Eine Klage in den USA könnte die Schäden durch den Absturz der Air India-Maschine 171 im Juni noch weiter erhöhen. Vier Kläger werfen dem Flugzeughersteller Boeing sowie einem Zulieferer unter anderem grobe Fahrlässigkeit vor. Das ruft die Haftpflichtversicherer der beiden Unternehmen auf den Plan, zu denen die Allianz gehört. Auch D&O-Versicherer sollten den Fall beobachten.
Versicherer
Wiener: Präferenz für Aktivrente für alle
Deutschland befindet sich in einer Wachstumsschwäche, die nicht so schnell überwunden werden wird. Das sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und ehemalige GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener (Bild) auf einer Veranstaltung in Berlin. Die Regierung will mit einer Investitionsoffensive reagieren und zusätzliche Arbeitsanreize setzen durch eine Reform des Bürgergelds sowie die neue Aktivrente für Menschen im Rentenalter. Anders als aktuell vorgesehen, würde Wiener bevorzugen, dass die Aktivrente auch für Selbstständige gilt.
Autodiebstähle kosten Versicherer 293 Mio. Euro
Immer weniger Fahrzeugdiebstähle, jedoch steigende Kosten für die einzelnen Fälle – Autodiebstähle haben die deutschen Versicherer 2024 rund 293 Mio. Euro gekostet. Das meldet der Gesamtverband der Versicherer. Durchschnittlich kostete ein Autodiebstahl rund 20.700 Euro, vor zehn Jahren waren es noch etwa 14.500 Euro. Bei Kriminellen besonders beliebt sind Oberklassewagen und SUVs. Diebstahlhauptstadt bleibt Berlin.
Hohe Kündigungsraten bei Online-Policen
Bis zu 15 Prozent der Kunden kündigen ihre Versicherungsverträge direkt nach einer Beitragserhöhung – je nach Sparte. Besonders hoch sind die Kündigungsraten bei online abgeschlossenen Policen in der Kfz- und der Tierversicherung, wie das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen in einer aktuellen Studie herausfand. Versicherer sollten daher den Kontakt zu ihren Kunden intensivieren, Prämienerhöhungen klar begründen und Alternativen anbieten.
PKV: Kundenzufriedenheit wächst
Die privaten Krankenversicherer in Deutschland punkten derzeit bei ihren Kundinnen und Kunden, indem sie die Servicequalität verbessern und transparenter arbeiten. Das hat das Analysehaus Assekurata Solutions aus Köln in einer Umfrage herausgefunden. Dabei öffnet sich offenbar die Schere zwischen guten und weniger guten Anbietern weiter: Die Häuser, die in den Augen der Versicherten gut abschnitten, konnten weiter zulegen, die weniger guten wurden schlechter – und müssten aus Sicht der Analysten gegensteuern.
Swiss Re sieht großes Potenzial bei Abnehmspritzen
Der Rückversicherer Swiss Re prognostiziert in einer aktuellen Studie, dass Abnehmspritzen die Sterblichkeit in den kommenden zwei Jahrzehnten enorm senken könnten. Voraussetzung: Die Anwendung der Medikamente erfolgt breit und in Kombination mit Lebensstiländerungen. Hier sollten die Versicherer nach Einschätzung der Swiss Re eine aktive Rolle spielen.
Johannes Dick neuer Vorstand bei der Axa
Johannes Dick (Bild) übernimmt zum 1. November 2025 das Vorstandsressort People Experience bei der Axa Deutschland. Er wird Nachfolger von Sirka Laudon, die den Versicherer auf eigenen Wunsch verlässt. Außerdem: Dual Deutschland hat Gunnar Harlacher zum Head of M&A in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz ernannt. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei der Allianz in der Schweiz, bei Allianz Trade in Asien sowie bei Marsh in Österreich.
Convista mit neuem Managing Partner
Das IT-Beratungshaus Convista hat Julian Markopolsky zum Managing Partner für den Geschäftsbereich Versicherungen ernannt. Außerdem: Dual Europe hat einen Cyber-Experten von der Allianz geholt und zwei Mitarbeitende befördert. In der Ecclesia Pension & Benefits GmbH hat der Makler seine Vorsorgeeinheiten gebündelt, die künftig unter der Marke ecpension&benefits auftritt. Munich Re bekommt einen neuen Chef für das Afrika-Geschäft und der ehemalige Chief Digital Officer der Allianz verlässt den Aufsichtsrat von ICICI Prudential Life Insurance.
Funk: Trend zur Trennung von bAV und Risikopolicen
Immer häufiger trennen Firmen bei ihren Zusatzleistungen die Angebote der betrieblichen Altersversorgung (bAV) von Risikoversicherungen wie Todesfall- oder Invaliditätsschutz ab. Das hat eine Umfrage des Versicherungsmaklers Funk ergeben. Während früher die Altersleistungen mit anderen Risikoleistungen kombiniert waren, geht der Trend in Deutschland jetzt zur Abkopplung. Der Vorteil: Im Leistungsfall können Einkommensverluste besser aufgefangen werden. Verbreitet sind diese Angebote vor allem bei Firmen mit gehobenem Gehaltsniveau.
Barmenia Gothaer nach Marktanteil auf Rang neun
Der Zusammenschluss von Barmenia und Gothaer hat Auswirkungen auf die Rangliste der führenden Erstversicherer nach Marktanteil. Die Gesellschaft steigt mit 3,37 Prozent in die Top Ten auf und verdrängt die Signal Iduna auf Rang elf. Das zeigt die aktuelle Analyse der Marktanteile des Kölner Kivi-Instituts. Die unangefochtene Nummer eins mit einem Marktanteil von 17,39 Prozent bleibt die Allianz. Eine Änderung der Methodik trifft insbesondere die Talanx, die von Rang acht auf Rang zehn absteigt.
Stoïk stellt Deutschlandvertrieb unter Doppelspitze
Der Cyber-Assekuradeur Stoïk hat Jan Meurer zum Direktor Vertriebsmanagement ernannt. Damit hat der Deutschlandvertrieb nun eine Doppelspitze, zu der neben Meurer noch Daniel Berger gehört. Ziel ist es, die Bereiche Policen und Cybersicherheit enger zu verbinden. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei Liberty Specialty Markets, Axa XL, Allianz Technology und Hiscox.
Drei Frauen über Aufstieg, Verantwortung und Kultur
Drei Frauen in der obersten Führungsebene der Generali Deutschland – eine Konstellation, die in der von Männern geprägten Versicherungsbranche selten ist. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor sprechen (von links) Katrin Gruber, Melanie Kramp-Gerstner und Tamara Pagel über ihren Weg, die Bedeutung von Vorbildern und flexiblen Arbeitsmodellen, den Umgang mit Care-Arbeit, Nachwuchsgewinnung sowie sexuelle Belästigung. Veränderung kommt nicht nur durch Richtlinien, sondern vor allem durch Haltung und Unternehmenskultur.
D&O: Mehr Regulierung bedeutet nicht mehr Haftung
Die zunehmende Regulierungsdichte wird oft als Argument für steigende Risiken in der D&O-Versicherung genommen. Zu Unrecht, sagte Dirk Wegener, Versicherungschef der Deutschen Bank, auf dem Industrieversicherungs-Symposium des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW). Tatsächlich würden mehr Regeln das Haftungsrisiko eigentlich reduzieren, weil sie den Handlungsspielraum der Unternehmensleiter einengen. Vertreter von Versicherern wollten Wegeners Argument nicht folgen.












