden- und Kostenquote wieder deutlich unter 100 Prozent bringen. Den Großteil des Gewinns steuerte die Vermittlertochter Albatros bei. Von dem 2023 erwogenen Verkauf ihrer Versicherungstöchter hat sich die Lufthansa inzwischen wieder verabschiedet.
Nürnberger Brotsuppe
Herbert Frommes Kolumne Die Nürnberger Versicherung serviert ihren Aktionären dünne Kost. Die Dividende für das Jahr 2024 beträgt lediglich 14 Cent, im Vorjahr waren es noch 3,50 Euro. In der Schadenversicherung erwartet die Gesellschaft zwei weitere Verlustjahre. Dennoch erhielt der Vorstand bei der Hauptversammlung am 14. Mai 2025 starke Unterstützung durch die Aktionäre. Ein wichtiger Grund: Er redet offenbar auch mit möglichen Kandidaten für eine Fusion oder einen Verkauf.
Die Woche in Bildern 20/2025
Woche in Bildern Der Großbrand in einem Schulzentrum im Kreis Mettmann, das umfunktionierte, stillgelegte Kohlekraftwerk in Südafrika, der diesjährige Hamburger Hafengeburtstag, der Protest der Commerzbank-Mitarbeitenden im Asterix-und-Obelix-Kostüm und der Pegel-Tiefstand des Rheins beim Mäuseturm in Bingen: In unserer Woche in Bildern stellen wir Eindrücke der vergangenen sieben Tage zusammen.
Mobilitätverhalten ändert sich nur schleppend
Die Kfz-Versicherer müssen sich darauf einstellen, dass ihr Geschäft künftig nicht mehr in dem Maße wächst wie in den vergangenen Jahrzehnten. Weil die Mobilitätswende aber nur langsam voranschreitet, sind drastische Veränderungen zumindest bislang ausgeblieben. Grund zur Entwarnung ist das aber nicht – das wurde bei einer Fachveranstaltung der Hannover Rück-Tochter E+S deutlich.
Das sind die Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht
Die Finanzaufsicht BaFin will bei Versicherern in diesem Jahr auf vier Bereiche ein besonders scharfes Auge werfen: Risiken alternativer Kapitalanlagen, künstliche Intelligenz, das Wohlverhalten und den Bürokratieabbau. Das betonte Versicherungsaufseherin Julia Wiens auf einer Veranstaltung in Düsseldorf. Geopolitische Unruhen spielen dabei zwar eine wichtige Rolle, stellen aus Sicht der BaFin aber kein eigenständiges Risiko dar.
Fast jedes zweite Unternehmen ist cyberversichert
Der Cyberversicherungsmarkt wächst längst nicht mehr so stark wie noch vor ein paar Jahren, während die Gefahr durch Angriffe stetig steigt. An der Nachfrage liegt die abflachende Entwicklung in dieser Sparte nicht, zeigt ein Report des ZEW Mannheim. Demnach hat aktuell fast jedes zweite Unternehmen eine Cyberversicherung abgeschlossen. Ein weiteres Fünftel plant, bald zu dieser Gruppe zu stoßen.












