Während andere europäische Versicherer vor allem in Asien wachsen wollen, setzt Generali auf den europäischen Markt. Konzernchef Philippe Donnet sieht dort noch großes Wachstumspotenzial. Bei der Vorabendveranstaltung des SZ-Versicherungstags stellte er auch andere Mantras der Branche infrage. So glaubt Donnet nach wie vor an den Vertrieb über Vertreter und geißelt den einseitigen Fokus vieler Anbieter auf die Schaden- und Unfallversicherung, Leben habe eine große Zukunft. Er gab sich in Bergisch-Gladbach betont optimistisch, was die Zukunft der Branche angeht.
Versicherer
Swiss Re: Privatkunden wollen Cyberdeckung
Der Rückversicherer Swiss Re rechnet mit einem starken Wachstum im Privatkundengeschäft mit Cyberversicherungen. Bis 2025 könnte das Beitragsvolumen um das bis zu Sechsfache steigen, erwarten die Schweizer. Obwohl der Bereich aktuell noch nicht entwickelt sei, gebe es eine entsprechende Nachfrage, so das Fazit einer Befragung von knapp 900 Verbrauchern. Die Mehrheit votiert für Verträge, die sich als Zusatzbaustein zu bestehenden Deckungen abschließen lassen. Das Geschäft mit Cyberversicherungen konzentriert sich bisher vor allem auf Firmenkunden.
Mehr Investitionen in Innovationen nötig
Versicherer investieren Milliarden in den digitalen Umbau ihrer Systeme und Strukturen. Doch oft fließt mehr als die Hälfte des IT-Budgets in den Betrieb und die Wartung der alten Bestandsysteme, sagte René Schoenauer vom IT-Konzern Guidewire bei einer Auftaktveranstaltung des SZ-Versicherungstages in Bergisch Gladbach. Dabei brauchen die Gesellschaften das Geld eigentlich dringend, um digitale Innovationen voranzutreiben. Auch Ingo Bahrs, Versicherungsexperte bei IBM, sieht Fehlentwicklungen bei der Digitalisierung der Branche. „Die Versicherer sind nicht konsequent genug“, monierte er. Eine klare Meinung vertrat Christoph Samwer, Chef des jungen Kfz-Versicherers Friday: Versicherer in ihrer aktuellen Form werde es in 50 Jahren nicht mehr geben.
Versicherer sehen sich bei Brexit auf Kurs
Die Gefahr eines ungeregelten Austritts Großbritanniens ist nach der Ablehnung des zwischen dem Land und der EU ausgehandelten Abkommens durch das britische Parlament vergangene Woche gestiegen. Rolf Ketzler vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sieht die Branche zwar auf einen harten Brexit vorbereitet, warnte aber auf einer Veranstaltung in Berlin vor den Folgen für die Wirtschaft insgesamt. Ein Vertreter des Auswärtigen Amts schloss eine Befristung des sogenannten Backstops zur Vermeidung einer festen Grenze zwischen Irland und Nordirland aus.
Interrisk mit neuem Vertriebschef
Leute – Aktuelle Personalien Der Versicherer Interrisk, eine Tochtergesellschaft der Vienna Insurance Group, hat Marcus Stephan (Bild) zum Vertriebsdirektor ernannt. Er soll zudem die Nachfolge von Vertriebs- und Marketingvorstand Dietmar Willwert antreten, der im Mai 2020 in den Ruhestand geht. Außerdem: Der Rückversicherer Swiss Re hat Archie Kane zum Verwaltungsratsvorsitzenden seiner Run-off-Tochter ReAssure bestimmt. Beim Regensburger Maklerverbund Status übernimmt Jürgen Schirmer die Leitung des Vertriebs. Tina Störmer ist neue Deutschlandchefin des Vermögensverwalters Swiss Life Asset Managers. Lars Breustedt wird Vorstand beim Finanzvertrieb Formaxx.
Allianz bestätigt Euler-AGCS-Projekt
Die Allianz hat bestätigt, dass es interne Diskussionen über ein engeres Zusammenrücken des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) und des Kreditversicherers Euler Hermes gibt. „Wir untersuchen in einem gemeinsamen Projekt, wie die Unternehmen möglicherweise künftig enger zusammenarbeiten könnten“, erklärte ein AGCS-Sprecher in einer Stellungnahme. Damit reagierte das Unternehmen auf einen Artikel im Versicherungsmonitor, nach dem die Allianz SE die beiden global tätigen Unternehmen fusionieren will. Dagegen erklärte der AGCS-Sprecher, es sei viel zu früh, etwas über die praktischen Folgen des Projektes zu sagen, da es viele Optionen gebe.





