Für größere Mittelständler mit einem Umsatz bis 3 Mio. Euro gibt es auf dem deutschen Cybermarkt zurzeit keine Kapazitätsnöte, berichtete der Cyber-Experte Sven Erichsen auf der MCC-Konferenz zur Industrieversicherung. Für große Konzerne sei es schwieriger, aber auch hier sei es leichter geworden, die nötige Deckung zusammenzustellen. Der Cyber-Markt wächst laut Erichsen weiter stark und könnte in den kommenden zwei bis drei Jahren die Milliardengrenze knacken.
Nachrichten
Gefahr durch politische Unruhen wächst
Die Nachfrage nach einer Absicherung gegen die wirtschaftlichen Folgen von politischen Unruhen steigt bei den Unternehmen, insbesondere bei solchen, die in mehreren Ländern tätig sind. Da in diesem Jahr rund die Hälfte der Wahlbevölkerung zu Wahlen aufgerufen ist, die in vielen Fällen mit einer Polarisierung der Gesellschaft verbunden ist, steigt die Gefahr weiterer Unruhen, warnt Allianz Commercial in einem neuen Report. Auch das Thema Umwelt und Klima werde zu größeren Störungen führen, erwarten die Experten.
Kfz-Versicherern drohen Milliardenverluste
Die deutschen Autoversicherer werden in diesem Jahr einen Verlust von bis zu 2 Mrd. Euro machen, erwartet der Versichererverband GDV. Schon 2023 waren die Anbieter mit einem Minus von 3 Mrd. Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Schuld sind laut GDV die steigenden Reparaturkosten. Kapitalerträge können den Kfz-Versicherern wohl nur bedingt helfen, die Verluste auszugleichen. Experten drängen auf steigende Preise für Kfz-Policen.
IWF warnt vor Cyberrisiken für Finanzsektor
Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht angesichts der voranschreitenden Digitalisierung und zunehmender politischer Spannungen ein gestiegenes Risiko für Cyberattacken auf den Finanzsektor mit systemischen Folgen. In seinem aktuellen Bericht zur Finanzstabilität beschäftigt er sich mit den potenziellen Schäden und macht Vorschläge für mehr Resilienz. Gerade bei Entwicklungs- und Schwellenländern sieht er Handlungsbedarf.
Rückversicherer mit starkem Geschäftsjahr
Die globalen Rückversicherer haben ein finanziell starkes Jahr 2023 hinter sich. Das zeigt sich laut einer aktuellen Analyse des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re insbesondere durch ein Rückversicherungskapital in Rekordhöhe und eine verbesserte Schaden- und Kostenquote. Dank des guten Geschäftsjahrs hat die Branche die schwächeren Ergebnisse der Vorjahre wettmachen können. Das Prämienvolumen wächst dagegen immer langsamer.
Zurich wildert bei Marsh
Leute – Aktuelle Personalien Die Zurich Gruppe Deutschland schnappt sich Bastian Manstein von Marsh und ernennt ihn zum Head of Claims Commercial. Außerdem: Dual Deutschland hat seit dem 1. April offiziell einen neuen Chef, MSIG Insurance Europe schafft eine neue Position im Underwriting, und bei Aon Wealth Solutions gibt es Veränderungen in der Geschäftsführung. WTW verstärkt sich im Geschäftsbereich Corporate Risk and Broking und Blau Direkt im Bereich Customer Care.
HUK-Coburg mit Rekordverlust bei Kfz
Die HUK-Coburg, Marktführer in der deutschen Kfz-Versicherung, ist im vergangenen Jahr bei Umsatz und Gewinn deutlich gewachsen. Dramatisch ist die Lage allerdings in der Kfz-Sparte, in der das Unternehmen eine Schaden- und Kostenquote von mehr als 113 Prozent ausweist. Der Versicherer hat die Preise in den vergangenen Jahren erhöht und rechnet mit erneutem Anpassungsbedarf in den kommenden Jahren. Die Probleme in der Schadenbearbeitung habe man inzwischen im Griff, betonte Vorstandschef Klaus-Jürgen Heitmann.
Hypoport bringt Ordnung ins Versicherungsgeschäft
Der Technologieanbieter Hypoport zieht eine positive Bilanz für das Versicherungsgeschäft im vergangenen Jahr. 2023 erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 65 Mio. Euro. Außerdem gibt es sich im Bereich Versicherungen eine neue Struktur. Künftig werden die mittlerweile neun Gesellschaften einem von drei Teilsegmenten unter dem Dach einer Anfang 2024 gestarteten Zwischenholding namens Hypoport Insurtech zugeordnet. Hypoport hatte zuletzt vor allem mit seiner digitalen Plattform für Industrieversicherungsrisiken Corify für Schlagzeilen gesorgt.
Talanx/HDI verlieren Targo als Partner
Exklusiv Die französische Bankengruppe Crédit Mutuel expandiert mit ihrem Versicherer Assurances du Crédit Mutuel nach Deutschland. Deshalb beendet die Bank die Zusammenarbeit ihrer deutschen Tochter Targobank mit dem Talanx-Konzern. Dabei geht es vor allem um die Restschuldversicherung, auch Kreditlebensversicherung genannt. Es steht ein Geschäftsvolumen im Milliardenbereich auf dem Spiel.
Schaden- und Unfallgeschäft beflügelt Vertreter
Versicherungsvertreter konnten zwischen 2020 bis 2023 vor allem in den SUHK-Sparten (Sach, Haftpflicht, Unfall und Kfz) wachsen. In der Lebensversicherung herrschte Stagnation, in der Krankensparte ging es nur leicht aufwärts. Zu diesen Ergebnissen kommt die Beratungsfirma Sirius Campus in einer Umfrage unter 6.000 Inhabern von Versicherungsagenturen. Zwischen den Ausschließlichkeitsorganisationen der einzelnen Versicherer gibt es allerdings gewaltige Unterschiede. Einige konnten ihre Position während der Pandemie nicht halten.









