Psychische Erkrankungen gewinnen als Ursache für Berufsunfähigkeit (BU) immer stärker an Bedeutung. Bei der Debeka Lebensversicherung war im Jahr 2022 fast die Hälfte aller neuen Leistungsfälle auf eine solche Erkrankung zurückzuführen. Das war so viel wie noch nie zuvor. Nach der Auswertung hat sich die Zahl der Berufsunfähigkeitsfälle aufgrund von Covid-19 deutlich erhöht – allerdings auf einem nach wie vor sehr niedrigen Niveau.
Versicherer
Aufsicht, Makler, Übernahmen: Der Rückblick auf 2023 Teil 2
Das von der EU geplante Provisionsverbot kann die Branche abwehren, gegen das starke Interesse der Aufsicht an der IT und entsprechende Maßnahmen ist sie machtlos. Auch in den Monaten Mai bis August 2023 sorgten viele Ereignisse für Gesprächsstoff – NZIA, Allianz, GGW und Axa, um nur einige Stichworte zu nennen. Hier der zweite Teil unseres dreiteiligen Jahresrückblicks.
Erste Schätzung: Sturm „Zoltan“ kostet 200 Mio. Euro
Die Aktuare von Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) haben sich mit einer Schadenschätzung für den Sturm „Zoltan“ nach vorne gewagt. Er habe versicherte Schäden von rund 200 Mio. Euro verursacht, schreiben sie. Das sei nicht ungewöhnlich für einen Wintersturm. Die gesamten Schäden der deutschen Versicherer aus Naturgefahren belaufen sich damit auf leicht unterdurchschnittliche 4 Mrd. Euro, teilt Geschäftsführer Onnen Siems mit. MSK nennt auch Einzelheiten zu den meteorologischen Gründen für den Sturm.
Das bewegte Jahr: Der Rückblick auf 2023 Teil 1
Ukrainekrieg, Nahostkrieg, Rezession, Haushaltskrise, Klimaschäden: Das Jahr 2023 hatte einiges zu bieten. Das gilt auch für die Versicherungswirtschaft. Sie ist von den globalen Ereignissen betroffen und hat außerdem noch ihre eigenen Baustellen. Die Zinswende gehört ebenso dazu wie die Inflation, mögliche Liquiditätsprobleme und der Fachkräftemangel. 2023 ist auch ein Jahr der Maklerfusionen und der politischen Entscheidungen über die Altersvorsorge. Hier der erste Teil unseres dreiteiligen Jahresrückblicks.
Börsenpläne von Aspen werden konkret
Die Pläne für einen Börsengang des Bermuda-Versicherers Aspen nehmen Gestalt an. Nachdem der Versicherer, der dem Finanzinvestor Apollo gehört, die Pläne vergangene Woche bestätigt hatte, hat er jetzt entsprechende Dokumente bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, darunter einen vorläufigen Prospekt. Der Versicherer betont darin die Erfolge der Umstrukturierungsmaßnahmen, die das Unternehmen seit der Übernahme durch Apollo durchlaufen hat. In diesem Jahr sind bereits die Bermuda-Gesellschaften Hamilton und Fidelis an die Börse gegangen.
Wochenspot: KI fällt über die Branche her
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Volontär Okan Mese (rechts) und Herausgeber Herbert Fromme über das Thema des Jahres: die künstliche Intelligenz (KI). Wie hat sie die Branche verändert und in welchen Bereichen kommt sie bereits zum Einsatz? Der technologische Fortschritt hat auch Auswirkungen auf die Erwartungshaltung von Kunden. Wie können Versicherer damit umgehen? Ganz neu: der KI-Rap von Okan Mese.
NN Life verkauft Risiken an Prudential und Swiss Re
Die niederländische NN Group gibt Langlebigkeitsrisiken aus Verträgen ihrer Lebensversicherungs-Tochter NN Life in Milliardenhöhe an die US-Gesellschaft Prudential Financial und Swiss Re. NN Life hatte die Bilanz bereits 2020 mit einem ähnlichen Rückversicherungsdeal erleichtert, der einem externen Run-off ähnelt. Zu den Käufern zählte auch damals schon die Swiss Re. Für Prudential ist es der erste Deal dieser Art in den Niederlanden.
Leasingfirma DAE einigt sich mit Aeroflot-Versicherer
Mehrere hundert Flugzeuge von Leasinggesellschaften sind seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine und den folgenden Sanktionen in Russland gestrandet. Mit der Dubai Aerospace Enterprise (DAE) hat sich nun ein weiteres Leasing-Unternehmen mit der Fluggesellschaft Aeroflot und ihrem Versicherer NSK geeinigt. DAE erhält rund 118 Mio. Dollar als Entschädigung für sieben Flugzeuge. DAE führt wie andere Leasinggesellschaften außerdem noch einen Prozess vor dem Londoner High Court gegen seine eigenen Versicherer.
Provinzial führt neues Vorstandressort ein
Leute – Aktuelle Personalien Der Provinzial-Konzern schreibt der Digitalisierung sowie den dadurch veränderten Kundenansprüchen eine große Bedeutung für den Wettbewerb zu. Deshalb hat der Versicherer nun ein neues Vorstandsressort gegründet. Künftig soll sich Nina Schmal (Bild) um hybride und digitale Geschäftsmodelle kümmern. Bei der Gothaer-Tochter Janitos musste der Vorstandschef gehen, und die Baloise hat eine weitere Nachfolgerin für Julia Wiens ernannt. Personelle Veränderungen gibt es auch beim Insurtech Hub Munich, der Schweizer Axa-Arag, bei Markel und Hamilton Re.
Mylife gewinnt HDI als Partner
Exklusiv Die HDI-Tochtergesellschaften im Geschäftsfeld Bancassurance und die Ideal-Tochter Mylife gehen eine Partnerschaft ein. Künftig können Bankangestellte und ihre Kunden zwischen tausenden von Fonds und ETFs im Lebensversicherungsmantel wählen und sie täglich anpassen. Offenbar kann die HDI Bancassurance mit Sitz in Hilden mit ihrer bisherigen IT das nicht darstellen, deshalb die Lösung mit Mylife in Göttingen. In dem neuen Konsortium hat HDI 80 Prozent des Geschäfts, Mylife 20 Prozent.
Diesel-Skandal kostet Versicherer über 1,5 Mrd. Euro
Der Versichererverband GDV hat Abschlusszahlen zu den Kosten des Diesel-Skandals für deutsche Rechtsschutzversicherer vorgelegt. Mit Aufwendungen von bisher 1,52 Mrd. Euro ist es der größte Schaden der Geschichte in der Sparte. Diese Summe wird noch etwas steigen, da nicht alle Fälle abgeschlossen sind. Der GDV erwartet jedoch nur noch marginale Veränderungen.
A.M. Best: Kfz- und Sachversicherer leiden weiter
Die US-Ratingagentur A.M. Best bewertet die Aussichten für die deutsche Schaden- und Unfallversicherung weiterhin negativ. Hauptgründe sind das gedämpfte Wachstum auf inflationsbereinigter Basis sowie die Belastung der versicherungstechnischen Rentabilität aufgrund der anhaltenden Teuerung bei der Regulierung von Schäden. Zudem trübt die möglicherweise weiter steigende Zahl von Naturkatastrophen die Aussichten. Dem gegenüber stehen laut Bericht aber ein guter Puffer bei der risikobereinigten Kapitalisierung, um Ertragsschwankungen auszugleichen, sowie eine ausgewogene Marktzusammensetzung mit profitablen Teilsegmenten.












