Die Finanzaufsicht BaFin bricht eine Lanze für Versicherer, die Lebenstöchter oder -bestände an einen externen Abwickler wie Viridium, Frankfurter Leben oder Athene Leben abgeben wollen. Das in der Öffentlichkeit verbreitete Pauschalurteil, dass ein externer Run-off per se schlecht für die Kunden sei, halte einer näheren Prüfung nicht stand, schreiben Experten der Aufsicht im hauseigenen BaFin-Journal. Zudem verraten sie, worauf sie bei der Prüfung einer Übertragung besonders achten.
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Große Koalition: Die eigentliche Bedrohung
Herbert Frommes Kolumne In den Verhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD über den Koalitionsvertrag ist die Versicherungswirtschaft ohne größere Blessuren davongekommen. Im Gegenteil, einiges von dem, was die neue große Koalition verspricht, steht auch auf der Agenda der Versicherer. Das gilt vor allem für die digitale Infrastruktur. Die eigentliche Bedrohung für das langfristige Geschäft der Branche kommt nicht von möglichen Initiativen der künftigen Regierungsparteien. Sie hätte viel mehr zu verlieren, sollte die letzte Regierung Merkel spektakulär scheitern.
Der digitale Sachversicherer One startet
Mit One geht nach Ottonova, Element und Friday ein weiterer digitaler Versicherer an den Start. Das Insurtech der Wefox-Gruppe hat prominente Unterstützung: Zu den Investoren zählen unter anderem der US-Schauspieler Ashton Kutcher (Bild), sowie die deutschen Sängerinnen Lena Meyer-Landrut und Sarah Connor. Zunächst verkauft der Versicherer Hausrat- und Haftpflichtpolicen in Deutschland. Im Verlauf dieses Jahres sollen noch Unfall- und Risikolebensversicherungen dazukommen. Außerdem will One in weitere Länder expandieren.
Lohrmanns Verunsicherung CCXXX
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Eigenkapitalregeln fordern vollen Einsatz.
Zinszusatzreserve: Schnelle Antwort nötig
Die Finanzaufsicht BaFin plädiert für eine zeitnahe Neujustierung der Berechnungsregeln für die Zinszusatzreserve. Es sei weder erforderlich noch ratsam, diese Reserve weiterhin in dem bisherigen Tempo aufzubauen, sagte BaFin-Chef Felix Hufeld auf dem Neujahrsempfang der Aufsicht. Er mahnte die Versicherer, sich 2018 noch intensiver mit dem Aufsichtsregime Solvency II zu beschäftigen und auch die EU-Vermittlerrichtlinie IDD nicht zu vernachlässigen. Bei der anstehenden Überarbeitung von Solvency II sprach er sich für eine Änderung der Standardformel aus.
Ängste, Umbrüche und Skandale
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Allianz-Risikobarometer, SZ-Versicherungstag und Neujahrsempfang der BaFin.
UK: Vereinfachung bei Solvency II-Berichten
Die britische Finanzaufsicht Prudential Regulation Authority (PRA) will die Solvency II-Berichte vereinfachen. Dafür hat die Behörde ein Konsultationspapier veröffentlicht. Branchenteilnehmer können noch bis April ihre Meinung zu den Änderungsvorschlägen einreichen. Die Änderungen würden vor allem kleineren Versicherern zu Gute kommen. Die PRA reagiert mit dem Papier auf Kritik der Versicherer und britischer Politiker. Sie finden, dass die britische Aufsicht die EU-Vorgaben zu Solvency II zu streng interpretiert. Es ist bereits die zweite Runde an Veränderungen bei der Solvency II-Berichterstattung, die die Aufsicht auf den Weg bringt. Weitere Änderungen könnten nach dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus der EU folgen.
SFCR: Nicht alle Versicherer erfüllen die Anforderungen
The Long View – Der Hintergrund Die Denkfabrik V.E.R.S. Leipzig GmbH hat die narrativen Teile der Solvency II-Berichte der Versicherer unter die Lupe genommen. Die sogenannten Solvency and Financial Condition Reports (SFCR) halten interessante Erkenntnisse über die Gesellschaften bereit. Es hat sich aber noch kein einheitliches Vorgehen beim Erstellen der SFCR herauskristallisiert, die Berichte sind sehr heterogen und unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Ein nicht unerheblicher Teil der Versicherer verstößt gegen die delegierte EU-Verordnung zu Solvency II, weil quantitative Angaben an den erforderlichen Stellen unterbleiben.
2017: Der Jahresrückblick
Die Allianz will international wachsen, die Generali Deutschland startet ihren Konzernumbau und Amazons Sprachassistent Alexa verkauft nun auch Policen – 2017 war ein spannendes Jahr für die Versicherungsbranche. Für großen Wirbel hat auch der Ergo-Konzern gesorgt: Erst wird bekannt, dass der Versicherer still und heimlich den Verkauf seiner beiden Leben-Töchter und einer Pensionskasse plant, kurze Zeit später rudert er zurück. Außerdem machen drei große Hurrikane Munich Re, Talanx & Co. zu schaffen. Der Versicherungsmonitor blickt auf die aufregendsten Deals, die wichtigsten Personalien und die größten Ereignisse des Jahres zurück.
Dringend nötige Atempause
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Leerer Terminkalender, Themen des kommenden Jahres
Solvenzberichte: Was Versicherer ändern müssen
Nach der deutschen Finanzaufsicht BaFin hat sich nun auch die europäische Behörde Eiopa zu den ersten Solvency II-Berichten der Versicherer zu Wort gemeldet. BaFin und Eiopa wünschen sich ähnliche Verbesserungen: So will auch die europäische Aufsicht eine besser verständliche Zusammenfassung und mehr unternehmensspezifische Angaben. Tabellen im Anhang können inhaltliche Erläuterungen nicht ersetzen, meint Eiopa. Beim nächsten Durchlauf verlangt die Aufsicht einen Vergleich mit den Vorjahreswerten in Tabellenform.










