Die vom Versichererverband GDV im April vorgestellte Musterklausel für den Umgang mit PFAS-Risiken ist nach Ansicht des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) rechtswidrig. Das habe ein vom GVNW beauftragtes Rechtsgutachten ergeben, sagte GVNW-Chef Patrick Fiedler bei der Eröffnung des diesjährigen Industrieversicherungs-Symposiums des Verbands. Über den Umgang mit den sogenannten Ewigkeitschemikalien wird seit einiger Zeit in der Industrieversicherung intensiv diskutiert.
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Preise: Entspannung, aber nicht überall
Die Preise in der Industrieversicherung entwickeln sich zugunsten der versicherungsnehmenden Wirtschaft, beobachten Experten. Allerdings müssen Segmente und Branchen differenziert betrachtet werden. Während die Prämien in der industriellen Sachversicherung stagnieren, steigen die Preise in der Haftpflichtversicherung, insbesondere in den USA. Problematisch bleibt die Kfz-Flottenversicherung, während die D&O-Sparte trotz zunehmender Firmenpleiten starke Preisrückgänge verzeichnet. Besonders viel Bewegung ist in der Cyberversicherung.
Swiss Re: Soziale Inflation auch in Europa
Der Rückversicherer Swiss Re unterstützt die Forderung des Konkurrenten Munich Re an die Branche, die Verbreitung von Cyberversicherungen bei bisher unversicherten Segmenten voranzutreiben. Vor allem viele kleine und mittelgroße Unternehmen seien noch nicht versichert, betonte Underwriting-Chef Gianfranco Lot. Der aktuelle Preisverfall im Markt beunruhigt den Rückversicherer nicht. Stattdessen macht er sich Sorgen, dass sich der Trend der sozialen Inflation nach den USA auch in Europa zeigen könnte.
Aon: Hohe Komplexität prägt Industrieversicherung
Der Industrieversicherungsmarkt 2025 ist von einer hohen Komplexität geprägt, die eine sorgfältige Analyse der individuellen Risikosituation von Unternehmen erfordert. Zu diesem Ergebnis kommt der Großmakler Aon in seinem aktuellen Marktbericht. Dabei präsentiert sich der Sachversicherungsmarkt abseits des Risikos durch Naturgefahren entspannter, vor allem Großkunden können von Verbesserungen profitieren. Auch in der Cyberversicherung ist das Marktumfeld vielversprechend, schreibt Aon.
„Wir müssen aufhören, uns Geschäft zu stehlen“
Rückversicherer, Versicherer und Makler müssten aufhören, nur um die Cyberrisiken zu konkurrieren, die bereits versichert sind, fordert Munich Re-Vorstand Stefan Golling auf dem Rückversicherungstreffen in Monte Carlo. Um den Markt zu entwickeln, sollten sich alle darauf konzentrieren, Cyberversicherungen aktiv an die Unternehmen zu verkaufen, die bisher keinen Zugang dazu haben. Das alternative Kapital, das sich im Rückversicherungsmarkt tummelt, betrachtet Golling nicht als ernsthafte Konkurrenz.
Studie: Cyberversicherungsmarkt „gereift“
Der Cyberversicherungsmarkt wird immer komplexer. Die Risiken steigen, das Angebot an Policen auch, Versicherer wie Versicherte wissen immer besser, worauf es für sie ankommt. Das IT-Sicherheitsunternehmen Arctic Wolf kommt deswegen zu dem Schluss, dass der Markt „gereift“ ist. Angesichts einer steigenden Gefahr von Cyberangriffen ist das auch notwendig. Darüber hinaus bieten sich weitere Wachstumschancen.
Coalition setzt Europa-Expansion fort
Der US-amerikanische Cyber-Assekuradeur Coalition startet in Frankreich, seinem mittlerweile vierten europäischen Markt. Erst 2024 kam das Unternehmen nach Deutschland, seit Mai dieses Jahres ist es auch in Dänemark und Schweden aktiv. Risikoträger in Frankreich ist die Allianz Commercial, mit der Coalition auch in seinen anderen Märkten zusammenarbeitet.
Debeka sehr zufrieden mit neuer Cyberpolice
Die Debeka zieht eine positive Bilanz für die neue Cyberversicherung für Privatkunden. Die Zahl der Abschlüsse nähere sich dem fünfstelligen Bereich, es handle sich um eine sehr erfolgreiche Produkteinführung, sagte Vorstand Normann Pankratz. Kein Internetnutzer kann sich in Sicherheit wiegen, an der Beschäftigung mit dem Thema Cybersicherheit geht kein Weg vorbei, betonte der Cyberexperte und Berater Nikolaus Stapels. Sie lasse sich bereits mit einfachen Maßnahmen verbessern.
Kabinett bringt NIS2-Umsetzung auf den Weg
Nach einiger Verzögerung wegen des verfrühten Aus der Ampel hat die neue Bundesregierung jetzt einen Entwurf für das IT-Sicherheitsgesetz vorgelegt. Es ist die Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS2). Dem geplanten Gesetz nach werden deutlich mehr Unternehmen erhöhten Cybersicherheitsstandards entsprechen müssen. In der Assekuranz beobachten besonders D&O-Versicherer diesen Vorgang ganz genau.
Baobab: „Wir werden bleiben“
Exklusiv Der vor vier Jahren gestartete Cyber-Assekuradeur Baobab, der zuletzt in einer Finanzierungsrunde 12 Mio. Euro eingesammelt hatte, verfolgt große Pläne. Mit dem Geld will das Unternehmen in künstliche Intelligenz investieren und Prozesse von Maklern und Underwritern beschleunigen. Geschäftsführer Vincenz Klemm berichtet im Interview mit dem Versicherungsmonitor, wohin die Reise von Baobab geht und warum er an der Cyberversicherungssparte festhält.
Marsh: Prämien in der Industrieversicherung sinken
Zum vierten Mal in Folge sind die internationalen Prämien in der Industrieversicherung gesunken. Im zweiten Quartal dieses Jahres sogar stärker als zuvor. Der Negativtrend geht über fast alle Sparten und Regionen hinweg und wird sich laut dem Großmakler Marsh fortsetzen. Lediglich in der Haftpflichtversicherung dürfen sich die Gesellschaften über leicht steigende Prämien freuen.
Funk: Industriemarkt entspannt sich, Risiken steigen
Die Preissteigerungen in der Industrieversicherung scheinen nachzulassen, schreibt der Makler Funk in einem aktuellen Bericht. Zwar sind die Segmente Sach-, Haftpflicht-, Kfz- und D&O-Versicherung noch von Problemen geplagt. Der Markt zeigt sich aber insgesamt stabil. Funk sieht die systemischen Risiken als größte Herausforderung für die Versicherungswirtschaft und sorgt sich um die Entwicklung in der Cyberversicherung.
Aon weist auf steigende Risiken in Nahost hin
Die Lage in Nahost verschärft sich zunehmend. Unternehmen müssen ihre Risiken deswegen neu und intensiver bewerten und sich um zielgenauen Versicherungsschutz bemühen, schreibt der Großmakler Aon in einem aktuellen Bericht. Demnach sollte vor allem auf den Transportwegen ein größeres Augenmerk liegen, um die Policen gegebenenfalls hinsichtlich veränderter Umstände zu justieren.
A.M. Best: Ausblick für Cyber bleibt stabil
Die Ratingagentur A.M. Best stuft den globalen Marktausblick für das Segment Cyber weiterhin als stabil ein. Grund dafür ist die starke Nachfrage nach Versicherungsschutz, die durch steigende Bedrohungen wie systemische Risiken, Ransomware-Angriffe oder Überweisungsbetrug verursacht wird. Laut einem aktuellen Bericht der Ratingagentur geraten auch Versicherer vermehrt ins Visier von Hackern, die künstliche Intelligenz zunehmend für sich nutzen.
„Wir wollen stark einsteigen und stark wachsen“
Exklusiv Der US-Assekuradeur Resilience ist gerade auf dem deutschen Cybermarkt gestartet und hat den „gehobenen Mittelstand“ im Blick. Mit Kampfpreisen will er dort keine Marktanteile gewinnen, versichert Länderchef Thorsten Mairhofer im Interview, aber um Geld geht es dennoch in erster Linie. Denn bei der Analyse von Cybergefahren fokussiert sich Resilience vor allem auf die finanzielle Perspektive. So ließen sich verantwortliche Führungskräfte und Vorstände eher überzeugen.















