Die Pläne der Bundesregierung zur Reform der Altersvorsorge stoßen auf viel Gegenwind. Vor allem die Versicherungsbranche kritisiert die Vorschläge von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, die gestern bekanntgegeben wurden. Verschiedene Verbände, darunter der Versichererverband GDV, sind sich darin einig, dass die Pläne nicht weit genug führen. Der GDV wünscht sich eine baldige Reform der betrieblichen und der privaten Vorsorge.
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Warum Element zum Eigentor werden kann
Herbert Frommes Kolumne Die Insolvenz des Berliner Start-ups Element kann weitreichende Folgen haben, die weit über die Probleme für die Betroffenen hinausgehen. Sie liefert all jenen Munition, die sich für einen Zwangs-Rettungsfonds für die Schaden- und Unfallversicherung einsetzen, wie es ihn für die Lebens- und für die Krankenversicherer bereits gibt. Bislang haben die deutschen Versicherer und die BaFin auf EU-Ebene argumentiert, ein solcher Rettungsfonds sei unnötig, weil Insolvenzen in der Schaden- und Unfallversicherung praktisch nicht vorkommen. Aber genau das ist jetzt passiert.
Solvency II: Wiens warnt vor übertriebener Entlastung
Die funktionierende Regulierung hat ihren Teil dazu beigetragen, dass die Versicherungsbranche stabil durch die Turbulenzen der Vergangenheit gekommen ist. Darin waren sich Vertreter der Versicherungsaufsicht und der Assekuranz auf der Regulierungskonferenz des Lobbyverbands GDV in Berlin einig. Die oberste Versicherungsaufseherin der BaFin Julia Wiens (auf dem Foto rechts) warnte vor einer übertriebenen Entlastung der Branche.
GDV fordert sicherere Lkw-Parkplätze
Die deutschen Transportversicherer setzen sich für einen Ausbau gesicherter Lkw-Parkplätze entlang der wichtigsten europäischen Fernstraßen ein. Jeder dritte Frachtdiebstahl ereignet sich nach einer aktuellen Studie während des Parkens, der jährliche Gesamtschaden lag zuletzt bei rund 2,2 Mrd. Euro. Zumindest für besonders diebstahlgefährdete Transporte müssen ausreichend sichere Parkplätze geschaffen werden, fordert der Versichererverband GDV.
Kein konkreter Zeitplan für Riester-Reform
Berlin hat noch keinen konkreten Zeitplan für eine Reform der privaten Altersvorsorge und will sich auch inhaltlich nicht näher festlegen. Das Bundesfinanzministerium verweist in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) lediglich auf den Wortlaut im Koalitionsvertrag. Bereits im vor einigen Wochen veröffentlichten Sofortprogramm der Regierung war die Riester-Reform durch Abwesenheit aufgefallen.
Feuer: Versicherbarkeit in Gefahr
Exklusiv Immer weniger Versicherer sind bereit, Abfall- und Recyclingbetriebe gegen Feuerschäden oder Betriebsunterbrechung durch Feuer zu versichern. Die schadenträchtigen Jahre 2023 und 2024 haben dafür gesorgt, dass sich immer mehr Anbieter aus dem Bereich zurückziehen. Das ist kein akzeptabler Zustand, sagt Versicherungsberater und Risikomanagement-Experte Elmar Sittner im Interview. Die im April veröffentlichte Brandschutzrichtlinie des GDV, die Abfall- und Recyclingbetriebe beim Risikomanagement unterstützen soll, hält er für realitätsfern.
Branchengespräche mit der Aufsicht
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: die jährliche Konferenz zur Versicherungsregulierung des Branchenverbandes GDV und die Bilanzpressekonferenz des Kölner Versicherers DEVK
Kfz: 1,3 Mrd. Euro Unwetterschäden im Jahr 2024
Für Schäden durch Unwetter wie Sturm, Hagel, Blitze und Überschwemmungen haben die Kfz-Versicherer in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 1,3 Mrd. Euro gezahlt. Auch wenn Zahl der betroffenen kaskoversicherten Fahrzeuge und das Schadenvolumen 2024 deutlich unter den Werten des Vorjahres lagen, dürfe das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klimawandel die Gefahr durch Naturgefahren verschärft hat, warnt der Versichererverband GDV.
GDV begrüßt Lockerungen bei Verbriefungen
Die deutsche Versicherungsbranche begrüßt die Vorschläge der EU-Kommission für eine Lockerung der Regeln bei Kreditverbriefungen. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass Versicherer und andere Investoren die nötigen Informationen zur Risikobewertung erhalten, fordert der Versichererverband GDV. Der Vorstoß zielt darauf, dass Banken die Realwirtschaft mit zusätzlichen Krediten versorgen. Der Verein Bürgerbewegung Finanzwende hält das Argument für nicht überzeugend – und erinnert an die Finanzkrise 2008.
Mit GDV-Fragebogen zur nachhaltigen Kapitalanlage
Der Versichererverband GDV hat einen Fragebogen zur Ermittlung der Nachhaltigkeitskompetenz von Vermögensverwaltern veröffentlicht. Mithilfe von 17 Fragen sollen sich Versicherer einen Eindruck über die einschlägigen Erfahrungen von potenziellen Asset-Managern verschaffen können. Die Versicherungsbranche stellt sich gerne als idealer Partner für die nachhaltige Transformation der Wirtschaft dar, einzelne Anbieter stehen aber immer wieder wegen ihrer Rolle im Geschäft mit fossilen Energien in der Kritik.
GDV fordert besseren Brandschutz auf Schiffen
Kurz nach dem Feuer auf dem Autofrachter „Morning Midas“, brennt erneut ein Frachtschiff. Das Containerschiff „WAN HAI 503“ ist am Montag nach einer Explosion vor der indischen Küste in Brand geraten. Vier Besatzungsmitglieder werden vermisst. Für die Versicherer bedeutet das einen weiteren Schaden. Der GDV fordert angesichts der Vorfälle eine Modernisierung der Löschsysteme.
Ein Label für Europas Zukunft
The Long View – Der Hintergrund Das Kapital für Europas Zukunft ist längst vorhanden. Es liegt auf Sparbüchern und wartet darauf, in Bewegung gesetzt zu werden. Ein EU-Label für Finanzprodukte könnte genau das leisten. In Paris haben sich eine Gruppe von EU-Staaten, darunter Frankreich und Deutschland auf diese Initiative geeinigt. Wenn es gelingt, Orientierung und Vertrauen zu schaffen, lassen sich Milliarden mobilisieren – für Infrastruktur, Digitalisierung und Altersvorsorge.
ISSB schlägt Erleichterungen für Versicherer vor
Das International Sustainability Standards Board (ISSB) hat Vorschläge für die Anpassung des Rechnungslegungsstandards IFRS formuliert, und dabei auch konkret die Versicherer auf das Tableau gebracht. Medien hatten die Vorschläge so gedeutet, dass das ISSB Versicherungsaktivitäten komplett aus der Treibhausgas-Berichtspflicht ausklammern will. Dies ist aber nicht der Fall, wie das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee, der Versichererverband GDV und der Experte Carsten Zielke erläutern. Dennoch winken Erleichterungen für Versicherer.
Hochwasser treibt Naturgefahrenbilanz nach oben
Mit 5,7 Mrd. Euro beliefen sich die Schäden durch Naturgefahren für deutsche Versicherer im vergangenen Jahr auf die gleiche hohe Summe wie bereits 2023. Für die Kfz-Versicherer lagen die Schäden mit 1,3 Mrd. Euro etwa im langjährigen Durchschnitt, so die Bilanz des Versichererverbandes GDV. Die Sachversicherer mussten dagegen deutlich höhere Schäden verkraften, als im Schnitt zu erwarten war. Besonders die Hochwasserschäden legten zu.













