Industrieunternehmen, die unzufrieden mit ihren aktuellen Cyberdeckungen sind, haben derzeit gute Chancen, mit ihrem Anbieter bessere Bedingungen zu verhandeln. Der Markt ist so kundenfreundlich wie lange nicht, höhere Kapazitäten sind möglich für Firmen mit gutem Risikomanagement. Darüber waren sich Fachleute auf dem Symposium des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft in München einig. Der Jenaer Konzern Jenoptik hat von der Lage profitiert – trotz eines kürzlich aufgetretenen Cyberangriffs, berichtete Versicherungschef Andreas Wiederhold (im Foto rechts).
Archiv ‘Cyberangriff’
Cyber: Viele Schäden, günstige Preise
Obwohl die Zahl der Cybervorfälle stark steigt, gehen die Preise im globalen Cyberversicherungsmarkt zurück, zeigt ein aktueller Marktbericht des Großmaklers Aon. Das liege am zunehmenden Wettbewerb, der nicht nur zu sinkenden Preisen, sondern auch zu Innovationen bei den Versicherungsbedingungen und im Risikomanagement führt. Laut Aon könnten neue Angriffsszenarien jedoch zu größeren Schäden führen und den Markt schnell wieder verhärten. Der Makler warnt zudem vor schweren Reputationsrisiken, die zum Einbruch der Aktienkurse führen können.
Erste Klagen nach Hackerangriff auf Allianz
Nachdem sich Cyberkriminelle vergangenen Monat Zugriff auf die Daten von rund 1,4 Millionen Kundinnen und Kunden der Allianz Life USA verschafft haben, folgen nun die ersten Sammelklagen von Betroffenen. Mindestens fünf dieser Class Action Suits sind bei dem zuständigen Gericht in den USA eingereicht worden. Die Kläger werfen dem Versicherer vor, keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen zu haben.
Keine Alarmstimmung wegen Share-Point-Lücke
Exklusiv Die Sicherheitslücke in Microsofts Share-Point-Software ist ernst, aber nicht dramatisch, sagte Sven Erichsen, Cyber-Experte beim Spezialmakler Finlex. Der Angriff, der chinesischen Hackergruppen zugeschrieben wird, sei nicht mit früheren Großangriffen auf Microsoft-Produkte vergleichbar. Dennoch trifft er deutsche Unternehmen und Organisationen besonders stark.
Cyberrisiken: Heilberufler sorgen sich um Datenklau
Hacker-Angriffe treffen Arztpraxen und andere Heilberufe vergleichsweise selten. Trotzdem sind die Ärzte und Therapeuten alarmiert. Denn das Risiko besteht, dass sensible Gesundheitsdaten der Patienten in die falschen Hände geraten. Entsprechend halten die Heilberufler das Thema Cybersicherheit für sehr wichtig. Eine Studie des Versicherers HDI zeigt aber, dass bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen noch Luft nach oben besteht.
Der Schlüssel zur Cyber-Resilienz
The Long View – Der Hintergrund Cyberversicherungen sind längst mehr als ein reiner Transfer von IT-Risiken. Prävention, Notfallmanagement und die kontinuierliche Risikobewertung sind zentrale Bausteine einer modernen Cyberstrategie und nachhaltigen Cyberversicherung. Insbesondere die ganzheitliche Unterstützung im Ernstfall durch Versicherer und ihre Partner, das sogenannte Incident Response Management, ist einer der Schlüssel zur Cyber-Resilienz.
BaFin: Kapitalaufschlag für Haftpflichtkasse
Die Finanzaufsicht BaFin hat der Haftpflichtkasse aus Roßdorf bei Darmstadt einen Kapitalaufschlag auf die Solvabilitätskapitalanforderung auferlegt. Grund dafür sind die mangelhaften IT-Systeme des Unternehmens, wie die Aufsicht mitteilte. Die Haftpflichtkasse ist nun aufgefordert, die Mängel zu beseitigen. Der Versicherer hatte in der Vergangenheit mit einem Hackerangriff für Schlagzeilen gesorgt. Es war der erste große Cyberangriff auf einen deutschen Versicherer.
Bis 10 Mio. Euro: Stoïk erhöht Kapazitäten
Exklusiv Kunden des französischen Cyber-Assekuradeurs Stoïk können künftig Policen mit Versicherungssummen in Höhe von bis zu 10 Mio. Euro abschließen. Dass das Start-up seine Deckungsobergrenze damit verdoppeln konnte, liegt auch an der jüngst vertieften Partnerschaft mit Tokio Marine. Stoïk, vor gerade einmal drei Jahren in Paris gegründet, verfolgt auch weiterhin einen steilen Wachstumskurs.
Cyberangriff: Wer kommt für den Schaden auf?
Legal Eye – Die Rechtskolumne In der heutigen digitalisierten Welt sind Unternehmen zunehmend Ziel von Cyberangriffen. Die Folgen eines solchen Cyberangriffs sind meist gravierend und mit erheblichen finanziellen Schäden verbunden. Während der Cyberangriff meist nach wenigen Tagen vorbei ist, dauert die Aufarbeitung des Vorfalles meist Jahre. Sicherheitslücken werden analysiert und erlittene Schäden bei Versicherern und Verantwortlichen regressiert. Das ist ein oft mühsamer und arbeitsintensiver Prozess für alle Beteiligten.
Verimi: Hacker warnen vor Sicherheitsproblemen
Exklusiv Die Online-Anmeldeplattform Verimi ist weiterhin von Sicherheitsproblemen betroffen. In einer anonymen E-Mail an den Versicherungsmonitor beschreiben Hacker, wie sie sich mit manipulierten Ausweisdokumenten Zugang zum Online-Kundenportal der R+V verschafft haben wollen. Die R+V nutzt das Verimi-System, um ihre Nutzer beim Login zu verifizieren. Die Hacker warnen auch vor den Online-Sicherheitsrisiken der Nürnberger Lebensversicherung. Verimi räumt die Sicherheitslücken ein.
Cyber: Technikgläubigkeit schadet
Selbstständige und kleine Unternehmen rüsten technisch gegen Cyberangriffe auf, unter anderem durch die Einführung von Zwei-Faktor-Authentifizierung. Aber im Gefolge der besseren Schutzmaßnahmen stagniert die Bereitschaft, sich auch durch eine Versicherung zu schützen. Das ist eine falsche Technikgläubigkeit, glaubt Frank Rustemeyer (Bild) vom Berliner Unternehmen Hisolutions. Es berät Firmen nach Cyberüberfällen und arbeitet unter anderem für den Versicherer Hiscox. Rustemeyer und Tobias Wenhart von Hiscox empfehlen ein mehrstufiges Herangehen.
Malek: Sanktionsrisiken im Blick behalten
Wollen Unternehmen, die Opfer einer Cyberattacke geworden sind, Lösegeld zahlen, müssen sie unbedingt darauf achten, ob Sanktionen gegen die Kriminellen vorliegen. Das Thema treibt Unternehmen und ihre Cyberversicherer derzeit stark um, berichtete Paul Malek von der Kanzlei Clyde & Co beim Financial Lines Day. Es sei ein Fehler, zu glauben, dass es deutsche Unternehmen nicht betrifft, wenn Cyberkriminelle auf Sanktionslisten in den USA stehen.











