Die Allianz rechnet für das laufende Jahr mit weiteren Belastungen durch die Covid-19-Pandemie, allerdings deutlich weniger als die 1,3 Mrd. Euro im Jahr 2020. Das sagte Konzernchef Oliver Bäte bei der Vorstellung der Zahlen für das vergangene Jahr. Das Neugeschäft litt, Umsatz und Gewinn gingen zurück. Heftig in den roten Zahlen war der Industrieversicherer AGCS, er soll 2021 wieder profitabel sein. Bäte sieht die Gefahr einer Blase an den Aktienmärkten. Die Situation ähnele der vor den Krisen von 2008 und 2000.
Allianz Direct wird umgebaut
Exklusiv Der europäische Direktversicherer der Allianz wird umgebaut. Künftig soll es nur einen einzigen Risikoträger geben, nicht wie bislang einen in jedem Land, in dem die Allianz Direct tätig ist. Der Konzern ändert nicht nur die Struktur, sondern auch die Besetzung der Spitzenpositionen. Harald Boysen und Christian Warmuth, zurzeit Vorstandsmitglieder der Allianz Direct Versicherungs-AG, verlassen das Gremium, bleiben aber im Unternehmen.
AGCS gibt Teilbestand in Kanada auf
Exklusiv Die Allianz Global Corporate & Specialty gibt nach Informationen des Versicherungsmonitors einen Teil ihres kanadischen Geschäfts auf. Das Unternehmen zeichnet künftig keine Financial Lines mehr – dazu gehören D&O, Berufshaftpflicht und andere Bereiche der Vermögensschadenhaftpflicht. Auch das Segment Entertainment gibt der Versicherer in dem nordamerikanischen Land auf, das umfasst Veranstaltungsausfall, Filmversicherungen und ähnliches. Ein Sprecher bestätigte den Schritt.
Allianz: IT-Chef Mascher im Ruhestand
Leute – Aktuelle Personalien Christof Mascher, IT-Chef der Allianz und Mitglied des SE-Vorstands, geht in den Ruhestand. Nachfolgerin wird Barbara Karuth-Zelle. Wie berichtet, hat die Allianz den Vorstandsvertrag von Niran Peiris nicht verlängert, er wird ersetzt durch Christopher Townsend. Manfred Knof, lange Jahre bei der Allianz und bis 2017 Deutschlandchef des Versicherers, wechselt von der Deutschen Bank an die Spitze der Commerzbank.
Allianz trennt sich von SE-Vorstand Peiris
Leute – Aktuelle Personalien Die Allianz verlängert den Vertrag von SE-Vorstand Niran Peiris nicht. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor verlässt der 59-jährige Manager Ende des Jahres die Gruppe. Nachfolger soll Chris Townsend (Bild) werden, der bis Februar 2020 bei AIG gearbeitet hat. Mit der Trennung von Peiris zieht Konzernchef Oliver Bäte eine weitere Konsequenz aus der schwierigen Lage des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty, für die Peiris auf SE-Ebene zuständig ist.
Covid-Krise trifft Allianz mit 700 Mio. Euro
Die Krise schlug bei Deutschlands größtem Versicherer Allianz im ersten Quartal mit 700 Mio. Euro zu Buche. Davon entfallen 300 Mio. Euro auf die Lebens- und Krankenversicherung und 400 Mio. Euro auf die Schaden- und Unfallversicherung. „Insgesamt war das erste Quartal 2020 kein normales Quartal, aber ich würde sagen, wir haben uns in einem schwierigen Umfeld ganz gut behauptet“, sagte Finanzchef Giulio Terzariol. Mit erheblichen Schäden rechnen die Münchener durch Betriebsschließungen und Veranstaltungsausfälle. Die abgesagte Olympiade falle hingegen nicht schwer ins Gewicht.
Corona-Roundup: IAIS, Allianz, Willis Re
Versicherer sollen zügig Corona-bedingte Schäden auszahlen, sofern Pandemien in den Verträgen als versichertes Risiko aufgelistet sind. Sind sie es nicht, stehen die Unternehmen auch nicht in der Pflicht zu zahlen, betont die Internationale Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden IAIS. Außerdem: Bei der Allianz kehren die ersten Mitarbeiter zurück in ihre Büros. Der Rückversicherungsmakler Willis Re fordert eine raschere Platzierung bei den Erneuerungsrunden in der Rückversicherung. Die Ratingagentur Moody’s senkt den Ausblick für Scor auf negativ. Partner Re verzeichnet im ersten Quartal einen deutlichen Verlust. Die britische Finanzbehörde verschiebt ihren Klimastresstest.
Allianz: Keine Punktlandung im Orkan
Die Allianz ist sich noch nicht darüber im Klaren, wie sich die Corona-Krise auf ihr Geschäft auswirken wird. Klar ist: Das ursprünglich ausgegebene Gewinnziel kann der Konzern nicht halten. Wie genau sich die Wirtschaftskrise auf den Versicherer auswirken wird, ist aber noch nicht abzusehen. Der Vorstand um Konzernchef Oliver Bäte will erst dann ein neues Gewinnziel nennen, wenn mehr Klarheit über die Folgen der Krise besteht, es gebe keine „Punktlandung im Orkan“. Schon jetzt steht fest, dass die Industrieversicherung stark leiden wird – die Tochter AGCS wird erneut einen technischen Verlust machen.
Corona-Roundup: Swiss Re, Ferma, BVK, Allianz
Die Aktionäre des Schweizer Rückversicherers Swiss Re haben auf der Generalversammlung für eine Erhöhung der Dividende um 5 Prozent je Aktie votiert. Außerdem: Die europäische Risikomanager-Vereinigung Ferma spricht sich erneut für einen staatlich geförderten Pandemie-Pool aus. Der BVK fordert die Bundesregierung auf, bei den Corona-Hilfsmaßnahmen auch an Versicherungsvermittler zu denken. Allianz-Chef Oliver Bäte vergleicht den Ausbruch der Corona-Pandemie mit einem Meteoriten-Einschlag. Aviva streicht Gehaltserhöhungen und Boni für Führungskräfte, und Hiscox erwartet kaum Belastungen durch Corona-bedingte Betriebsunterbrechungen.
Corona-Roundup: Pensionsfonds, Allianz, Bayerische
Die Finanzaufsicht BaFin will Unternehmen bei ihren Verpflichtungen hinsichtlich der betrieblichen Altersversorgung entlasten. Dazu setzt sie die Verpflichtung der Trägerunternehmen bis 2021 aus, ihren Pensionsfonds im Fall von finanziellen Engpässen zusätzliches Kapital zur Verfügung zu stellen. Unterdessen fordert Allianz-Chef Oliver Bäte einen europäischen Notfallfonds zum Ausgleich von Pandemie-Schäden – und der Bund der Versicherten kritisiert die Bayerische, weil sie in der Krise Vermittlern eine erhöhte Provision beim Abschluss von Lebensversicherungen zahlt. Außerdem legt Willis Towers Watson den Verkauf des Maklers Miller wegen der Krise auf Eis.
Das alte, neue Lied
Herbert Frommes Kolumne Allianz-Konzernchef Oliver Bäte bemüht sich nach Kräften, den Versicherer gesellschaftspolitisch im Lager der „Guten“ zu verankern: umweltbewusst, sozial engagiert, eigentlich nur im Interesse der Kunden unterwegs (okay, auch der Aktionäre). Nachrichten über einen großflächigen Stellenabbau würden so gar nicht ins Konzept passen. Deshalb gibt Bäte die Parole aus: Wir müssen nur ordentlich wachsen, dann bleiben auch die Arbeitsplätze. Neu ist das nicht. Aber bei der Allianz klingt das etwas realistischer als bei anderen Versicherern.
Allianz steckt Industrie-Einschlag weg
Die Allianz konnte ihr Ergebnis 2019 trotz spürbarer Belastungen in der Industrieversicherung erneut steigern. Operativ verdiente sie 11,9 Mrd. Euro, das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach Steuern und Minderheitsanteilen waren es 7,9 Mrd. Euro, ein Plus von 6 Prozent. Für 2020 sagt Konzernchef Oliver Bäte erneut ein Gewinnwachstum voraus. Zu Bätes Agenda gehören auch die rasche Digitalisierung über global einheitliche Plattformen, die Umstellung der Kapitalanlagen auf nachhaltige Investitionen und die Reduzierung der Kostensätze.
Allianz bereitet Konzernumbau vor
Leute – Aktuelle Personalien Klaus-Peter Röhler (Bild) wird Mitglied des Vorstands der Allianz SE, der Obergesellschaft des Konzerns. Dort ersetzt er Axel Theis, der mit 62 Jahren in den Ruhestand geht. Röhler bleibt gleichzeitig Chef der Allianz Deutschland – entgegen allen bisherigen Konzerngepflogenheiten, nach denen kein operativer Länderchef im höchsten Führungsgremium vertreten ist. Auf die Frage, ob dies der Beginn der Abschaffung der Allianz Deutschland ist, antwortete Konzernchef Oliver Bäte ausweichend. Er betonte aber, dass die Allianz schlanker werden und Ebenen herausnehmen wolle.
Ergo-Chef Rieß verlängert bis 2025
Leute – Aktuelle Personalien Ergo-Chef Markus Rieß soll bis mindestens 2025 die Munich Re-Tochter führen. Der Vertrag war bereits Ende 2019 verlängert worden. Zuerst hatte das Handelsblatt darüber berichtet. Der frühere Deutschlandchef der Allianz steht seit 2015 an der Spitze der Ergo und hat das Düsseldorfer Unternehmen seitdem umfassend umgebaut. Außerdem: Aons langjähriger Chefaktuar Georg Thurnes zieht sich zurück und der Industrieversicherer Swiss Re Corporate Solutions hat einen neuen Chief Claims Officer.













