Hagelschäden werden für die Versicherungsbranche immer mehr zum Problem. Laut Experten der Allianz sind sie mittlerweile weltweit die Naturgefahr Nummer eins, was die Höhe der versicherten Schäden betrifft. Um dieser wachsenden Gefahr zu begegnen, setzt die Branche vermehrt auf künstliche Intelligenz.
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R+V: Ausreißerjahr bei Hagelschäden
Der Wiesbadener Versicherer R+V verzeichnete im vergangenen Jahr mit 56 Mio. Euro deutlich geringere Schäden durch Hagel als zuvor. Darin erkennt das Unternehmen nur eine kurze Entwicklung, der langfristige Trend zeige nämlich in eine andere Richtung.
Hohe Hagelschäden belasten Versicherer
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Pressegespräch der Allianz zu Hagelschäden und Bilanzpressekonferenz der Signal Iduna.
Willis: „Früher oder später endet jede Glückssträhne“
Versicherer sollten die Tatsache, dass die Katastrophenschäden im vergangenen Jahr nicht weiter gestiegen sind, keinesfalls als Zeichen für eine Entwarnung deuten, mahnt der Makler Willis. Dieses Glück werde nicht von Dauer sein, erklärt Scott St. George, Head of Weather & Climate, in einem aktuellen Bericht. Versicherer könnten die Risiken zwar immer besser abbilden, dies führe aber zu höheren bis unbezahlbaren Preisen. Auch für Europa wird es schwieriger.
Klimawandel bedroht öffentliche Infrastruktur
Der Klimawandel wirkt sich immer stärker auf städtische Infrastruktur aus und bedroht Straßen, Gebäude und Energieversorgung in Deutschland. Wie stark diese Gefahr ist, haben Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft gemeinsam mit Experten des Versicherers Ergo ermittelt. Sturm, Starkregen und Hitze spielen bereits jetzt eine große Rolle in Städten und Kommunen, doch bis 2050 wird sich die Lage zuspitzen. Welche Städte in Deutschland besonders betroffen sind und wie die Politik auf die Ergebnisse reagieren sollte.
Kfz: 1,3 Mrd. Euro Unwetterschäden im Jahr 2024
Für Schäden durch Unwetter wie Sturm, Hagel, Blitze und Überschwemmungen haben die Kfz-Versicherer in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 1,3 Mrd. Euro gezahlt. Auch wenn Zahl der betroffenen kaskoversicherten Fahrzeuge und das Schadenvolumen 2024 deutlich unter den Werten des Vorjahres lagen, dürfe das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Klimawandel die Gefahr durch Naturgefahren verschärft hat, warnt der Versichererverband GDV.
Neue Hagel-Hauptstadt Duisburg
Die neue Hagel-Hauptstadt der Bundesrepublik heißt Duisburg. Das geht aus der jüngsten Ausgabe des Hagel-Atlas des Direktversicherer Verti hervor. Grund dafür ist vor allem ein starkes Unwetter im August 2024 gewesen. Grundsätzlich ist weiterhin der Süden des Landes stärker von Hagel betroffen. Insgesamt mussten die Kfz-Versicherer für Hagel- und Sturmschäden im vergangenen Jahr etwas weniger zahlen als zuvor.
Eiopa: Präzisere Risikodarstellung für NatCat
Aufgrund häufigerer Naturkatastrophen infolge des Klimawandels sieht die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa Anpassungsbedarf bei den Risikofaktoren für Naturkatastrophen. Sie hat der EU-Kommission eine entsprechende Empfehlung zur Kalibrierung der Standardformel der Versicherer vorgelegt. Ziel ist es, Naturkatastrophenrisiken in dieser Formel zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen unter Solvency II adäquat abzubilden.
GDV warnt vor Übertreibung bei Nat Cat
Der Lobbyverband der deutschen Versicherungswirtschaft GDV hält den Eiopa-Vorschlag zur Anpassung der Faktoren für Naturgefahren unter dem Standardmodell von Solvency II für verbesserungswürdig. Die Verdopplung des Risikofaktors für Hagel in der Kfz-Versicherung sei zwar angemessen, nicht aber die ebenfalls vorgesehene Anhebung des Länderfaktors für Hagel, heißt es in einer Stellungnahme. Eiopa soll regelmäßig überprüfen, ob Naturgefahren unter Solvency II angemessen berücksichtigt werden.
Der lange Arm der Gebäudeversicherung
Der Klimawandel betrifft Versicherer in vielerlei Hinsicht, Verbraucher spüren die Folgen vor allem in der Gebäudeversicherung. Besonders in den USA steigen die Preise enorm, und immer mehr Gesellschaften ziehen sich ganz aus dem Segment zurück. Das hat in Amerika weitreichende Folgen in vielen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft. Einige Experten gehen davon aus, dass der Gebäudeversicherungsmarkt nicht zu retten ist. Ein Scheitern hätte auch Konsequenzen für den Weltmarkt.
So viele Unwetter wie noch nie
Im vergangenen Jahr gab es weltweit 142 Naturkatastrophen. Das ist laut Experten der Swiss Re die höchste Zahl seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Unwetter verursachten versicherte Schäden in Höhe von 108 Mrd. Dollar. Damit war 2023 das vierte Jahr in Folge mit Schäden über 100 Mrd. Dollar. Mehr als die Hälfte davon wurde von schweren Gewitterstürmen verursacht – auch das ist ein neuer Rekord. Für Deutschland sehen die Experten ein erhöhtes Risiko für starken Hagelschlag. Wenn nicht geeignete Maßnahmen ergriffen werden, könnte sich die Höhe der versicherten Schäden in den nächsten zehn Jahren verdoppeln.
VKB: Großes Interesse an erstem Cat Bond
Die Versicherungskammer Bayern (VKB) hat sich Ende vergangenen Jahres das erste Mal Rückversicherungsschutz in Form einer Katastrophenanleihe über den Kapitalmarkt besorgt. Der Schritt des öffentlichen Versicherers war eine Reaktion auf die Erneuerungsrunde 2022/2023, als Rückversicherer ihre Kapazitäten drastisch gekürzt haben und die Preise explodiert sind, erklärt Ulrich Müller, Rückversicherungsmanager bei der VKB. Bei Investoren kam der Cat Bond der VKB gut an. Jan-Oliver Thofern, Rückversicherungs-CEO beim Großmakler Aon erwartet, dass das Interesse an Cat Bonds weiter steigen wird.
Teure Sommer-Unwetter
Große Schäden durch Herbst- und Winterstürme sind in diesem Jahr ausgeblieben, allerdings hatte es der Sommer in sich. Nachdem die Unwetter „Kay“ und „Lambert“ im Juni bereits versicherte Schäden in Höhe von 740 Mio. Euro verursacht hatten, folgte eine Rechnung über 1,5 Mrd. Euro im Zuge des Tiefs „Denis“ im August. Insgesamt mussten deutsche Versicherer in diesem Jahr nach Einschätzung des Versichererverbands GDV rund 4,9 Mrd. Euro für Wetterextreme zahlen – 900 Mio. Euro mehr als 2022.















