Eine Mehrheit der Versicherer will ihre IT-Systeme modernisieren, um die Effizienz zu steigern und Prozesse zu automatisieren. Große Hoffnungen setzen die Unternehmen dabei auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Allerdings benutzt gut die Hälfte der Gesellschaften noch veraltete Kernsysteme, wie eine Umfrage des Beratungs- und Softwareunternehmens PPI zeigt. Sie können KI-Anwendungen deshalb noch gar nicht systematisch einsetzen.
Archiv ‘Digitalisierung’
Plattformen sind keine Tools
In der Versicherungsbranche ist das Wort „Plattform“ schnell gesagt, wenn es um technologische Infrastruktur oder Anbindung geht. Doch so nützlich diese Perspektive ist – sie greift zu kurz. Denn Plattformen sind keine Tools. Sie sind Marktplätze, auf denen sich Rollen, Regeln und Relevanz ordnen. Wer sie nur als Erweiterung der eigenen Systemlandschaft betrachtet, wird ihrer Wirkung nicht gerecht.
Preise: Entspannung, aber nicht überall
Die Preise in der Industrieversicherung entwickeln sich zugunsten der versicherungsnehmenden Wirtschaft, beobachten Experten. Allerdings müssen Segmente und Branchen differenziert betrachtet werden. Während die Prämien in der industriellen Sachversicherung stagnieren, steigen die Preise in der Haftpflichtversicherung, insbesondere in den USA. Problematisch bleibt die Kfz-Flottenversicherung, während die D&O-Sparte trotz zunehmender Firmenpleiten starke Preisrückgänge verzeichnet. Besonders viel Bewegung ist in der Cyberversicherung.
Wie KI Vergleichsportale bedroht
Das Geschäftsmodell von Vergleichsportalen für Kfz- und andere Versicherungen gerät durch neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) zunehmend unter Druck. Bald wird KI die Aufgaben der Portale komplett übernehmen können, glaubt der österreichische Gründer und Investor Reinhold Baudisch. Versicherer könnten sich die neue Situation zunutze machen und viele Kundenkontakte zurückholen, sagte er auf der K-Tagung der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss in Köln.
Wettbewerb über die Umdeckung in der PKV
In der privaten Krankenversicherung (PKV) gewinnt die Umdeckung von Kunden in der Vollversicherung an Bedeutung. Die Übertragung eines Teils der Alterungsrückstellungen bei einem Wechsel des Anbieters ist zu einem harten Wettbewerbsfaktor geworden, stellt der Map-Report in seinem aktuellen PKV-Bilanzrating fest. Das ist nicht immer im Sinne der Kunden und wirft ein kritisches Schlaglicht auf die PKV, findet der Branchendienst. Den Versicherern bescheinigt er eine solide Finanzbasis.
Vom Tabellenwald zur Datenautobahn im Aktuariat?
Digitaler Dienstag Vor einigen Jahrzehnten galt Excel als Revolution, später sorgten die Skriptsprache VBA und die Statistik-Programmiersprache R für weitergehende Automatisierung. Heute eröffnet mit künstlicher Intelligenz gestützte Data Science im Bereich Versicherungsmathematik vielfältige Optimierungsmöglichkeiten. Actuarial Data Science bietet enormes Potenzial – vorausgesetzt, Unternehmen sind bereit, frischen Wind ins Aktuariat zu bringen.
Wir brauchen eine neue Idee von Arbeit
Digitaler Dienstag Die Digitalisierung verändert die Versicherungswirtschaft. Doch während wir über Plattformen, KI, Prozesse und Governance sprechen, bleibt ein Aspekt oft erschreckend unbeachtet: Was passiert mit den Menschen, mit ihrer Arbeit, ihren Rollen und ihrer Identität, wenn alles andere sich verändert? Wenn bisherige Stellenbeschreibungen verschwinden, entstehen dynamische Aufgaben, die sich nach Bedarf und Kontext formieren. In vielen Unternehmen sitzen kluge, engagierte Menschen, die aber nicht mehr genau wissen, wofür sie perspektivisch da sind.
Die PKV wird digitaler
Die Digitalisierung in der privaten Krankenversicherung (PKV) hat einen Schub bekommen. Elf PKV-Unternehmen sind jetzt in der Lage, ihren Versicherten ein elektronisches Rezept und weitere digitale Funktionen anzubieten. In einem nächsten Schritt soll die Einführung der elektronischen Patientenakte folgen. Technischer Partner der elf Versicherer ist das Unternehmen RISE, das bereits mit anderen PKV-Anbietern erfolgreich zusammenarbeitet.
Allianz verbindet Patientenakte und E-Rezept
Die Allianz Private Krankenversicherung rüstet ihre elektronische Patientenakte (ePA) auf. Das elektronische Rezept (E-Rezept) ist jetzt in die digitale Akte eingebunden. Bislang war für die digitale Rezepteinlösung und -abrechnung eine separate App nötig. Zurzeit nutzen mehr als 40.000 Vollversicherte die ePA, was Vorstand Daniel Bahr als Erfolg wertet.
Was erfolgreiche KI-Projekte verbindet
Digitaler Dienstag Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde – und doch in kaum einem Prozess wirklich angekommen. Besonders in der Versicherungsbranche bleibt die Lücke zwischen Ambition und Umsetzung groß. Viele Unternehmen haben KI-Pilotprojekte initiiert, Innovationsabteilungen aufgebaut, Berater engagiert. Doch messbare Ergebnisse sind selten. Dabei zeigt sich inzwischen deutlich, wie der erfolgreiche Einstieg gelingen kann – und wo klassische Muster versagen.
AfW: Makler setzen auf zwei Pools
Maklerinnen und Makler arbeiten im Schnitt mit zwei Pools oder Verbünden zusammen. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Vermittlerbarometers des Vermittlerverbandes AfW. Er betont, dass sich mit mehr Anbindungen die Gefahr erhöhe, weniger Synergieeffekte zu erzielen. Laut dem Vermittlerbarometer stehen das Produktportfolio sowie Maklertools oben auf der Liste der Entscheidungsfaktoren bei der Wahl eines Poolpartners.
KI: Vom Projektzoo zur Plattformstrategie
Digitaler Dienstag Die Versicherungswirtschaft experimentiert – und das nicht zu knapp. Es gibt kaum ein Unternehmen, das nicht mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet. Schadenprozesse, Underwriting, Kundenservice – überall entstehen Pilotprojekte mit hohem Anspruch und teils beachtlichen Ergebnissen. Doch so groß die Neugier ist, so gering fällt oft der operative Effekt aus. Der Grund dafür ist weniger technischer als struktureller Natur: Was fehlt, ist eine skalierfähige Architektur.
Wenn Strukturen Entwicklung verhindern
Digitaler Dienstag Transformation beginnt im Kopf, aber sie bleibt dort stecken, wenn Strukturen sie blockieren. Nach Jahren der Digitalisierungsrhetorik ist klar: Technologie, Purpose und Strategiepapiere allein reichen nicht, um Organisationen wirklich zu verändern. Denn Unternehmen verhalten sich nicht nach ihren Visionen. Sie verhalten sich nach ihren Strukturen. Kultur mag Strategie zum Frühstück verspeisen – aber Struktur frisst beides zum Abendessen.
Allianz beteiligt sich an Yondr
Allianz Global Investors (AGI), der Vermögensverwalter des Versicherers Allianz, investiert über die Tochter Allianz Capital Partners in die Londoner Technologie-Plattform Yondr. Das Unternehmen ist spezialisiert auf besonders leistungsfähige Rechenzentren. Es wirbt außerdem mit hoher Energieeffizienz und der Einhaltung von Grenzen für CO2-Emissionen. Hintergrund für den Schritt sei die steigende Nachfrage nach leistungsstarker und gleichzeitig energieeffizienter Infrastruktur, so die Allianz. Zum Volumen der Beteiligung äußerte sich das Unternehmen nicht.










