Archiv ‘IT’

Wo digital draufsteht, ist nicht immer digital drin

Neben der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und der damit einhergehenden Inflation hat die Versicherungsbranche seit Jahren mit einem weiteren Thema zu kämpfen: der Digitalisierung. Viele Digitalisierungsvorhaben klingen vielsprechend, aber meistens hapert es an der Umsetzung. „Viele schreiben digital drauf, aber davon wird wenig umgesetzt“, sagte Astrid Stange, CEO des Digitalversicherers Element, auf dem Versicherungstag der Süddeutsche Zeitung. Am Ende entscheidet immer noch der Kunde, ob ein digitales Geschäftsmodell funktioniert oder nicht.

Lohmann gründet Berater

 Leute – Aktuelle Personalien  Früher Vorstandschef von HDI Deutschland, jetzt Unternehmer: Christopher Lohmann hat sich selbstständig gemacht und das Beratungsunternehmen The Mulberry Ventures mit Sitz in Köln gegründet. Künftig möchte er junge Firmen dabei unterstützen, zu wachsen und erfolgreich zu sein. Außerdem: Der Hamburger Makler Trium holt sich doppelte Verstärkung von Funk, und die Axa Schweiz bekommt weiblichen Zuwachs in der Geschäftsführung. Personelle Neuigkeiten gibt es auch vom Makler Howden, dem Asset-Manager Golding Capital Partners sowie Berkshire Hathaway Specialty Insurance.

Faktor Zehn modernisiert Kfz-IT der Provinzial

Der fusionierte Provinzial-Konzern mit Hauptsitz in Münster modernisiert und vereinheitlicht mithilfe des Münchener IT-Dienstleisters Faktor Zehn sein Kernversicherungssystem in der privaten und gewerblichen Kfz-Sparte. Das umfangreiche Projekt umfasst auch den Direktanbieter S-Direkt und den Oldtimer-Spezialisten OCC, der dem Konzern seit 2021 vollständig gehört.

BaFin will Risikomanagement von Konzernen prüfen

Beim Vorhaben der BaFin, Mängel in der Geschäftsorganisation von Versicherern künftig mit Kapitalaufschlägen zu ahnden, geht es nicht nur um Defizite im IT-Bereich. Einen Schwerpunkt will die Behörde auch auf das Risikomanagement in Versicherungsgruppen legen, betont die Aufsicht in ihrem BaFin-Journal. Die Muttergesellschaften müssten auch bei Töchtern im Ausland proaktiv die Angemessenheit der Geschäftsorganisation hinterfragen und eine Risikoberichterstattung einfordern.

Bildergalerie: Ihre Lieblingscartoons aus 2022

Personalfluktuation beim Makler Marsh und bei HDI Deutschland. Die Allianz fährt ihre Software-Tochter Syncier gegen die Wand. Erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft im Markt für IT-Kernsysteme. Die Ereignisse des Jahres 2022 haben unserem Zeichner Konrad Lohrmann wieder jede Menge Stoff für seine Cartoons geliefert. In unserer Bildergalerie finden Sie die zehn von Ihnen am meisten geklickten Zeichnungen des Jahres 2022.

Lieber effizient als groß

 Exklusiv  Anfang des Jahres sorgte der Münchener Softwareanbieter Fadata mit der Ansage für Aufruhr, dass er die Nummer 1 im Markt für Kernversicherungssysteme werden will. Der neue Chief Commercial Officer Anders Holm schlägt jetzt andere Töne an. Er spricht lieber vom effizientesten, statt vom größten Anbieter. Kein Wunder, denn neue Kunden gibt es offiziell noch immer nicht. Dafür kündigt Holm für das kommende Jahr ein Ökosystem mit Technologiepartnern an.

Adesso gewinnt PKV-Kunden

Der Softwareanbieter Adesso hat den Dortmunder Versicherungskonzern Continentale als Kunden gewonnen, der vor allem in der privaten Krankenversicherung (PKV) stark ist. Der Wettbewerb um die Kunden aus der PKV bei der IT-Erneuerung wird gerade sehr heftig. Die Hauptkontrahenten sind auf der einen Seite Adesso, auf der anderen Seite MSG mit seinem Angebot Health Factory.

Umbau: Telekom und Badenova machen es vor

Auf den ersten Blick verbindet die Telekommunikationsbranche, den Energiesektor und die Versicherungswirtschaft wenig. Ein genauerer Blick zeigt: Alle Branchen haben mit tiefgreifenden Veränderungen der Rahmenbedingungen zu kämpfen, die ihr Geschäftsmodell auf die Probe stellen. Christina Kiehl (Bild) von der Telekom und Hans-Martin Hellebrand vom Energieversorger Badenova haben auf einer SZ-Fachkonferenz in Köln erklärt, wie ihnen der Wandel gelungen ist und was sich Versicherer von ihnen abschauen können.

Viridium holt IT-Chef von der Citigroup

 Leute – Aktuelle Personalien  Der Run-off-Spezialist Viridium in Neu-Isenburg holt Jörg Günther (Bild) von der Citigroup in London als neuen Technologievorstand. Er folgt auf Martin Setzer, der das Unternehmen im März verlässt. Beide Seiten betonen, dass dies auf Setzers Wunsch geschieht. Für Run-off-Versicherer ist die Beherrschung der IT entscheidend, denn sie wollen über die Integration der verschiedenen Bestände mit höchst unterschiedlichen IT-Systemen Kosten senken. Setzer hatte zuletzt die Migration von 2,2 Millionen Verträgen der früheren Generali Leben geleitet.

Ohne digitale Unterschrift geht Digitalisierung nicht

 Digitale Trends 2023  In der Versicherungsbranche steht die Digitalisierung gerade ganz oben auf der Liste der wichtigen Themen. Doch egal ob neues IT-System, Ökosystem oder Online-Beratung – sie alle können nur wirklich Erfolg haben, wenn es auch digitale Möglichkeiten für eine rechtskräftige Unterschrift gibt. Doch das ist in Deutschland ein Problem. Ein Grund sind die strengen Datenschutzvorgaben der Datenschutzgrundverordnung. Das Start-up Agree&Sign setzt genau hier an.

Herbert Fromme

Oliver Bäte zeigt Nerven

 Herbert Frommes Kolumne  Allianz-Konzernchef Oliver Bäte reagiert nach dem Skandal in den USA zunehmend gereizter. Im September greift er ohne Not Wirtschaftsminister Robert Habeck und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht als unfähig an. Er wirft den Deutschen vor, stets unzufrieden zu sein, nur in Frankreich sei das schlimmer, obwohl die Franzosen in der EU am wenigsten arbeiteten. Jetzt berichtet die Wirtschaftswoche über ein bislang öffentlich zugängliches (und inzwischen entferntes) Video einer internen Veranstaltung im Mai 2022, bei der Bäte die Allianz-IT in weiten Teilen als „Crap“ bezeichnet, also Mist, und den US-Behörden unfaires Verhalten vorwirft.

Mehr Widerstandskraft gegen den IT-Blackout

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Zum Jahreswechsel 2022/23 tritt die Verordnung über die Betriebsstabilität digitaler Systeme (Digital Operational Resilience Act, DORA) in Kraft. Damit will die EU die Widerstandsfähigkeit von Finanzunternehmen stärken und den Umgang mit der Abhängigkeit des Finanzsektors von der Informations- und Kommunikationstechnologie einheitlich regeln. Auch Versicherungsunternehmen sind davon betroffen. Für ihr Risikoprofil sind neben ihren eigenen IT-Einheiten und Prozessen auch Cloud-Dienstleister und Softwareunternehmen von Bedeutung, an die sie Tätigkeiten outgesourct haben.

Munich Re kauft Softwarefirma von Allianz

 Exklusiv  Der Rückversicherer Munich Re hält jetzt 100 Prozent am Münchener Softwareunternehmen Apinity, das sich auf Schnittstellen für die Versicherungswirtschaft, die Verbreitung von Software in der Branche und die Rolle als Marktplatz für Programme spezialisiert hat. Verkäufer ist die Allianz, die Apinity als Teil ihrer Tochter Syncier entwickelt hatte. Syncier ist gescheitert, deshalb braucht die Allianz auch die App-Spezialisten nicht mehr. Dem Rückversicherer kommen sie gerade recht.

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