Das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz beschert dem Ombudsmann für die private Krankenversicherung (PKV) zusätzliche Arbeit. Die Versicherer müssen die Kunden auf die Schlichtungsstelle aufmerksam machen, zudem hängt die Hürde für die Inanspruchnahme jetzt tiefer. 2017 ist die Zahl der Beschwerden von Privatversicherten um 10,3 Prozent gestiegen, liegt aber nach wie vor auf niedrigem Niveau. Häufigste Streitpunkte sind nach wie vor die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen und Gebührenstreitigkeiten. In 27,1 Prozent der Fälle konnte Ombudsmann Heinz Lanfermann eine Einigung herbeiführen. In Folge des Pflegestärkungsgesetzes rechnet er mit einem steigenden Beschwerdeaufkommen.
Versicherer
BCG verstärkt Versicherungsbereich
Leute – Aktuelle Personalien Der Berater Boston Consulting Group holt den Versicherungsexperten Christian Bongiovanni vom Konkurrenten McKinsey. Er soll Versicherern beim Einsatz von Big Data und Datenanalysen helfen. Außerdem: Ergo-Sprecherin Uta Apel verlässt den Konzern, HSBC verstärkt seine Versicherungsexpertise und XL Catlin bekommt einen neuen Chef-Underwriter für Financial Lines außerhalb Nordamerikas.
Niederlande sehen Erfolg des Provisionsverbots
Seit 2013 gilt in den Niederlanden das Provisionsverbot. Komplexe Finanz- und Versicherungsprodukte wie Hypothekendarlehen, Lebens- oder fondsgebundene Rentenversicherungen dürfen nur noch gegen ein Beratungshonorar verkauft werden, das der Kunde, nicht der Produktgeber bezahlt. Nach fünf Jahren zieht das niederländische Finanzministerium eine Zwischenbilanz: Es hat zwei Studien in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen des Verbots auf die Qualität der Finanzberatung ermitteln sollen. Kürzlich wurden sie veröffentlicht.
Zurich: Naturkatastrophen verfälschen Ergebnisse
Die Naturkatastrophen 2017 drücken bei dem Schweizer Versicherer Zurich auf den Gewinn. Er sank um 6 Prozent auf 3 Mrd. Dollar. Auch die Schaden- und Kostenquote in der Sachversicherung verschlechterte sich durch die Hurrikans „Irma“, „Maria“ und „Harvey“ auf 100,9 Prozent, nach 98,4 Prozent 2016. Allerdings seien die Schäden durch die Naturkatastrophen 2017 ungewöhnlich hoch gewesen, weshalb die Ergebnisse nicht die an sich gute Entwicklung der Zurich widerspiegeln, sagte Zurich-Chef Mario Greco. Gerade in der Lebensversicherung präsentierte der Versicherer positive Zahlen. Die Bruttoprämien stiegen um 13 Prozent auf 33,2 Mrd. Dollar. Die Zurich hebt die Dividende auf 18 Franken pro […]
Koalitionsvertrag: Cyberversicherungen erleichtern
Nach zähen Verhandlungen haben sich SPD und CDU gestern auf einen Koalitionsvertag geeinigt. Neben der zuletzt im Fokus stehenden Gesundheitspolitik und den Rentenplänen finden sich darin interessante Passagen zur Digitalisierung. So will die neue große Koalition – so sie denn kommt – einen Rechtsrahmen für vollautomatische Autos entwickeln. Das IT-Sicherheitsgesetz soll weiterentwickelt werden und die geltenden gesetzlichen Regeln auf Verbesserungen für Cyberversicherungen überprüft werden. Auch Vergleichsportale wollen die Parteien transparenter machen.
Berichte: Allianz hat Interesse an XL Group
Der Bermuda-Versicherer XL Group hat nach Medienberichten das Interesse verschiedener möglicher Käufer auf sich gezogen, darunter soll auch die Allianz sein. Ein solcher Schritt würde zur Strategie von Konzernchef Oliver Bäte passen, in der Sachversicherung wachsen zu wollen. Der Manager hatte angekündigt, bereit für Zukäufe zu sein, wenn der Preis stimmt. Die Konsolidierung der Branche könnte wieder an Fahrt gewinnen. In diesem Jahr hat es bereits einen großen Deal gegeben, über einen zweiten wird verhandelt.
VW: bAV-Reform birgt große Chancen für Arbeitgeber
Das Betriebsrentenstärkungsgesetz bietet viele Chancen für Arbeitgeber, glaubt Johannes Teslau (Bild), Rechtsanwalt und Experte für betriebliche Altersversorgung (bAV) beim Autohersteller Volkswagen. Gerade für kleinere Unternehmen eröffnen sich interessante neue Möglichkeiten, sagte er auf einer Veranstaltung der Rechtsanwaltsgesellschaft Förster und Cisch in Wiesbaden. Die Wolfsburger selbst sind bei den Neuerungen allerdings vorsichtig. VW will erst einmal abwarten, ob sich das neue Sozialpartnermodell bewährt und dann den Pionieren schnell folgen. Marco Herrmann, Rechtsexperte der Banken-Pensionskasse BVV, zweifelt, ob die Reform ihr Ziel erreichen wird.
Hannover Rück erwartet mehr Gewinn
Der Rückversicherer Hannover Rück zeigt sich mit den Ergebnissen der Januar-Erneuerung zufrieden. Die Prämien in der traditionellen Schaden-Rückversicherung legten um 12,7 Prozent zu, der Preisanstieg betrug 1,4 Prozent. Wegen des weiterhin hohen Wettbewerbs blieb die Preisentwicklung trotz der Rekordschäden durch Naturkatastrophen im Vorjahr aber teils hinter den Erwartungen zurück, sagte Unternehmenschef Ulrich Wallin. Für 2017 erwartet er wegen eines verbesserten Kapitalanlageergebnisses einen deutlich höheren Gewinn von 950 Mio. Euro. Auch Mehrheitseigner Talanx hat nach vorläufigen Zahlen besser verdient als gedacht.
Signal Iduna: Milliardenprozess beginnt
Vor dem Landgericht Dortmund hat am Dienstag im Prozess um Schadenersatzansprüche des Investors Anno August Jagdfeld gegen den Versicherer Signal Iduna die Beweisaufnahme begonnen. Der Versicherer soll wegen eines Investments in einem Fonds, der das Hotel Adlon (Bild) aufgebaut hat, unwahre Behauptungen über Jagdfeld verbreitet haben. Die Anwälte Jagdfelds beziffern den Vermögensschaden des Investors inzwischen mit rund 1 Mrd. Euro. Allerdings geht es bei dem Dortmunder Prozess nicht um eine Summe, sondern nur um die Frage, ob Jagdfeld überhaupt Anrecht auf Schadenersatz hat. Heute trat der frühere Leiter des Bereichs für Finanzen und Beteiligungen als Zeuge vor Gericht auf.
Filmbranche diskutiert Versicherung für Sexskandale
Die internationale Filmbranche fragt sich: Ist schlechtes Verhalten von Produzenten und Hauptdarstellern wie das von Harvey Weinstein, Kevin Spacey (Bild) oder Dieter Wedel versicherbar? Viele Produzenten sind beunruhigt und würden am liebsten eine spezielle Deckung abschließen, berichten Experten. Doch den reinen Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, des Drogenkonsums oder der häuslichen Gewalt zu versichern, ist schwierig. Sollte es je eine Police geben, wird sie teuer und das Limit begrenzt sein.
Allianz verliert Altin als Digitalchef
Leute – Aktuelle Personalien Solmaz Altin, der bisherige Digitalisierungschef der Allianz, geht nach Singapur in die Asien-Holding des Konzerns. Was der Schritt bedeutet, ist unklar: Altin sei als Chief Digital Officer gescheitert, glauben die einen. Er stehe kurz vor der nächsten Karrierestufe, meinen die anderen. Fest steht: Er hat sich im Konzern als Digitalisierungschef nicht nur Freunde gemacht. Die Personalie könnte gefährlich werden für Konzernchef Oliver Bäte, der Altin geholt hat und jetzt eine neue Digitalisierungsstrategie braucht.
Überschussbeteiligung sinkt nur leicht
Die Überschussbeteiligung bei klassischen Lebensversicherungen ist schon seit Jahren im Sinkflug. In diesem Jahr hat sich die Absenkung aber spürbar verlangsamt. Das geht aus einer Studie der Ratingagentur Assekurata hervor. Die Anbieter schrieben ihren Kunden mit 2,83 Prozent nur rund 0,05 Prozentpunkte weniger gut als 2017. Von 2016 auf 2017 war die Überschussbeteiligung dagegen um 0,23 Prozentpunkte gesunken. Eine Rolle dürfte die Entscheidung des Marktführers Allianz spielen, die Deklaration 2018 konstant zu halten. Zudem bringt eine Absenkung den Anbietern immer weniger Zugewinn. Eine weitere Überraschung: Die Zuführung zur Zinszusatzreserve fiel mit 15 Mrd. Euro geringer aus als gedacht.










