Die französische Axa will ihren Industrieversicherer XL besser vor kostspieligen Naturkatastrophenschäden schützen. Dazu hat der Konzern unter Führung von Thomas Buberl das Exposure in diesem Bereich runtergefahren und mehr Rückversicherungsschutz eingekauft. Damit geht aber auch eine Reduzierung der Gewinnprognose einher: Statt 1,4 Mrd. Euro traut Axa der Tochter in diesem Jahr nur noch ein bereinigtes Ergebnis von 1,2 Mrd. Euro zu. Ein neuer Chef für Axa XL soll die Tochter auf Profitabilität trimmen.
Rückversicherer
Erneuerungsrunde ohne Trends
Viele Rückversicherer reden von der Trendwende bei den Preisen, die dringend kommen müsse. Nach Einschätzung der Ratingagentur A.M. Best müssten dazu erst 200 Mrd. Dollar Kapital aus den Bilanzen der 50 größten Rückversicherer abfließen. Bei der Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2020 habe es nicht nur keine Trendwende gegeben, sondern überhaupt keine einheitliche Entwicklung, erklärt Angela Yeo, Senior Director Analytics, bei einer Veranstaltung in Köln.
Fitch: Wie Lebengeschäft Rückversicherern hilft
Die europäischen Rückversicherer Swiss Re, Munich Re, Scor und Hannover Rück haben vor allem deswegen so eine starke Position im Markt, weil sie nicht nur im Schaden- und Unfallbereich, sondern auch in der Lebens- und Krankenrückversicherung tätig sind, glaubt die Ratingagentur Fitch. Dadurch sparen sie Eigenkapital, verringern die Volatilität ihrer Erträge und erschließen sich neue Kundenkreise. Bei den Wachstumsaussichten der Sparte ist Fitch optimistischer als der Konkurrent A.M. Best.
M&A-Aktivität auf Vier-Jahres-Hoch
Weltweit gab es im vergangenen Jahr 419 Übernahmen und Fusionen in der Versicherungswirtschaft, berichtet die Anwaltskanzlei Clyde & Co. Das waren zehn Prozent mehr als 2018 und der höchste Wert der vergangenen vier Jahre. Befeuert wurde das Plus durch deutlich mehr Deals in Europa im ersten Halbjahr 2019. 2020 wird die Aktivität leicht zurückgehen, aber hoch bleiben, erwartet Clyde. Zu den Treibern gehören die Regulierung und der Wunsch nach technologischer Innovation.
Corona-Verdacht bei der Munich Re
Exklusiv Die Munich Re hat ihre 40.000 Mitarbeiter über einen Verdachtsfall auf eine Corona-Infektion unterrichtet. Der erste Test bei der betroffenen Person sei negativ gewesen, ausschließen könne man eine Infektion aber nur durch einen zweiten negativen Test am Ende der Inkubationszeit. Kolleginnen und Kollegen, die mit der betroffenen Person engeren Kontakt im Büro oder beim Mittagessen hatten, sollen von zuhause arbeiten. In dem Unternehmen wird spekuliert, dass ein privater Kontakt zu einem betroffenen Mitarbeiter des Fahrzeugzulieferers Webasto Auslöser der Vorsichtsmaßnahme sein könnte.
VIG Re: Keine Abenteuer in der Rückversicherung
Viele Rückversicherer betrachten Cyberversicherungen als großes Wachstumsfeld. Johannes Martin Hartmann, Chef des zur Vienna Insurance Group gehörenden Rückversicherers VIG Re, rät allerdings zur Vorsicht. Besonders sogenannte Silent Cyber-Risiken, die in Policen wie Sachversicherungen schlummern, seien noch schwer zu kalkulieren, warnte er beim Rückversicherungs-Dinner der Süddeutschen Zeitung in Hamburg. Auf Cyber zu vertrauen, sei ein Fehler. Andere Experten halten aber gerade eine Zurückhaltung bei Cyberversicherungen für einen Fehler.
Covéa bietet 9 Mrd. Dollar für Partner Re
In der Rückversicherungsbranche wird über eine Milliarden-Übernahme verhandelt: Der französische Versicherer Covéa will den Bermuda-Rückversicherer Partner Re für 9 Mrd. Dollar (8,2 Mrd. Euro) kaufen. Der Versicherungsverein will damit das Geschäft global stärker diversifizieren. Im vergangenen Jahr war Covéa-Chef Thierry Derez noch mit dem Versuch gescheitert, den Rückversicherer Scor zu übernehmen. Derzeitiger Eigentümer von Partner Re ist die Exor-Holding der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli.
Scor hält sich bei Erneuerung zurück
Der französische Rückversicherer Scor klagt über zu geringe Preise. In der jüngsten Erneuerungsrunde in der Rückversicherung hat er sich deshalb zurückgehalten und auf Geschäft verzichtet, besonders in den USA und China. Die Prämieneinnahmen des Unternehmens sind 2019 dagegen stark gestiegen. Der Rechtsstreit mit dem französischen Versicherer Covéa und dessen Berater Barclays um die abgewehrten Übernahmepläne geht unterdessen weiter.
Talanx meldet deutlich höheren Gewinn
Einen Tag nach ihrer Rückversicherungstochter Hannover Rück hat die Talanx vorläufige Zahlen für 2019 veröffentlicht. Sie geht von einem deutlich höheren Gewinn als im Vorjahr aus, bei den Beitragseinnahmen rechnet sie mit einem Plus von 13 Prozent. Alle Geschäftsbereiche inklusive der Industrieversicherung lieferten einen Gewinnbeitrag ab. Die Sanierung der schadenbelasteten Feuersparte zeigt Wirkung, das selbstgesteckte Ziel bei der Schaden- und Kostenquote ist aber noch nicht erreicht.
Athora erhält 1,8 Mrd. Euro neues Eigenkapital
Der auf Bermuda ansässige Abwicklungsspezialist Athora hat 1,8 Mrd. Euro zusätzliches Eigenkapital eingeworben. Ein großer Teil kommt von den bestehenden Gesellschaftern, allen voran den US-Unternehmen Athene und Apollo. Mit dem frischen Geld will Athora die Expansion in Europa voranbringen. In Deutschland ist der Abwickler bereits aktiv.
Hannover Rück steigert Preise um 2,3 Prozent
Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück zeigt sich mit der Vertragserneuerungsrunde in der Schadenrückversicherung zum Jahresauftakt zufrieden. Bei der Erneuerung gelang ein durchschnittlicher Preisanstieg von 2,3 Prozent, das Beitragsvolumen legte um 14 Prozent zu. Im Naturkatastrophengeschäft blieben die Konditionen stabil. Hannover Rück legte auch vorläufige Zahlen für 2019 vor. Während das Unternehmen den eigenen Anspruch beim Gewinn übertrifft, ist das bei der Schaden- und Kostenquote nicht der Fall.
Assekurata: Klare Definition von neuer Klassik
Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen und neuen Solvency II-Anforderungen haben Lebensversicherer vor einigen Jahren sogenannte neue Klassik-Policen auf den Markt gebracht. Bisher fehlt es jedoch an einer eindeutigen Abgrenzung zwischen der alten und neuen Klassik in der Lebensversicherung, moniert Assekurata. Das muss sich ändern, denn für Kunden wird der Altersvorsorgemarkt so nur noch unübersichtlicher.
Scor startet verhaltensbasiertes Angebot
Der Rückversicherer Scor sucht in Europa nach Partnern für seine Goodlife App, die in Asien bereits gestartet ist. Kunden, die sich genügend bewegen, sollen damit günstigere Lebensversicherungen und Gutscheine erhalten. Dabei setzt Scor auf die Idee, dass Bewegung jung hält. Das Angebot folgt einem Branchentrend.
Wenhart geht zu Finanzchef24
Leute – Aktuelle Personalien Tobias Wenhart (Foto), bislang Director Underwriting bei Hiscox in Deutschland, wechselt im Februar zum Start-up Finanzchef24. Wenhart wird gemeinsam mit Benjamin Papo das Unternehmen führen. Außerdem: Die Gothaer erklärt das Thema Nachhaltigkeit zur Chefsache. Der Unternehmensberater Bain & Company hat einen neuen Leiter der Praxisgruppe Financial Services in Europa, dem Nahen Osten und Afrika ernannt. Der Mailänder IT-Dienstleister RGI braucht einen neuen Chef. Der Rückversicherer Trans Re hat sein Underwriting-Team ordentlich durchgemischt, und bei Aspen gibt es ab Februar einen neuen Chef-Aktuar.
Schwellenländer zeigen, wie es geht
Von Digitalisierung und verstärkter Datennutzung profitieren sowohl die Versicherer als auch ihre Kunden, das ist die Kernthese der neuen Sigma-Studie des Swiss Re Institute. Die Vielzahl an Informationen, die Versicherern über ihre Kunden zur Verfügung stehen, können sie für maßgeschneiderte Angebote nutzen – und um empathischer zu wirken. Schwellenländer sind die Vorreiter bei der Umsetzung datengestützter Geschäftsmodelle.













