Archiv ‘BaFin’

GDV und Bitkom gegen BaFin-Pläne für Insurtechs

Nachdem die Finanzaufsicht BaFin angekündigt hat, von Insurtechs künftig eine bessere Kapitalausstattung zu verlangen, springen diesen nun die etablierten Versicherer zur Seite. Es dürfe keine Sonderregelungen für die jungen Unternehmen geben und damit auch keine strengeren Anforderungen, erklärte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Auch der Branchenverband der Digitalunternehmen Bitkom äußerte scharfe Kritik: Die Pläne der BaFin würden dazu führen, dass künftig keine Insurtechs mehr in Deutschland gegründet werden.

Hufeld muss gehen

BaFin-Präsident Felix Hufeld (Bild) muss gehen. Das Bundesministerium der Finanzen kündigte am Freitag eine Reorganisation der Behörde an. Dafür soll es einen personellen Neustart an der Spitze geben. Ebenfalls gehen muss Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele, die für den Wertpapierhandel verantwortlich ist. Wie eine Reorganisation der BaFin die Versicherer trifft, ist noch nicht klar. Mit Hufeld, einst Deutschlandchef des Maklers Marsh, und Versicherungsaufsichtschef Frank Grund sind die Unternehmen gut klargekommen.

BaFin und Familienversicherung uneins

 Exklusiv  Hat die Finanzaufsicht BaFin die Deutsche Familienversicherung auflaufen lassen und ihr sehr spät die Bedingungen für die Teilnahme an der betrieblichen Pflegerente Careflex Chemie mitgeteilt? So interpretieren viele Marktteilnehmer Äußerungen von Stefan Knoll, dem Chef der Gesellschaft, die aus dem Konsortium für Careflex ausscheiden musste. Oder hat die Behörde bereits im Sommer 2020 auf die Problematik hingewiesen? Das ist aus der Versicherungsaufsicht der BaFin zu hören. Dahinter steckt ein Grundsatzproblem: Behandelt die Aufsicht Start-ups und Insurtechs zu rigide?

Getsafe: Unprofitabel auf Wachstumskurs

Erst digitaler Versicherungsmakler, dann Assekuradeur und bald möglicherweise ein vollwertiger Versicherer – Christian Wiens, Co-Gründer und Geschäftsführer des Insurtechs Getsafe, hält trotz der Krise am Expansionskurs fest. Dass das Heidelberger Unternehmen mehr als fünf Jahre nach seiner Gründung noch immer keine Gewinne abwirft, stört ihn nicht. Getsafe habe von Anfang an sein Geld größtenteils in weiteres Wachstum investiert, sagte Wiens beim virtuellen Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung. Das Unternehmen könnte relativ schnell profitabel werden, das sei aber nicht die Strategie. „Wir werden weiter investieren, denn die Chance ist riesig.“

Hufeld sieht keine Liquiditätsprobleme bei Versicherern

Eigentlich steht im Januar der traditionelle Neujahrspresseempfang bei der Finanzaufsicht BaFin an. Doch in diesem Jahr meldet sich der BaFin-Präsident Felix Hufeld nur schriftlich zu Wort. Trotz der Corona-Pandemie erkennt er keine Liquiditätsprobleme bei Versicherern. Doch Hufeld sieht in sinkender Nachfrage und niedrigen Zinsen auch Herausforderungen. Beim Streit um Betriebsschließungspolicen hält sich der BaFin-Chef zurück.

BaFin fordert mehr Kapital von Insurtechs

Die BaFin bemängelt, dass Insurtechs bei der Gründung über zu wenig Eigenkapital verfügen. Wegen der großen Bedeutung der IT im Vertrieb von jungen Digitalversicherern seien die Kosten für den Verwaltungsaufbau deutlich gestiegen. Deshalb müssen Gründer künftig mehr Kapital für ihren Organisationsfonds einplanen und höhere Rückstellungen vorweisen. In der Insurtech-Szene dürften die neuen Forderungen für wenig Begeisterung sorgen.

BaFin entzieht Pensionskassen die Geschäftserlaubnis

Ende des vergangenen Jahres sahen sich die angeschlagene Pensionskasse der Caritas und ihr Schwesterunternehmen Kölner Pensionskasse mit ihren Sanierungsplänen noch auf gutem Weg, jetzt scheint das Aus besiegelt: Die Finanzaufsicht BaFin hat die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb der beiden Gesellschaften mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 widerrufen. Die Pensionskassen dürften damit keine neuen Verträge mehr annehmen und bestehende Pensionszusagen nicht erhöhen. Die Maßnahme kommt damit einer langfristigen Liquidation gleich.

Kurze Wege nach der Scheidung

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Pünktlich zu Silvester haben die deutsche Finanzaufsicht BaFin und ihr britisches Pendant PRA auf kurzem Wege per Memorandum of Understanding und einer Allgemeinverfügung klargestellt, was britische Versicherer als Anbieter aus Drittstaaten in Deutschland nach dem Brexit noch machen dürfen. Es ist eine unaufgeregte Lösung der kurzen Wege nach einer Scheidung. Was britische Erst- und Rückversicherer, die keine Brexit-Vorkehrungen getroffen haben, jetzt beachten müssen.

DFV: Teilrückzug aus der Chemie-Pflegerente

Die Deutsche Familienversicherung (DFV) ist nicht mehr Mitglied des Careflex-Konsortiums, das die Pflegezusatzversicherung für die Chemieindustrie anbietet. Auch als IT-Dienstleister zieht sich die Gesellschaft aus der bislang größten tarifvertraglich vereinbarten Zusatzversicherung zurück. Stattdessen agiert sie als Rückversicherer für die Barmenia, die zusammen mit der R+V jetzt das Konsortium bildet. Der Hintergrund sind Forderungen der BaFin und eine negative Einschätzung der Gesellschaft zum Verlauf der Wirtschaft angesichts der Pandemie. Für 2021 rechnet der börsennotierte Versicherer erneut mit einem Verlust.

2020: Der Jahresrückblick Teil I

Corona dominiert das Jahr 2020. Die Pandemie regiert in den vergangenen zehn Monaten in Gesellschaft und Wirtschaft. Das trifft auch die Versicherer – nicht nur durch hohe Schäden. Streit vor Gericht um die Betriebsschließungsversicherung kratzt am Image der Branche, alle Belegschaften lernen Homeoffice, die Vertriebe müssen sich neu sortieren. Verglichen mit diesem alles bestimmenden Thema wirken andere eher klein, auch wenn sie in Wirklichkeit groß sind. Aon und Willis fusionieren, Lemonade geht an die Börse, und der Wirecard-Skandal beschäftigt auch die Versicherer. Der Versicherungsmonitor blickt auf die aufregendsten Deals, die wichtigsten Personalien und die größten Ereignisse des Jahres zurück. Hier […]

Lebensversicherung 2021: weniger garantieren

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Die Versicherungswirtschaft wird im Bereich der Lebensversicherung im Jahr 2021 nicht zur Ruhe kommen. Die Diskussionen um den Wegfall von Beitragsgarantien und um eine Anpassung des Höchstrechnungszinses auf 0,25 Prozent werden die Branche weiter beschäftigen. Auch der jüngst veröffentlichte Vorschlag der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa zu den Eigenkapitalanforderungen für Produkte mit langfristigen Garantien wird von den Lebensversicherern nicht unkommentiert bleiben. Letztlich wird der Gesetzgeber handeln müssen, der sich dann aber auch von den von ihm geförderten Riester-Produkten in der bisherigen Form verabschieden muss.

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