Archiv ‘Allianz’

Insurtechs erhöhen Druck auf Versicherer

 Medienanalyse  Verschiedene Medien berichteten zuletzt über Insurtechs, die nun in Gestalt digitaler Vollanbieter auftreten. Gegenüber der ersten Generation von Insurtechs sei es diesen Anbietern gelungen, sich nicht nur als reine Versicherungsvermittler zu präsentieren, sondern ein vollständig auf digitalen Geschäftsprozessen beruhendes Geschäftsmodell zu etablieren. Weitere Themen sind die Diskussion um einen neuen Preiskampf in der Kfz-Versicherung und Pläne der Allianz zur Beilegung des jahrelangen Streits über Zugriffsrechte auf Fahrzeugdaten in der Telematik, die als klare Kampfansage an die Automobilindustrie gewertet werden.

Begrenztes Potenzial für Telematik

Telematik-Tarife erleben in der Kfz-Versicherung zurzeit eine Renaissance. Zahlreiche Anbieter haben zuletzt solche Verträge auf den Markt gebracht oder planen es. Die Rückversicherer Gen Re und Hannover Rück sehen in den Tarifen dennoch nur begrenztes Potenzial für Deutschland. Die Erfahrungen aus Märkten wie Italien, wo die Verträge bereits große Verbreitung haben, seien nicht einfach auf Deutschland zu übertragen, sagte Hannover Rück-Vorstand Michael Pickel. Allianz-Vorstand Frank Sommerfeld zeigte sich optimistischer. Der Versicherer will seine in den vergangenen Jahren verlorenen Marktanteile wiedergewinnen, setzt dabei aber nicht auf pauschale Preissenkungen, so Sommerfeld.

China übernimmt Kontrolle über Anbang

Die chinesische Versicherungsaufsicht hat die direkte Kontrolle über den Versicherer Anbang übernommen. Die Behörde entsandte eine Arbeitsgruppe von 31 Beamten, die künftig den Versicherer führen sollen. Gleichzeitig erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Gründer und Konzernchef Wu Xiaohui, der seit Sommer 2017 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Anbang war als globaler Investor unterwegs und kaufte unter anderem das New Yorker Hotel Waldorf Astoria. Auch an der Allianz hatte der Konzern 2017 Interesse, zuletzt galt er als möglicher Käufer der HSH Nordbank.

Allianz führt Bilfinger-D&O-Police

Die Ansprüche des Baukonzerns Bilfinger gegen Vorstände aus den Jahren 2006 bis 2014 sorgen bislang nicht für Unruhe bei den deutschen D&O-Versicherern. Das Konsortium wird nach Informationen des Versicherungsmonitors von der Allianz Global Corporate & Specialty geführt. Der Fall hat eine besondere politische Dimension, weil der frühere CDU-Politiker und hessische Ministerpräsident Roland Koch betroffen ist, der von 2011 bis 2014 an der Spitze der Baufirma stand. Ihm und anderen Vorständen wirft das Unternehmen jetzt vor, die Compliance-Systeme nicht ordnungsgemäß eingeführt zu haben und Fehler bei Übernahmen gemacht zu haben.

Herbert Fromme

Hoffnungslos im Run-off verheddert

 Herbert Frommes Kolumne   Die deutsche Versicherungswirtschaft verheddert sich gerade auf das Schönste in der Diskussion über den möglichen Run-off von Lebensversicherungsgesellschaften und ihren Verkauf. Während der GDV und die großen Anbieter argumentieren, dass der Run-off als eine Option möglich sein muss, attackieren kleine und mittlere Anbieter alle Konzerne, die solche Pläne verfolgen oder verfolgt haben. Dabei wird es auf beiden Seiten der Debatte etwas bizarr. Das hängt damit zusammen, dass die deutschen Lebensversicherer seit Jahrzehnten ihre Verträge ideologisch überhöhen.

Allianz bleibt vorsichtig

Die Allianz hat 2017 trotz der Stürme und der Dollarschwäche gut verdient. Dazu trugen gestiegene Gewinne in anderen Geschäftsfeldern und eine vorsichtige Zeichnungspolitik bei. Bei der Vorhersage für das Jahr 2018 bleibt der Versicherer vorsichtig, wesentliche Gewinnsteigerungen erwartet er nicht. Seine Aktionäre will Konzernchef Oliver Bäte auch in Zukunft durch hohe Dividenden und Aktienrückkäufe bei Laune halten. Seine Aussagen zur Digitalisierung blieben eher vage. Großen Respekt hat er vor Amazon.

Zurich holt US-Start-up nach Europa

Der Versicherer Zurich hat zusammen mit dem US-amerikanischen Start-up Coverwallet in Spanien eine Online-Plattform für Gewerbeversicherungen aufgebaut. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen. Nur vier Angaben – Postleitzahl, Mitarbeiteranzahl, Jahresumsatz und Geschäftsbereich – sollen ausreichen für eine Analyse des Versicherungsbedarfs und eine Berechnung der Prämie. Der Abschluss und die Verwaltung der Verträge erfolgen komplett digital. Spanien ist nur der erste Schritt. Die Zurich will ähnliche Plattformen europaweit aufbauen und hat sich dafür die exklusive Partnerschaft mit Coverwallet gesichert.

Allianz kann Euler Hermes nicht von Börse nehmen

Die Allianz hat für rund 1,5 Mrd. Euro ihre Mehrheit am französischen Kreditversicherer Euler Hermes ausgebaut und besitzt nun 92,43 Prozent des Unternehmens. Damit haben die Münchener ihr Ziel, sich durch das Kaufangebot 95 Prozent der Anteile zu sichern, knapp verfehlt. Die Allianz kann Euler Hermes daher vorerst nicht wie geplant von der Pariser Börse nehmen. Derweil rotiert bei Euler Hermes das Personalkarussell: Chantal Schumacher tritt als Chief Financial Officer an, Michael Eitelwein übernimmt den Posten als Chief Operating Officer an und Virginie Fauvel ist neu als Chief Transformation Officer.

Friederike Krieger

Gute Stimmung bei Talanx

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Karneval, S&P-Versicherungssymposium, Talanx-Kamingespräch, Ergo Risiko-Report und Bilanz-Pressekonferenz der Allianz.

Berichte: Allianz hat Interesse an XL Group

Der Bermuda-Versicherer XL Group hat nach Medienberichten das Interesse verschiedener möglicher Käufer auf sich gezogen, darunter soll auch die Allianz sein. Ein solcher Schritt würde zur Strategie von Konzernchef Oliver Bäte passen, in der Sachversicherung wachsen zu wollen. Der Manager hatte angekündigt, bereit für Zukäufe zu sein, wenn der Preis stimmt. Die Konsolidierung der Branche könnte wieder an Fahrt gewinnen. In diesem Jahr hat es bereits einen großen Deal gegeben, über einen zweiten wird verhandelt.

Allianz verliert Altin als Digitalchef

 Leute – Aktuelle Personalien  Solmaz Altin, der bisherige Digitalisierungschef der Allianz, geht nach Singapur in die Asien-Holding des Konzerns. Was der Schritt bedeutet, ist unklar: Altin sei als Chief Digital Officer gescheitert, glauben die einen. Er stehe kurz vor der nächsten Karrierestufe, meinen die anderen. Fest steht: Er hat sich im Konzern als Digitalisierungschef nicht nur Freunde gemacht. Die Personalie könnte gefährlich werden für Konzernchef Oliver Bäte, der Altin geholt hat und jetzt eine neue Digitalisierungsstrategie braucht.

Überschussbeteiligung sinkt nur leicht

Die Überschussbeteiligung bei klassischen Lebensversicherungen ist schon seit Jahren im Sinkflug. In diesem Jahr hat sich die Absenkung aber spürbar verlangsamt. Das geht aus einer Studie der Ratingagentur Assekurata hervor. Die Anbieter schrieben ihren Kunden mit 2,83 Prozent nur rund 0,05 Prozentpunkte weniger gut als 2017. Von 2016 auf 2017 war die Überschussbeteiligung dagegen um 0,23 Prozentpunkte gesunken. Eine Rolle dürfte die Entscheidung des Marktführers Allianz spielen, die Deklaration 2018 konstant zu halten. Zudem bringt eine Absenkung den Anbietern immer weniger Zugewinn. Eine weitere Überraschung: Die Zuführung zur Zinszusatzreserve fiel mit 15 Mrd. Euro geringer aus als gedacht.

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