Exklusiv Schwere Vorwürfe erhebt der Betriebsrat der Allianz Re in einem offenen Brief an Konzernchef Oliver Bäte. Das Management der Allianz Re unter Holger Tewes-Kampelmann soll die Arbeit des Gremiums massiv behindert haben, bis hin zum Versuch der Provokation körperlicher Auseinandersetzungen. Tewes-Kampelmann weist die Vorwürfe zurück. Arbeitsrechtler mahnen einen Kompromiss an.
Versicherer
Mehr Policen für wenig Geld
Menschen, die nur wenig verdienen, tun sich schwer, Versicherungen zu kaufen, auch wenn es um die Absicherung existenzieller Risiken geht. Die zunehmende Inflation verringert ihre Kaufkraft noch weiter. „Es sind mehr Produkte nötig, die speziell auf die Bedürfnisse von Personen mit niedrigem Einkommen zugeschnitten sind“, forderte Olivier Jérusalmy von der NGO Financial Inclusion Europe, beim Consumer Protection Day der europäischen Aufsichtsbehörden. Zwar hat die EU mit der paneuropäischen Rentenpolice PEPP schon ein günstiges Standardprodukt angeschoben, konkrete Angebote lassen aber immer noch auf sich warten.
Eiopa dringt auf Klarheit bei Ausschlüssen
Ausschlüsse vom Versicherungsumfang sind für den Kunden besonders ärgerlich, wenn sie für ihn nicht transparent sind. Die Versicherungsaufsicht Eiopa sieht hier Handlungsbedarf. Sie hat ein Statement veröffentlicht, in dem sie auf klar geregelte und verständliche Ausschlüsse im Hinblick auf systemische Ereignisse wie die Corona-Pandemie oder eine Naturkatastrophe dringt. Das lässt an den Ärger beim Umgang mit Betriebsschließungen in Deutschland während der Pandemie denken.
Konflikt ums Klima
Themenschwerpunkt ESG Der Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft sorgt für Konflikte zwischen Unternehmen und Versicherern. Kraftwerksbetreiber und Branchen mit hohem CO2-Ausstoß haben Probleme, Versicherungsschutz zu finden. Industrievertreter finden, die Versicherer sollten nicht als Klimapolizei auftreten und strengere Regeln anlegen als die Politik. Auch bei der Deckung von innovativen Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels sollten die Versicherer mehr Risikobereitschaft mitbringen, hieß es beim Round Table des Versicherungsmonitors.
Goldman Sachs Großaktionär bei Munich Re und Allianz
Die Investmentbank Goldman Sachs hält seit der vergangenen Woche 5,36 Prozent der Stimmrechte an Allianz-Aktien sowie 5,41 Prozent an denen der Munich Re. Die Bank hat in beiden Fällen rund 0,5 Prozent an Aktien der beiden Unternehmen gekauft und die übrigen Stimmrechte über verschiedene Finanzinstrumente erworben. Das teilten beide Unternehmen am Donnerstag im Rahmen ihrer Veröffentlichungspflichten mit.
Das Kundenverhalten, die große Unbekannte
Bei aller Modellierung der Auswirkungen von Inflation, Zinsentscheidungen, Klimawandel und Krieg bleibt eine weitere große Herausforderung für die Versicherer bestehen: die Reaktion der Kunden auf all diese Krisen. Frank Sommerfeld, Chef der Allianz Versicherung, geht davon aus, dass die Menschen beim Versicherungsschutz sparen werden. Die Debeka spürt die Unsicherheit offenbar bereits im Neugeschäft. Die Lebensversicherer kommen allerdings aktuell zum ersten Mal alle ohne Übergangsmaßnahmen aus, so BaFin-Vertreter Andreas Zapp auf einer digitalen Aktuarsveranstaltung.
Erichsen: „Das ist ein super Markt geworden“
Galoppierende Preise, drastische Kapazitätsreduzierungen und steigende Anforderungen seitens der Anbieter – die Cyberversicherung gilt inzwischen vielerorts als Krisensparte, von der anfänglichen Euphorie ist wenig übriggeblieben. Cyber-Experte Sven Erichsen fand auf einer Handelsblatt-Fachkonferenz dennoch viele lobende Worte für die junge Sparte und die Entwicklungen, die sie in nur wenigen Jahren durchgemacht hat. „Das ist ein super Markt geworden, und – das Wichtigste – es gibt ihn immer noch“, sagte er. Dennoch gebe es bei Versicherern und auch bei ihren Kunden noch viele Baustellen.
Lindner: Aktienrente noch 2022 angehen
Der Branchenverband GDV konnte sich auf seinem Versicherungstag in Berlin über Zuspruch vom Bundesfinanzminister freuen. Christian Lindner (FDP) lobte die Branche als Asset und versprach eine angemessene Regulierung. Er forderte die Versicherer auf, ihre Beitragsmilliarden auch in Wagniskapital anzulegen. In der Rentenpolitik will Lindner bald die Aktienrente angehen, die Versicherer sollen von der geplanten Vorsorgepflicht für Selbstständige profitieren. Der neue GDV-Präsident Norbert Rollinger beschwor in seiner Antrittsrede die Notwendigkeit zum Wandel.
Heinz: Bei den Provisionen gibt es Ausreißer
Der von der BaFin ins Gespräch gebrachte Provisionsrichtwert für Lebensversicherungen wird nicht benötigt und kommt insbesondere bei der FDP nicht gut an, sagte der Präsident des Vermittlerverbands BVK Michael Heinz auf einer Veranstaltung in Berlin. Zwar gebe es teils deutlich überhöhte Provisionen, allerdings könnten die mit den geltenden Regeln unterbunden werden. Heinz kündigte einen neuen Makler-Beirat an, um den BVK stärker als Ansprechpartner für Makler zu positionieren. Der Verband warnt vor einer Abhängigkeit der Makler von Dienstleistern.
Hendricks führt Digitalplattform ein
Der Düsseldorfer D&O-Spezialmakler Hendricks hat einen digitalen Financial-Lines-Versicherungsmarktplatz gestartet. Damit soll die gesamte Wertschöpfungskette vom Makler bis hin zum Versicherer digital abgebildet werden können. Hendricks verspricht, dass kooperierende Makler den gesamten Prozess von der Anfrage bis zur digitalen Unterschrift in 15 Minuten durchlaufen können. Mit der Plattform will der Makler neue Kundengruppen erschließen.
PKV-Verband initiiert Experten-Rat zur Pflege
Im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) soll ein neuer Experten-Rat Vorschläge zur zukünftigen Finanzierung der Pflege erarbeiten. Geleitet wird das neue Gremium von dem bekannten Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem. Mit der Initiierung des Experten-Rats reagiert die PKV auf die steigenden Pflegekosten – und auf die Absicht der Bundesregierung, eine Kommission mit ähnlichem Auftrag für die soziale Pflegeversicherung auf den Weg zu bringen.
Allianz X steckt Millionen in US-Insurtech
Der auf Arbeiterunfallpolicen spezialisierte US-Assekuradeur Pie Insurance hat frisches Geld bei Investoren eingeworben. Angeführt wurde die 315 Mio. Dollar schwere Finanzierungsrunde von Allianz X, dem Investmentarm des Allianz-Konzerns. Die Münchener sind bereits zum zweiten Mal an einer Geldrunde von Pie beteiligt. Das Start-up will ein vollwertiger Versicherer werden und hat dafür bereits einen Risikoträger übernommen.
AGCS will in Cyber nur Vorzeige-Kunden
Angesichts stark zunehmender Schadenfälle in der Cyberversicherung und noch stärker steigender Schadensummen stellt die AGCS inzwischen enorme Anforderungen an Kunden und solche, die es werden wollen. „Unternehmen, die unsere zwölf Kernkriterien im Underwriting nicht erfüllen, versichern wir nicht“, betonte AGCS-Experte Jens Krickhahn auf einer Fachveranstaltung. Die Sparte steckt in der Krise: Das Prämienvolumen stagniert auf niedrigem Niveau, die Schaden- und Kostenquote der Branche ist tiefrot. Kommt es im großen Stil zu Schäden durch die sogenannte hybride Kriegsführung, wird der harte Markt noch härter, glaubt er.
„Nanmadol“ und „Fiona“ sorgen für Schäden
Erst trifft der Super-Taifun „Nanmadol“ auf Japan, dann sucht der Hurrikan „Fiona“ Puerto Rico und die Dominikanische Republik heim. Vor allem der Taifun in Japan dürfte für Milliardenschäden sorgen. Auch wenn die diesjährige Hurrikan-Saison glimpflich begonnen hat, kann sie noch teuer für Versicherer und Rückversicherer werden, glaubt der Allianz-Industrieversicherer AGCS.













