Die privaten Krankenversicherer (PKV) fordern die Bundestagsabgeordneten auf, für einen größeren Anteil der Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung zu sorgen. Der PKV-Verband nimmt eine Debatte im Bundestag zum Anlass, erneut auf die Vorteile der Finanzierung mit Alterungsrückstellungen hinzuweisen. Die Privaten unterstützen einen Antrag der FDP-Fraktion, die sich für mehr private Vorsorge in der Pflege ausspricht. Keinen Gefallen finden sie erwartungsgemäß an dem Vorschlag der Linken, langfristig die private Pflegepflichtversicherung in die gesetzliche Pflegeversicherung zu integrieren. Die Behauptung der Partei, die Privatversicherten hätten ein geringeres Pflegerisiko, bezeichnete der Verband als falsch.
Nachrichten
Allianz meldet Rekordergebnis
Der Allianz-Konzern hat 2018 zur Zufriedenheit des Vorstandsvorsitzenden Oliver Bäte einen Rekordgewinn erzielt. Das operative Ergebnis stieg um 3,7 Prozent auf 11,5 Mrd. Euro. Vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung legte der Konzern zu, während er in der Lebensversicherung wegen der wackelnden Kapitalmärkte einen Gewinnrückgang hinnehmen musste. Die Aktionäre erhalten eine höhere Dividende, außerdem gibt der Versicherer bis zu 1,5 Mrd. Euro für ein Aktienrückkaufprogramm aus.
Studie: Falsche Prioritäten bei der Risikoeinschätzung
Gesundheits- und Sicherheitsvorfälle sind der führende finanzielle Verlusttreiber für Unternehmen weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Business Continuity Institute und der British Standards Institution (BSI). Demnach entstanden den Firmen im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von fast 2 Mrd. Dollar, etwa weil sie mit Bakterien verseuchte Lebensmittel auf den Markt gebracht hatten. Die Schäden sind weit höher als die durch IT-Ausfälle und Cyberangriffe. Dennoch sorgen sich Unternehmen vor allem um diese Gefahren. Das BSI rät Konzernen, sich nicht nur auf die großen spektakulären Risiken zu konzentrieren.
Aon holt Willis-Manager für Kölner Büro
Leute – Aktuelle Personalien Ralph von Wachtmeister leitet ab April die neue Kölner Niederlassung des Maklers Aon. Er kommt vom Konkurrenten Willis Towers Watson, ebenso wie zwei neue Key Account Manager. Außerdem: Der Digitalversicherer Friday erweitert sein Führungsteam. Dennis Froneberg ist neuer Leiter des europäischen M&A-Geschäfts bei AIG. David Fisher verstärkt den niederländischen Betrugsbekämpfungsspezialisten Friss. Kyle Bryant ist beim Industrieversicherer Chubb künftig für die Sparte Financial Lines in Kontinentaleuropa zuständig. Und: Aon hat seinen langjährigen Manager Lambros Lambrou zum weltweiten Chef der Sparte Commercial Risk Solutions ernannt.
Bürgerbewegung warnt vor „Kreditfalle“
Wie Testkäufe zeigen, agieren Banken bei der Vergabe von Ratenkrediten und Restschuldversicherungen in vielen Fällen nicht im besten Interesse der Kunden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag der Bürgerbewegung Finanzwende unter Leitung des früheren Finanzexperten der Grünen im Bundestag Gerhard Schick. Der Vertrieb der Policen sei intransparent und finde teils unter Druck statt, ohne dass ein entsprechender Bedarf abgeklopft wird. Außerdem trieben die Verträge die Kreditzinsen auf bis zu 25 Prozent der Kreditsumme, bemängelt er. Die Autoren sehen auch Gesetzesverstöße. Aktuell warten Beobachter auf den Referentenentwurf für einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung und der Restschuldversicherung, den die Bundesregierung […]
Friendsurance wächst in Bancassurance
Der Peer-to-Peer-Makler Friendsurance steht vor weiteren Kooperationen im Bancassurance-Bereich. Das berichtete der Geschäftsführer Sebastian Herfurth auf einer Konferenz in Berlin. Erstmals steht eine Partnerschaft mit einem Ausschließlichkeitsvertrieb bevor, es geht um die Vertriebsorganisation eines der fünf größten Finanzunternehmen Deutschlands. Den Namen wollte Herfurth nicht nennen. Friendsurance ist im Bancassurance-Bereich als White Label-Anbieter unterwegs. Vergangenes Jahr hat die Firma mit einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank für Schlagzeilen gesorgt. Für die Analyse der Versicherungssituation von Kunden bietet Friendsurance eine Auswertung ihres Bankkontos an.
GDV kritisiert Intransparenz bei Vergleichsportalen
Nachdem das Bundeskartellamt Online-Vergleichsportalen Ende 2018 Verstöße gegen das Verbraucherrecht und Transparenzdefizite vorgeworfen hatte, legt jetzt der Versichererverband GDV nach. Der Verband fordert in einem Positionspapier unter anderem ein Verbot der sogenannten Bestpreis-Klauseln. Zudem sollten die Portale genauer darlegen, nach welchen Kriterien ihre Rankings zustandekommen und mit welchen Anbietern sie kooperieren. Der GDV ist der Ansicht, dass die Vergleiche nicht objektiv und unabhängig erfolgen, sondern zu stark von finanziellen Interessen der Portalbetreiber abhängen.
Aon: Schulterschluss bei Cyber suchen
Der Großmakler Aon rät Unternehmen beim Schutz vor Cyberangriffen zu mehr Zusammenarbeit. Obwohl Offenheit im Umgang mit Cyber-Sicherheitsmaßnahmen auf den ersten Blick kontraproduktiv wirkt, kann genau das die Firmen entscheidend weiterbringen, schreibt Aon in einem aktuellen Cyber-Bericht. Im vergangenen Jahr zahlte sich ein proaktiver Umgang mit den Cybergefahren für Unternehmen bereits aus, bestätigt der Makler.
S&P: Wer sich nicht verändert, fällt zurück
Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) warnt die europäischen Versicherer in einem neuen Bericht davor, sich nicht auf die technologischen Neuerungen einzulassen. Wer in Zukunft erfolgreich sein wolle, müsse auf die veränderten Kundenbedürfnisse eingehen. Dabei haben die Versicherer das Glück, dass die Insurtechs bislang nicht disruptiv wirken, sondern eher das Angebot der traditionellen Versicherer ergänzen. Für das Risiko eines ökonomischen Abschwungs sieht S&P die Versicherer besser gerüstet als zu Beginn der letzten Krise 2008.








