In der Cyberversicherung, einer jungen Sparte mit ausgeprägter Bedingungsvielfalt und hoher Dynamik, gibt es zwar durchaus Konflikte zwischen Versicherern und Kunden, bislang aber nur wenig Gerichtsentscheidungen. Die neuen, bei Oberlandesgerichten angesiedelten Commercial Courts zur schnellen Klärung von Streitigkeiten dürften daran nicht viel ändern, wurde bei einer Fachkonferenz des GVNW deutlich. Ein großer Vorteil dieser Spezialsenate ist für die Akteure in der Cyber-Sparte jedoch insbesondere die Prozessführung auf Englisch.
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Schadentrends: Zick-Zack in der Cyberversicherung
Unternehmen investieren immer mehr in ihre Cybersicherheit, die Zahl der Angriffe steigt trotzdem weiter. Der Assekuradeur Coalition nennt das in einer aktuellen Analyse ein „Cyber-Schutz-Paradoxon“. Zumal es mit diesem Widerspruch nicht genug ist: Den steigenden Angriffszahlen stehen nämlich sinkende Schäden gegenüber. Geradlinigkeit ins Trend-Zick-Zack können die Unternehmen selbst bringen.
Jurecka: Wir sind noch weit weg von den Weichmarkt-Jahren
In der Rückversicherung sinken die Preise, das bekommt auch die Munich Re zu spüren. Der Preisabrieb in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2026 hat sich mit minus 2,5 Prozent bei den Münchnern aber noch in Grenzen gehalten. Dafür musste der Rückversicherer aber beim Volumen Abstriche machen, wie Munich Re-Chef Christoph Jurecka im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt. Dennoch sieht er den Rückversicherer gut aufgestellt.
Marsh: Industriepreise sinken weiter
Weltweit sind die Preise in der Industrieversicherung im letzten Quartal des abgelaufenen Jahres zurückgegangen – wie auch schon in den fünf Quartalen zuvor. Das zeigt der Global Insurance Market Index des Großmaklers Marsh. Doch der Trend gilt nicht für alle Sparten und Regionen. Außerdem könnten einzelne Events die Entwicklungen rasch verändern. Einen Ausblick für dieses Jahr wagt Marsh dennoch.
Baobab gewinnt Scor als Risikoträger
Der Cyber-Assekuradeur Baobab will künftig auch komplexere Risiken im industriellen Sektor abdecken und ist dafür eine Partnerschaft mit dem Rückversicherer Scor eingegangen. Mit dem Lloyd’s-Syndikat von Scor als weiterem Risikoträger erweitert Baobab seine Zeichnungsbefugnis für Cyberrisiken auf Unternehmen mit bis zu 1 Mrd. Euro Umsatz in Deutschland und Österreich.
Stoïk sammelt 20 Mio. Euro ein
Der französische Cyber-Assekuradeur Stoïk hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 20 Mio. Euro eingesammelt. Das Geld will das Unternehmen in seine technologische Expertise investieren – und dafür auch neues Personal einstellen. Für den CEO Jules Veyrat ist es der nächste logische Schritt, immerhin sei das Geschäftsmodell inzwischen „belastbar belegt“. Die Investoren scheinen überzeugt, darunter ein Veyrat bestens Bekannter: sein Vater.
Zurich bietet Milliarden für Beazley
Der Schweizer Versicherer Zurich hat dem britischen Spezialversicherer Beazley ein Übernahmeangebot in Milliardenhöhe unterbreitet und damit für viel Bewegung auf dem Kapitalmarkt gesorgt. Zu einem Kaufpreis von 1.280 Pence (14,72 Euro) je Aktie in bar will der Schweizer Konzern das in London ansässige Unternehmen vollständig übernehmen. Das Angebot entspricht einem Gesamtkaufpreis von rund 7,7 Mrd. Pfund.
Berkley: „Wir messen uns nicht an verkauften Policen“
Profitabilität hat Vorrang vor Wachstum, gerade in Zeiten eines aufweichenden Gewerbe- und Industrieversicherungsmarktes, betont Robert Berkley, CEO und President von W. R. Berkley, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Dabei sieht der Spezialversicherer in vielen Märkten und Sparten, in denen er aktuell vertreten ist, noch Raum für Wachstum. In Deutschland, wo das Unternehmen seit 15 Jahren aktiv ist, ist Berkley zuletzt in neue Geschäftsbereiche eingestiegen, berichtet Florian Eisele, Head of Specialties Europe.
Cyberversicherer Miris begrüßt neues Mitglied
Der 2022 von Industriegrößen wie Airbus, BASF, Solvay und Michelin gegründete Cyber-Gegenseitigkeitsversicherer Miris zählte lange zwölf Mitglieder, vor allem Unternehmen aus dem französischen Raum. Jetzt ist mit der belgischen Firma Syensqo Nummer 13 dazugestoßen. Mit Miris wollen sich die Konzerne zusätzliche Kapazitäten sichern und ihre Cyber-Resilienz verbessern.
Beazley wird bei Cyber in Nordamerika vorsichtiger
Beazley, einer der weltweit größten Cyberversicherer, will beim Geschäft mit Cyberpolicen in Nordamerika auf die Bremse treten. Der Versicherer sei nicht bereit, mit unrentablen Preisen in dem Markt weiter zu wachsen. Hintergrund der Entscheidung seien steigende Schäden und sinkende Preise in einem umkämpften Marktsegment. In Deutschland sind die Preise ebenfalls rückläufig, Versicherer scheuen das Kumulrisiko und reduzieren Kapazitäten. Hier will der Versicherer jedoch weiter wachsen, betonte das Unternehmen.
D&O: Mehr Prävention vonnöten
Die Haftungsrisiken für Manager steigen und damit auch die Schäden in der D&O-Versicherung. Deshalb wird auch in der Managerhaftpflichtversicherung das Thema Prävention immer wichtiger. „Hier müssen wir als Versicherer stärker werden“, sagte Daniel Kreienkamp, Bereichsleiter Vermögensschadenhaftpflicht/Financial Lines bei der Ergo, bei einer Veranstaltung des Versichererverbands GDV.
KI im „Hase und Igel“-Spiel
Die künstliche Intelligenz (KI) hat Hackern ganz neue Möglichkeiten an die Hand gegeben, ihre Angriffe auf Unternehmen durchzuführen. Gleichzeitig bietet sie den Firmen die Chance, sich besser gegen solche Attacken zu rüsten – von der Erkennung verdächtiger Muster in Daten und Prozessen bis zum Erstellen von Sicherheitskonzepten. Wie die Unternehmen damit umgehen können, erklärte Roman Potyka von Hiscox in einem gemeinsamen Webinar des Versicherungsmonitors mit dem Versicherer.
Ralf Berndt im BVK-Maklerbeirat
Ralf Berndt, ehemaliger Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherung, wird Teil des Maklerbeirats des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Berndt hatte die Stuttgarter erst vor Kurzem verlassen und war in den Ruhestand gegangen. Seitdem hat er mehrere Positionen als Berater übernommen. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Spezialversicherer Markel und dem Vermögensverwalter Fidelity.















