Die Corona-Pandemie hat Wirtschaft, Regierung und vor allem Versicherer vor Augen geführt, wie hoch die Kosten einer solchen Katastrophe sind. Privat absichern kann man dieses Risiko kaum. Deshalb plädieren gleich mehrere Branchenteilnehmer wie die Risikomanager-Vereinigung Ferma und der Versicherer Axa für einen Pandemie-Pool. Die Allianz hat unterdessen ihr Aktienrückkaufprogramm gestoppt und die Hauptversammlung in den virtuellen Raum verlegt. Die indonesische Regierung hat eine 50-jährige Anleihe ausgegeben, um die Kosten der Corona-Krise abzufedern. Lebensversicherer zeigen sich sehr interessiert. Außerdem erlässt die Schweizer Finanzaufsicht Erleichterungen bei der Solvenzberechnung, unter anderem um Schwankungen an den Anlagemärkten auszugleichen.
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Rückversicherungs-Veteran Heinen geht in Rente
Leute – Aktuelle Personalien Der Deutschland-Chef der Gen Re Winfried Heinen (Bild) geht im Sommer in den Ruhestand. Die Leitung der deutschen Tochter übernimmt Konzernchef Charles Shamieh. Heinens Zuständigkeit für das internationale Life & Health-Geschäft wird aufgeteilt. Außerdem: Der Industrieversicherer MSIG Insurance Europe verstärkt sein Vertriebsteam in Deutschland, und der Chef des Bermuda-Versicherers Axis wird Rentner. Ebenso ist es mit dem Leiter des weltweiten Luftfahrtgeschäftes beim Makler Marsh JLT Specialty und dem Chef der Rückversicherungssparte von QBE, weshalb diese Posten neu besetzt werden.
Rheinländer: Telematik ist wichtiges Zukunftsthema
Telematik-Tarife machen mit rund einen Prozent bisher nur einen sehr geringen Teil des Kfz-Versicherungsmarktes aus. Trotzdem ist Telematik eines der wichtigsten Zukunftsthemen, sagte Jörg Rheinländer, Vorstand der HUK-Coburg, auf der Kfz-Jahrestagung von Businessforum21 in Köln. In drei bis fünf Jahren werde Telematik deutlich verbreiteter sein als heute. „Für Versicherer ist es wichtig, sich jetzt schon zukunftsfähig aufzustellen“, sagte er. Doch nicht alle Experten sehen Telematik so positiv wie Rheinländer.
Scor startet verhaltensbasiertes Angebot
Der Rückversicherer Scor sucht in Europa nach Partnern für seine Goodlife App, die in Asien bereits gestartet ist. Kunden, die sich genügend bewegen, sollen damit günstigere Lebensversicherungen und Gutscheine erhalten. Dabei setzt Scor auf die Idee, dass Bewegung jung hält. Das Angebot folgt einem Branchentrend.
Partner Re und Dacadoo kooperieren bei Wearables
Der Rückversicherer Partner Re will herausfinden, welchen Einfluss Wearables und Gesundheitsplattformen auf das Verhalten von Versicherungskunden haben. Dazu hat das auf Bermuda ansässige Unternehmen gemeinsam mit dem Schweizer Datenspezialisten Dacadoo ein Pilotprojekt zur Erfassung und Analyse von Gesundheitsdaten gestartet. Die Teilnehmer sind keine Kunden, sondern die Mitarbeiter der Partner Re an den Standorten Zürich und Paris. Sie können sich freiwillig für den sechsmonatigen Testlauf zur Verfügung stellen. Partner Re will die gewonnenen Erkenntnisse dazu nutzen, um das eigene Underwriting zu verbessern und Erstversicherern aus dem Lebens- und Krankenbereich neue Services zu bieten.
Insurlab und Koelnmesse planen Branchenkongress
Das Insurlab Germany und die Kölner Messegesellschaft planen eine neue jährliche Fachmesse für die Versicherungswirtschaft. Die Veranstaltung soll zum ersten Mal im April 2020 und danach im jährlichen Turnus stattfinden. Das haben das Insurlab und die Koelnmesse GmbH am Dienstagabend bekannt gegeben. Mit der Koelnmesse und fünf weiteren Unternehmen ist die Zahl der Insurlab-Mitglieder auf 77 gestiegen. Im laufenden Jahr steht beim Insurlab ein Projekt für das digitale Identitätsmanagement im Fokus.
Gen Re: Mit Gesichtsanalyse schneller zur Police
Die Kölner Tochter des US-Rückversicherers Gen Re will mit Gesichtsanalyse-Technologie den Antragsprozess bei Policen für Privatkunden deutlich verkürzen. Sie bietet Erstversicherern dazu eine Smartphone-App an, die sie gemeinsam mit dem amerikanischen Softwarehersteller Lapetus entwickelt hat. Für den Abschluss müssen Kunden nur ein Foto ihres Gesichts in die App laden und wenige Risikofragen beantworten, verspricht Gen Re. Im Gegenzug erwartet die zu Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway gehörende Gesellschaft, dass die Unternehmen sie als Rückversicherer an ihrem über die App abgeschlossenen Geschäft beteiligen.
Allianz: Autohaus-Vertrieb muss besser werden
Auf der Kfz-Jahrestagung von Businessforum21 gab sich Allianz-Vorstand Jörg Hipp selbstkritisch. Der Vertrieb über Autohäuser funktioniere längst nicht so gut, wie er sollte. Der Marktanteil des Kfz-Geschäfts über Autohändler sinke seit Jahren. „Wir sind zwar vor Ort präsent, schaffen es aber nicht, die Autoverkäufer dazu zu bewegen, den Kunden ein Angebot zu machen“, sagte er. Die Produkte müssten radikal vereinfacht werden, um den Händlern den Versicherungsverkauf zu erleichtern. Auch an der Bepreisung der Policen müssten die Versicherer arbeiten.
Achim Bosch geht zur Deutschen Rück
Leute – Aktuelle Personalien Achim Bosch verlässt nach Informationen des Versicherungsmonitors nach 21 Jahren den Rückversicherer Gen Re und geht zur Deutschen Rück, dem Rückversicherer der öffentlichen Gesellschaften. Die Gen Re bestätigte den Weggang, aber die Deutsche Rück nicht die Ankunft des Managers. Bei der Deutschen Rück und dem Verband Öffentlicher Versicherer, der ebenfalls als Rückversicherer agiert, soll Bosch das Ressort Schaden- und Unfall-Rückversicherung übernehmen und damit den Vorstand komplettieren. Er besteht seit dem Weggang von Arno Junke Ende 2017 nur noch aus drei Mitgliedern.
Gothaer gibt Rück-Bestand in den externen Run-off
Die Gothaer hat den Altbestand der früheren Gothaer Rück verkauft. Das Portfolio enthält vor allem europäische Kfz-Haftpflichtrisiken und allgemeine Haftpflichtverträge. Der Bestand und die Kapitalanlagen wurden von der Gothaer Finanzholding an die Axa Liabilities Manager verkauft, neben der Darag einer der wichtigen Anbieter für Run-off-Übernahmen in der Schaden- und Unfallversicherung. Die Gothaer ließ sich von Guy Carpenter beraten, dem Rückversicherungsmakler von Marsh.
Gothaer und Emil testen Telematik
Das Berliner Start-up Emil und die Gothaer testen einen neuen Telematik-Tarif, der die Versicherung nach gefahrenen Kilometern ermöglicht. Bislang wird der Tarif nicht öffentlich angeboten, sondern seit Anfang April vor allem über private Kontakte und soziale Netze. Bei der Erarbeitung der statistischen Grundlagen für den neuen Tarif war der Rückversicherer Gen Re mit an Bord, der sich bislang immer höchst kritisch über Telematik-Tarife geäußert hatte.
Lohrmanns Verunsicherung CCXXXVIII
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Unterschiedliche Erwartungen zum Brexit-Ausgang
Rückversicherer hoffen auf weichen Brexit
Ein harter Brexit würde vor allem die international agierenden Rückversicherer schwer treffen, die viel Geschäft in London zeichnen. Gen Re-Vorstand Achim Bosch glaubt nicht, dass es so weit kommen wird. Er hofft auf Sonderregeln für die Finanzwirtschaft, schließlich sei sie auch für Großbritannien eine tragende Säule, sagte er auf dem SZ-Rückversicherungstag in München. Grünen-Politiker Gerhard Schick (Bild) hält einen harten Brexit dagegen für wahrscheinlich. Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist aber nicht die einzige Sorge der Branche, sie hat noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen.












