Die von Versicherungsmonitor und SZ aufgedeckte Nachricht, dass die Eigner der Sparkassen Pensionskasse 280 Mio. Euro zur Stabilisierung der Kasse aufbringen müssen, sorgt für Unruhe. Im Fall Sparkassen Pensionskasse sind es die Deka Bank und die öffentlichen Versicherer, die zahlen müssen. Andere Versicherer haben sich von Pensionskassen getrennt, aber Gesellschaften, die an ihnen festhalten, könnten ebenfalls in die Tasche greifen müssen.
Versicherer
Ergo ist wieder mit BMW im Geschäft
Ende 2014 hatte die Munich Re-Tochter Ergo große Teile der Kooperation mit dem Autohersteller BMW an die Allianz verloren. Jetzt hat der Versicherer den Autobauer wieder für sich gewinnen können. Ergo ist jetzt der Partner bei den Komplettangeboten des Herstellers, die neben Leasing und Finanzierung auch Kfz-Versicherungen enthalten. Zudem hat der Anbieter mit BMW eine strategische Entwicklungspartnerschaft für neue Policen abgeschlossen. Eingefädelt hat den Deal Karsten Crede, Chef von Ergo Mobility Solutions. Er hatte früher bei der Allianz gearbeitet und dort bei dem Verlust des Geschäfts an die Münchener 2014 eine maßgebliche Rolle gespielt.
Sparkassen Pensionskasse in großer Not
Exklusiv Das Sparkassenlager muss die Sparkassen Pensionskasse in Köln mit mehr als einer Viertelmilliarde Euro stützen. Davon entfallen auf die Versicherer 50 Prozent. Die Versicherungskammer Bayern und die beiden Provinzial-Gesellschaften sind besonders betroffen. Das teure Loch in der Bilanz ist umso ärgerlicher für manche Sparkassen-Manager, als der Abwickler Athora vor zwei Jahren die Gesellschaft übernehmen wollte, aber auf Widerstand bei Sparkassen und Versicherern gestoßen war.
Debeka schärft ihr Profil in der bKV
Exklusiv Deutschlands größter privater Krankenversicherer beteiligt sich an der „Wir für Gesundheit GmbH“. Die Debeka hat ein Drittel der Anteile übernommen, die anderen beiden Drittel halten die privaten Klinikketten Asklepios und Helios. Das Unternehmen, das als Versicherungsvermittler eingetragen ist, betreibt das Gesundheitsnetzwerk „Wir für Gesundheit“ und bietet Policen der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) an – Risikoträger ist seit dem Start im Jahr 2014 die Debeka. Die Beteiligung bietet dem Versicherer die Chance, aktiv an der Gestaltung und dem Ausbau des Konzepts mitzuwirken und seine Aktivitäten im Gesundheitsmanagement auszubauen.
Gegenwind für Tesla-Versicherer
Exklusiv Der Fahrzeughersteller Tesla wird es bei seinem Plan, auch in Deutschland mit einer eigenen Versicherungsgesellschaft anzutreten, nicht leicht haben. Das Unternehmen will mit einem eigenen Versicherer für Tesla-Fahrer in den USA und in anderen Ländern antreten, für Berlin sucht es einen Versicherungsmanager. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox ist der Preisunterschied zwischen der Versicherung für die Tesla-Modelle und für andere Fahrzeuge in Deutschland sehr viel niedriger als im Heimatland des Herstellers. Helfen könnte ihm aber die hohe Markenloyalität.
Potenzial von Online-Therapien besser nutzen
Exklusiv Digitale Unterstützungsangebote können eine wichtige Ergänzung zur traditionellen Gesundheitsversorgung sein. In Deutschland gibt es in diesem Bereich noch viel ungenutztes Potenzial, sagt Hannes Klöpper, Vorstandsvorsitzender des Gesundheits-Start-ups Hello Better, das auf Online-Trainings zur Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen spezialisiert ist. Klöpper sieht die Gefahr, dass Krankenversicherer den Anschluss verpassen und das Feld amerikanischen Großkonzernen wie Amazon oder Google überlassen. Zu den Kooperationspartnern von Hello Better gehört Allianz Partners. Der Assistance-Spezialist bietet die Online-Programme Firmenkunden und der eigenen Belegschaft an, hat sie aber auch in Versicherungspolicen integriert.
Wer macht was bei der Provinzial?
Exklusiv Am Montag tagt der Aufsichtsrat der Provinzial Nordwest in Münster. Das Gremium muss über die künftige Führung der fusionierten Gesellschaft beschließen. Auf der Tagesordnung stehen erneut die Aufhebungs- und Freistellungsverträge für die Vorstände Frank Neuroth, Stefan Richter und Matthew Wilby, die ausscheiden. Neu kommen die drei Vorstände aus dem Rheinland: Patric Fedlmeier, Sabine Krummenerl und Guido Schaefers. Allerdings werden sie ihr Amt erst antreten, wenn die Fusion im Handelsregister eingetragen ist. Bis dahin gibt es eine Übergangslösung.
Gossmann erhält Lizenz für Risikoträger auf Malta
Der Run-off-Spezialist Gossmann & Cie kann jetzt Risiken zeichnen. Die Behörden auf Malta haben dem Versicherer Gossmann & Cie Insurance PCC eine Lizenz dazu erteilt. Damit ist der Abwickler des ehemaligen Darag-Chefs Arndt Gossmann voll einsatzfähig. Sein Geschäftsmodell ist neu: Der Abwicklungsspezialist übernimmt keine geschlossenen Bestände, sondern ermöglicht Versicherern eine fortlaufende Übertragung von einzelnen, auslaufenden Policen. Der Zeitpunkt der Genehmigung ist günstig. Infolge der Corona-Krise rechnet Gossmann mit steigendem Interesse an seinem Angebot.
Das Büro ist out
Exklusiv Vor der Corona-Krise gab es große Zweifel am Homeoffice. Doch die Umstellung und die Arbeit von zu Hause haben bei den Versicherern bisher gut funktioniert, zeigt eine Studie der Versicherungsforen Leipzig. Deshalb ist das Büro jetzt out. Fast 90 Prozent der befragten Mitarbeiter wünschen sich, dass es auch nach der Pandemie flexible Arbeitsplätze und -zeiten gibt. Negative Auswirkungen hat die Krise vor allem auf das Neugeschäft in allen Sparten und langfristig auf die Kfz- sowie Lebensversicherung, glauben die Studienteilnehmer.








