Archiv ‘Industrieversicherung’

Umbau von Lieferketten bringt mehr Prämie

Die Corona-Pandemie beschleunigt weltweit den Trend, zusätzliche Produktionsstandorte aufzubauen und Teile der Produktion zurück ins Heimatland zu verlagern, schreibt der Rückversicherer Swiss Re in einer neuen Sigma-Studie. Die Versicherungswirtschaft wird von dieser Entwicklung profitieren. Die Gesellschaften werden innerhalb von fünf Jahren mindestens 63 Mrd. Dollar mehr Prämien einnehmen, prophezeite Swiss Re-Chefsvolkswirt Jérôme Jean Haegeli in einer Pressekonferenz zur Veröffentlichung des Berichts.

Axa XL: Versicherung beschleunigt Erholung

Der Grad der Versicherungsdurchdringung eines Landes wirkt sich direkt auf die benötigte Erholungszeit nach Naturkatastrophen aus. Das zeigt eine Studie des Industrieversicherers Axa XL, die in Zusammenarbeit mit der Cambridge Judge Business School entstanden ist. Jeder zusätzliche Prozentpunkt an Versicherungsdurchdringung im Nicht-Leben-Bereich verkürze die Erholungszeit um knapp ein Jahr. Untypisch ist indes die Lage in den USA. Trotz hoher Versicherungsdurchdringung liege die Wiederaufbauzeit bei mehr als drei Jahren. Die weltweiten wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen sind in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen.

Industrieversicherer verteidigen stark steigende Preise

Prämienerhöhungen im zweistelligen Prozentbereich in der Industrieversicherung sind für viele Unternehmen zurzeit Realität. Die Gesellschaften haben ihre Forderungen bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des virtuellen Symposiums des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft gerechtfertigt. Preissteigerungen in dieser Höhe müsste man erklären, das sei aber auch möglich, sagte Andreas Berger von Swiss Re Corporate Solutions. Kritik ernteten die Versicherer von Maklern und Kunden auch für ihren Umgang mit Schäden aus Betriebsschließungsversicherungen.

S&P erwartet Cyberboom

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) rechnet damit, dass der Cyberversicherungsmarkt bald um jährlich 20 bis 30 Prozent wachsen wird. Den nötigen Schwung wird ihm die Covid-19-Pandemie verleihen, glaubt S&P. Sie zwingt viele Unternehmen dazu, ihre digitale Transformation zu beschleunigen, was die Firmen verwundbarer für Cyberangriffe macht. Die Versicherer müssen allerdings ihre Hausaufgaben machen, wenn sie von dem Boom profitieren wollen.

Mahnke: Versicherer riskieren Reputationsverlust

Die Industrieversicherer laufen Gefahr, das Vertrauen ihrer Kunden zu verspielen. Davor warnte Alexander Mahnke, Chef des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft, beim Auftakt des virtuellen Symposiums der Organisation. Die Kritik gilt zum einen der Weigerung einiger Versicherer, Corona-Schäden aus Betriebsschließungspolicen zu zahlen. Aber auch die rabiaten Preiserhöhungen, die Anbieter in anderen Sparten durchsetzen wollen, verärgern die Versicherungseinkäufer.

HDI: „Wir brauchen die Chance, profitabel zu sein.“

Die Preise in der Industrieversicherung steigen weiter kräftig. Auf dem Online-Symposium des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft am Donnerstag warb Edgar Puls, Chef des Talanx-Industrieversicherers HDI Global, um Verständnis für die Anbieter. Die Kunden sollten einmal die Perspektive der Versicherer einnehmen. „Wie würde ihr Unternehmen reagieren, wenn es jahrelang im Kerngeschäft Verluste schreibt?“ Der HDI wolle ein langfristiger Partner für die Wirtschaft bleiben, brauche dafür aber die Möglichkeit, profitabel zu werden.

M&A-Deckungen: Erste Anbieter ziehen sich zurück

In der Industrieversicherung steigen die Preise deutlich, eine Ausnahme ist der Markt für M&A-Versicherungen, die Risiken aus Unternehmensübernahmen abdecken. Jetzt haben sich mit AGCS und Chubb zwei Anbieter teilweise aus dem Geschäft mit diesen Verträgen zurückgezogen. Der deutsche Markt ist von diesen Entscheidungen allerdings kaum betroffen. Hier kommen sogar neue Anbieter und Kapazitäten dazu, sagt Philipp Giessen vom Makler Marsh.

Keine ruhigen Zeiten

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Online-Konferenz des Instituts für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig

Höhere Preise und schlechte Kommunikation

 Kommentar  Die Preise in der Industrieversicherung steigen weiterhin stark – Makler sprechen von der schwierigsten Erneuerung seit langem. Besonders in der Feuerversicherung und in D&O müssen die Unternehmen deutlich mehr für ihren Schutz zahlen. Für manchen gibt es nicht genug Deckung. Das könnte den Markt verändern. Die Eigentragung von Risiken wird attraktiver, bislang unterrepräsentierte Anbieter aus dem Ausland könnten Marktanteile gewinnen. Einiges an Unmut hätten die Versicherer leicht verhindern können: Die steigenden Preise tun den Kunden zwar weh, aber am meisten ärgern sie sich über die schlechte Informationspolitik der Anbieter.

Zurich mit deutlich weniger Gewinn

Der Halbjahresgewinn des Schweizer Versicherers Zurich hat sich aufgrund der Corona-Pandemie und höheren Katastrophenschäden deutlich verringert. Dafür konnte das Unternehmen von den deutlich gestiegenen Preisen in der Industrieversicherung profitieren. Konzernchef Mario Greco rechnet damit, dass dieser Trend weiter anhält. In der Lebensversicherung gingen die Beiträge deutlich zurück – auch das war eine Folge von Covid-19. Seit Ende der Lockdowns habe sich das Geschäft wieder normalisiert, so Zurich.

Aon: „Schwierigste Erneuerung seit langem“

 Exklusiv  Viele Unternehmen müssen sich auf deutlich steigende Prämien und schlechtere Bedingungen in der Industrieversicherung einstellen. Nachdem die Preise in der Feuerversicherung und in einigen anderen Bereichen seit zwei Jahren steigen, sind jetzt fast alle Sparten betroffen, berichtet der Großmakler Aon. Deutschlandchef Kai-Frank Büchter sieht eine Panikreaktion der Versicherer. Auch die Rückversicherer machten viel Druck und nehmen mehr Einfluss auf die Erstversicherung als in der Vergangenheit.

Ecclesia wird größter Kreditversicherungsmakler

 Exklusiv  Nach der Übernahme des Spezialmaklers CFG Finance Group im Februar 2020 hat die Ecclesia-Gruppe erneut in der Kreditversicherung zugeschlagen: Die Detmolder übernehmen die KM Credit Consulting GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Hünxe. Damit steigt Ecclesia nach Angaben aus Branchenkreisen zum größten Kreditversicherungsmakler in Deutschland auf. Für die Industriekunden ist der Zukauf eine gute Nachricht.

D&O treibt Industrieversicherungspreise

Über alle Industrieversicherungssparten sind die Preise im zweiten Quartal 2020 weltweit um durchschnittlich 19 Prozent gestiegen, berichtet der Versicherungsmakler Marsh. Das ist der stärkste Anstieg, seit das Unternehmen seinen Preisindex im Jahr 2012 aufgelegt hat. Neben hohen Covid-19-Schäden spielen auch das anhaltende Niedrigzinsumfeld und steigende Schadenersatzansprüche eine Rolle. Besonders starke Erhöhungen gab es in der D&O-Versicherung.

Wechsel bei Chubb

 Leute – Aktuelle Personalien  Beim Versicherer Chubb wird Paul Krump (Bild) künftig weltweit das Underwriting und die Schadenbearbeitung leiten. Seine ehemalige Position als Verantwortlicher für das Privatkunden- und Industriegeschäft in Nordamerika wird John Lupica übernehmen. Außerdem: Der auf die betriebliche Altersversorgung spezialisierte Technologiedienstleister XbAV hat mit Monika Ritzer eine neue Leiterin für das Geschäft mit Maklerpools und Finanzvertrieben.

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