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ALH sieht Zinswende positiv

Der Konzern Alte Leipziger-Hallesche, auch ALH-Gruppe genannt, blickt optimistisch auf die Konsequenzen der Zinswende. Die positiven Folgen für das Unternehmen würden die negativen überwiegen, sagte Finanzvorstand Martin Rohm bei der Präsentation der Ergebnisse für das vergangene Jahr. Ähnlich wie Mitbewerber hat der Versicherer aus Oberursel in den Kapitalanlagen aufgeräumt und stille Lasten realisiert. In der Sparte Krankenversicherung verzeichnete der Versicherer ein Rekordergebnis, warnt aber auch vor Beitragserhöhungen.

Schiff bringt US-Brücke zum Einsturz

In Baltimore im US-Staat Maryland ist in der Nacht zum Dienstag eine wichtige Brücke über den Fluss Patapsco eingestürzt. Ursache war das Containerschiff „Dali“, das einen der Brückenpfeiler gerammt hatte. Bislang sollen rund 20 Menschen vermisst sein. Auf die Transportversicherung kommt möglicherweise ein dreistelliger Millionenschaden zu. Haftpflichtversicherer des Schiffes ist Britannia P&I, der älteste P&I-Club der Welt.

Bei der Personalgewinnung ist Flexibilität gefragt

 Analyse  Der Fachkräftemangel stellt die Personalabteilungen der Versicherer vor ungeahnte Anforderungen. In manchen Unternehmen werden sie deshalb ganz neu aufgestellt und mit jüngeren Mitarbeitenden besetzt, die sich mit aktivem Recruiting über die sozialen Medien auskennen. Dabei ist eine individuelle Ansprache gefragt. Auch wenn ein neuer Mitarbeiter erfolgreich gewonnen ist, hört die Arbeit der Abteilungen noch längst nicht auf.

LBBW: PFAS teurer als Asbest

Schadenersatz-Forderungen wegen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) könnten die Versicherer weltweit noch teurer zu stehen kommen als der Asbest-Skandal. Davor warnt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einer aktuellen Analyse. Besonders gefährdet seien Gesellschaften mit viel US- sowie Schaden- und Unfallgeschäft, allen voran Rückversicherer. Erst kürzlich war eine PFAS-Klage des Chemieriesen BASF gegen seine Haftpflichtversicherer in den USA bekannt geworden. Europäische Versicherer sind gegen das Risiko noch unzureichend geschützt, warnt die LBBW.

Apollo und Munich Re versichern Schiffe im Bau

Der Londoner Spezialist Apollo, der Rückversicherer Munich Re und der Industrieversicherer Tokio Marine werden künftig gemeinsam Schiffbaumaterial und im Bau befindliche Schiffe versichern. Das Konsortium hat jetzt seine Arbeit aufgenommen. Es bietet eine Kapazität von bis zu 75 Mio. Dollar pro Schiff.

M&A-Aktivitäten auf Rekordhöhe

In der europäischen Versicherungsbranche gab es im Jahr 2023 ein Rekordvolumen an Fusionen und Übernahmen, kurz M&A (Mergers & Acquisitions). Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens FTI Consulting. Spitzenreiter in Europa sind Großbritannien und Irland. Die meisten M&A-Aktivitäten sind laut der Studie auf die Maklerkonsolidierung zurückzuführen.

Ostern und Zahlen

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Jahrespressegespräch der Alten Leipziger-Halleschen, Pressegespräch des GDV, Sigma-Studie von Swiss Re, sowie Bilanzzahlen von W&W, Stuttgarter und Lloyd’s

Ommax: Nicht vor dem Wandel verschließen

Die fortschreitende Digitalisierung bringt neben Wachstumschancen für Versicherer auch höhere Erwartungen auf Kundenseite mit sich. Versicherer müssen verantwortungsvoller mit Kundendaten umgehen und der steigenden Nachfrage nach maßgeschneiderten Versicherungsprodukten Rechnung tragen, um am Markt bestehen zu können, glaubt die Digitalisierungsberatung Ommax. Neue regulatorische Vorgaben durch den Digital Operational Resilience Act oder den AI-Act der EU erfordern zudem technische Anpassungen, strengere Sicherheitstests sowie ein verbessertes Risikomanagement.

DVAG: Umsatz steigt, Vertreterzahl sinkt

Der größte deutsche Strukturvertrieb DVAG meldet kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die Zahl der Vertreter geht seit zwei Jahren leicht zurück. Trotzdem stiegen Umsatz und Gewinn 2023 deutlich. Das liegt auch an der Art und Weise, wie die DVAG mit Bestandsprovisionen umgeht – sie behält sie vollständig ein, die Vermittler gehen leer aus.

KI: Vom Trend zur Anwendung

Immer mehr Versicherer wenden künstliche Intelligenz (KI) an, insbesondere die generative KI. Während die Technologie stetig reift, ist die Branche auch immer besser für die Risiken gerüstet, die daraus erwachsen. Zu diesem Schluss kommen die Munich Re und ihre Tochter Ergo in ihrem aktuellen Tech Trend Radar. Darin widmen sich die Unternehmen sämtlichen technologischen Trends, neben dem Dauerbrenner KI zum Beispiel auch in den Bereichen Gesundheit und Cyber.

Munich Re verändert Aufsichtsrat

 Leute – Aktuelle Personalien   Die Munich Re will zwei Größen der deutschen Wirtschaft in den Aufsichtsrat holen: Siemens-Konzernchef Roland Busch und der ehemalige Bundesbank-Präsident Jens Weidmann (Bild) sollen auf der Hauptversammlung am 25. April in das Kontrollgremium gewählt werden. Außerdem: Der Kreditversicherer BNP Paribas Cardif nimmt Veränderungen an der Geschäftsleitung vor, das Insurtech Cytora erweitert seinen globalen Beirat, und der Spezial-Industrieversicherer HDI Global rüstetet in der kanadischen Niederlassung personell auf.

Talanx setzt sich neue Ziele

Der Hannoveraner Versicherungskonzern Talanx hebt sein Gewinnziel für 2025 an. Statt 1,6 Mrd. Euro will der Versicherer im nächsten Jahr 1,9 Mrd. Euro verdienen. Nach einem Rekordergebnis von rund 1,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr will der Konzern auch die Dividende deutlich anheben. Talanx profitierte von der guten Entwicklung in der Industrie- und Rückversicherung und im internationalen Geschäft. In Deutschland ist der Versicherer dabei, Rückstände in der Kfz-Versicherung abzubauen.

GDV: „Es ist keine Rocket-Science“

Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) hält die deutschen Informationssysteme zu Naturgefahren für unzureichend. Er fordert den Aufbau eines umfassenden Naturgefahrenportals durch den Deutschen Wetterdienst. Als Vorbild soll das österreichische Portal Hora dienen, das kostenlos und für jeden Bürger online nutzbar ist. Um ein deutsches Pendant zu schaffen, müssen laut GDV die bei den Kommunen vorhandenen Daten gebündelt werden.

GDV wettert gegen Rentenpaket II

Die deutschen Versicherer haben am Rentenpaket II einiges auszusetzen. Die Folgekosten für den Staatshaushalt und die Belastungen für jüngere Generationen seien gewaltig, kritisierte GDV-Präsident Norbert Rollinger (Bild) beim Insurance Summit in Berlin. Es brauche neue Impulse für private und betriebliche Vorsorge. Der GDV plädiert für ein Opt-out bei Betriebsrenten, ist aber gegen eine Pflicht. Staatssekretär Rolf Schmachtenberg nannte Details des Betriebsrentenstärkungsgesetzes, das bald als Entwurf vorliegen und vor allem dem Sozialpartnermodell neuen Aufwind verleihen soll.

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