Schlagwort-Archiv für ‘Aufsicht’

Die BaFin und das Wohlverhalten der Vorstände

Herbert Frommes Kolumne

Bei der BaFin tut sich einiges. Dazu gehört, dass die Behörde vor Kurzem vergleichsweise leise eine neue Gruppe eingerichtet hat, die sich ausdrücklich nur mit der so genannten Wohlverhaltensaufsicht befasst und direkt an Versicherungs-Chefaufseherin Julia Wiens berichtet. Was klingt wie ein Begriff aus der Schulordnung eines Internats vor 60 Jahren, hat es in sich: Hier bündelt die Behörde alles, was mit fairer Kundenbehandlung zu tun hat. Die Branche kann sich darauf einrichten, dass die Aufsicht hier wesentlich aktiver werden wird. Sie hat dafür gute Gründe, schreibt Herbert Fromme.

KI-Regulierung: Warum die BaFin keine Kaffeemaschinen überprüft

Die Versicherungsunternehmen sind in Sachen künstlicher Intelligenz noch nicht so weit, wie sie es gerne wären. Liegt es an zu viel Regulierung? Bei einer Fachveranstaltung haben sich Experten zu dieser Frage ausgetauscht. Die einen sehen die zögerlichen Unternehmen selbst in der Verantwortung, die anderen den Gesetzgeber – der mit der Umsetzung des AI Act in nationales Recht einmal mehr im Fokus steht.

AM Best hebt Ausblick für deutsche Lebensversicherer

Die Ratingagentur AM Best schätzt die Lage der deutschen Lebensversicherer positiver ein und hat ihren Ausblick auf die Branche von „negativ“ auf „stabil“ gesetzt. Als einen Grund sehen die Experten die Stabilisierung des Zinsumfelds und der Prämieneinnahmen – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten hierzulande. Auch die Regulatorik und loyale Kunden spielen eine Rolle dabei, dass AM Best die Aussichten besser einschätzt.

Eiopa-Chefin Hielkema fordert europäischen Zusammenhalt

Um den europäischen Binnenmarkt stärken zu können, müssen die europäische Aufsichtsbehörde Eiopa und ihre nationalen Pendants enger zusammenarbeiten, forderte Eiopa-Chefin Petra Hielkema anlässlich der Eiopa-Konferenz. Das sei die Voraussetzung dafür, dass Europa auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig bleiben könne.

BaFin nimmt Kreditrisiken der Versicherer in den Blick

Die Finanzaufsicht BaFin will die Kreditrisiken der Versicherer intensiv überwachen. Die Unternehmen hätten bei Kapitalanlagen in alternative Anlageklassen viele Freiheiten, sagte Behördenchef Mark Branson bei der Vorstellung des Berichts „Risiken im Fokus“. „Wir müssen wissen, wie die Versicherer diese Freiheit nutzen.“ Erstmals analysiert die BaFin auch drei Risiken, die Verbraucher betreffen, darunter die Kosten von kapitalbildenden Lebensversicherungen. Auch hohe Provisionen sieht sie kritisch.

EuGH-Urteil regelt Aufsicht über europaweit tätige Versicherer

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) muss aktuell einige Fragestellungen zu Solvency II klären. Am Donnerstag hat das Gericht eine erste Entscheidung getroffen, die mehr Klarheit über die Aufsicht von Versicherern bringt, die in mehreren EU-Ländern tätig sind. Das Urteil weitet unter anderem den Anwendungsbereich von Teilen der Solvency-II-Richtlinie auf die Anlegerinformations-Verordnung PRIIP und die Vermittlerrichtlinie IDD aus. Zudem stellt es klar, welche Aufsichtsbehörden Geldbußen verhängen können.

Eiopa warnt vor Risiken von Private Credit

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa sieht das wachsende Engagement der Versicherer, besonders der deutschen, im Bereich Private Credit mit Sorge. Aufsichtsbehörden und Investoren müssten darauf achten, dass das Wachstum nachhaltig sei und die Finanzstabilität nicht gefährde, heißt es in einem aktuellen Report. Ansonsten drohten bei einem Marktabschwung erhebliche Wert- und Bilanzverluste.

Busenhart leitet Schweizer Versicherungsaufsicht

Leute – Aktuelle Personalien

Die schweizerische Finanzaufsicht Finma bekommt mit Hedwig Ulmer Busenhart im kommenden Jahr eine neue Chefin der Versicherungsaufsicht. Die Mathematikerin kommt von der Helvetia, die gerade mit der Baloise fusioniert. Außerdem wechselt M&A-Experte Wessel Heukamp, zuletzt im Nürnberger-VIG-Deal involviert, mit drei weiteren Juristen zur Kanzlei Latham & Watkins. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Maklerkonsolidierer Attikon und bei Arch Insurance.

BaFin setzt auf risikobasierte KI-Aufsicht

Mit der KI-Verordnung will die EU künstliche Intelligenz (KI) regulieren und auf einer sicheren, ethischen und transparenten Basis Innovationen in dem Bereich fördern. Die BaFin erwarte von beaufsichtigten Versicherungsunternehmen, die KI- und Machine-Learning-Anwendungen nutzen, ein angemessenes Management aller Risiken, erklärte Stefan Nohl, bei der Behörde zuständig für die Aufsicht über interne Modelle im Bereich quantitative Risikomodellierung, bei einer Konferenz von Businessforum21. Dafür seien neben den in der KI-Verordnung adressierten Risiken die bestehenden Governance-Anforderungen zu beachten, die für alle IT-Anwendungen gelten.

Braucht es eine Super Complaint in Deutschland?

 Kommentar  Die britische Verbraucherschutzorganisation Which? schlägt Alarm. Sie beklagt schleppende Schadenregulierung und andere Schikanen in der Wohngebäude- und Reiseversicherung und hat die Finanzaufsicht FCA mit einer Super Complaint aufgefordert, tätig zu werden. Ein solch scharfes Schwert haben die Verbraucherschützer in Deutschland nicht. Wäre es notwendig?

UK: Verbraucherschützer starten Superbeschwerde

Verbraucher in Großbritannien klagen über schleppende Schadenbearbeitung und andere Schikanen in der Wohngebäude- und Reiseversicherung. Häufig sei der Kontakt mit der Versicherung nervenaufreibender als der Schadensfall selbst, kritisieren Verbraucherschützer. Die Verbraucherschutzorganisation Which? hat deshalb nun eine sogenannte Super Complaint bei der Aufsicht FCA eingereicht, eine Art Sammelbeschwerde, die Missstände aufdecken und Verbesserungen durchsetzen soll.

Die britische Regierung, im Bild das London Eye am Südufer der Themse, will regulatorische Lockerungen zur Stärkung der Finanzbranche einführen

Fitch sieht britische Captive-Reform kritisch

Die Ratingagentur Fitch steht den Plänen der britischen Regierung, für Captives und Versicherungsverbriefungen regulatorische Lockerungen einzuführen, skeptisch gegenüber. Sie erwartet zwar kurzfristig keine Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Versicherer. Jedoch könnten langfristig systemische Probleme entstehen, wenn Risiken in weniger regulierte Bereiche verlagert würden, so Fitch ein einem aktuellen Marktkommentar. Die Lockerungen, die die Wettbewerbsfähigkeit britischer Finanzunternehmen stärken sollen, sollen ab 2027 zur Anwendung kommen.

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