Archiv ‘Kfz-Versicherung’

Allianz will nicht mehr Erster bei Kfz sein

Lange Zeit kämpften Allianz und HUK-Coburg um die Marktführerschaft in der Kfz-Versicherung. Nachdem die Coburger die Münchener vor einigen Jahren überholt hatten, war der Kampf um die Position des Branchenprimus entbrannt. Das ist laut Allianz-Chef Oliver Bäte kein Thema mehr. Anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen sagte er, der Versicherer wolle wachsen, aber nicht mehr unbedingt die Marktführerschaft zurückholen. 2025 fuhr der Versicherer wieder Rekordgewinne ein und konnte das Geschäft in der Schaden- und Unfallversicherung deutlich verbessern.

Die Kfz-Kunden bleiben treu

Kein Wechselwille trotz Prämienerhöhung: Für vier von fünf Autobesitzer hat sich die Kfz-Prämie zum Jahreswechsel erhöht, so eine Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. 78 Prozent der Betroffenen haben dennoch nicht gewechselt – zum Leidwesen der Vergleicher. Auch ändert kaum jemand etwas an den Tarifdetails. Das Unternehmen glaubt, dass die Unwissenheit über die Laufzeit des eigenen Vertrages viele abhält.

Admiral kauft Telematik-Spezialisten Flock

Der britische Direktversicherer Admiral übernimmt das Insurtech Flock für 80 Mio. Pfund (92 Mio. Euro). Flock ist auf Telematik-Lösungen für Flotten spezialisiert und versichert auch Lieferdienste. Mit dem Zukauf baut Admiral sein Geschäft im Gewerbe- und Industriekundensegment aus, in dem er bislang nur eine kleine Rolle spielte. Zu den Verkäufern der Flock-Anteile gehören Carsten Maschmeyer und Christopher Lohmann.

Schäden durch Wintersturm „Fern“ könnten L.A.-Feuer übertreffen

Der Wintersturm „Fern“ hält immer noch Teile der USA in seinen Fängen und bringt extreme Kälte, Frost und Wind. Schon jetzt rechnen Experten damit, dass „Fern“ eine der teuersten Naturkatstrophen der USA wird – sowohl bei wirtschaftlichen als auch versicherten Schäden. Dass selbst Bundesstaaten wie Texas und Florida von Schnee und Eis betroffen sind, könnte die Schäden noch einmal erhöhen.

Autonomes Fahren: Risikomanagement neu denken

The Long View – Der Hintergrund

Mit der fortschreitenden Entwicklung von Fahrassistenzsystemen bis hin zum autonomen Fahren verändert sich das Risikoprofil für Kfz-Versicherer grundlegend. Die Branche steht vor der Aufgabe, Haftungsfragen neu zu bewerten, den Zugang zu Fahrzeugdaten zu sichern und das Schadenmanagement an die Komplexität autonomer Systeme anzupassen. Dafür sind eine skalierbare IT-Infrastruktur, innovative Strategien zur Risikobewertung sowie Expertenteams erforderlich, schreiben die Guidewire-Experten Stephan Fanenbruck und Michael Anderson.

Gut informierte Versicherte wechseln seltener

Zum 1. Januar 2026 haben rund 7 Prozent der Kundinnen und Kunden in der Kfz-Versicherung ihren Anbieter gewechselt. Das zeigt eine Erhebung der Unternehmensberatung Sirius Campus. Wenn die Versicherten vom Umfang der Prämienerhöhung überrascht werden, sind sie demnach wechselwilliger als die bereits vorbereiteten Versicherten. Allianz und HUK-Coburg gehören erneut zu den Versicherern, die am meisten Neugeschäft gewinnen konnten.

Der Rückblick auf 2025, Teil 3: D&O-Beben, PKV-Preisschock und Captive-Comeback

Sinkende Rückversicherungspreise, neue Datenschnittstellen und ein Generationswechsel in der Maklerszene treffen im Herbst auf eine Welle von Großschäden. Von September bis Dezember prägen milliardenschwere D&O-Konflikte, stark steigende PKV-Beiträge, schärfere BaFin-Vorgaben im Vertrieb und im Kfz-Markt sowie weitere Umbrüche bei Maklern und Assekuradeuren die Schlagzeilen. Parallel erlebt das Captive-Thema in Deutschland ein Comeback.

Kostensenkung durch klare Regeln zum Abschleppen von E-Autos

Der GDV hat gemeinsam mit verschiedenen Verbänden und Organisationen aus dem Verkehrssektor unverbindliche Regeln für das Abschleppen von Elektrofahrzeugen erarbeitet. Ziel ist ein einheitliches Vorgehen nach Unfällen mit E-Autos – verbunden mit einer deutlichen Kostensenkung, nicht zuletzt für die Versicherer. Zentraler Gedanke des neuen Leitfadens ist, dass die E-Autos nach einem Unfall nicht anders behandelt werden sollten als solche mit Verbrennungsmotor.

Wie KI-Agenten die Kfz-Versicherung retten sollen

Digitale Trends 2026

Der Dienstleister Solvd will Kfz-Schäden vollautomatisiert abwickeln. Dabei übernehmen KI-Agenten die einzelnen Schritte: Sie kommunizieren mit dem Kunden, prüfen die Deckung, bewerten den Schaden, vereinbaren einen Werkstatttermin und bearbeiten sogar Regresse – ganz ohne menschliche Hilfe. Das soll der kriselnden Kfz-Sparte helfen, effizienter zu werden und Kosten zu senken.

Viele Schnäppchen, wenig Glaubwürdigkeit

Kommentar

Die ganze Versicherungsbranche bereitet Autobesitzer seit Monaten darauf vor, dass es mit den Prämien weiter nach oben geht. Technische Verluste, immer höhere Inflation – es muss einfach sein, so der Tenor. Dabei stimmt das gar nicht, wie die aktuelle Werbekampagne der DA Direkt zeigt. Da gibt es nämlich mal eben 20 Prozent Rabatt zur Black Week. Wer so um Neukunden wirbt, gefährdet die Glaubwürdigkeit der ganzen Branche, schreibt Katrin Berkenkopf in einem Kommentar.

Schnäppchen-Policen in der Kritik

Exklusiv

Seit einigen Jahren beteiligen sich auch einzelne Versicherer an den Schnäppchen-Angeboten zur Black Week. Aktuell fällt die Zurich-Tochter DA Direkt mit ihrem 20-Prozent-Rabatt auf, und das ausgerechnet in der unter Druck stehenden Kfz-Versicherung. Die Finanzaufsicht BaFin und der Bund der Versicherten blicken unterschiedlich auf solche Aktionen, lassen aber beide keine Begeisterung darüber erkennen.

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