Die Einführung der europäischen Aufsichts- und Eigenkapitalregeln hat zwar bereits 2016 begonnen, aber Solvency II bringt 2017 weitere Bewährungsproben für die Versicherungswirtschaft, sagte Dietmar Kohlruss von der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) bei einer Veranstaltung in Berlin. Dazu gehören neue Berichtspflichten. Das Unternehmen erwartet einen Bedeutungszuwachs von verhaltensbasierten Tarifen in der Kfz-Versicherung. Zu einer Entsolidarisierung innerhalb des Versichertenkollektivs werden die Telematik-Tarife nach Einschätzung von MSK nicht führen, sie könnten aber einen neuen Preiskampf in der Sparte auslösen.
Archiv ‘Kfz-Versicherung’
HUK-Coburg weitet Telematik-Angebot aus
Seit Oktober 2016 testet die HUK-Coburg Telematik-Policen im Rhein-Main-Gebiet. Bisher haben mehr als 2.000 junge Fahrer eine solche Kfz-Versicherung abgeschlossen. Der Versicherer wertet das als Erfolg und bietet die Telematik-Tarife ab sofort bundesweit an. Langfristig will die Gesellschaft Marktführer in dem Bereich werden. Es liegt aber noch ein langer Weg vor den Coburgern: Bisher führt die Allianz mit über 23.000 abgeschlossenen Telematik-Verträgen das Feld an.
S&P: Autoversicherer müssen profitabel bleiben
Die deutschen Autoversicherer werden trotz starken Wettbewerbs in absehbarer Zeit keinen neuen Preiskampf starten, erwartet die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Die meisten Versicherungsgruppen sind auf stabile Ergebnisse aus der Kfz-Versicherung angewiesen, angesichts der schwierigen Lage der Lebensversicherer. Prämiensteigerungen werden im kommenden Jahr aber geringer ausfallen als in den vergangenen Jahren. Mittel- und langfristig sieht S&P einige Herausforderungen auf die Branche zukommen.
HUK-Coburg: Heitmann wird neuer Chef
Leute – Aktuelle Personalien Bei der HUK-Coburg zieht sich Vorstandssprecher Wolfgang Weiler Mitte kommenden Jahres in den Ruhestand zurück und übergibt den Chefposten an Klaus-Jürgen Heitmann. Er war bisher für das Kompositgeschäft des erfolgreichen Kfz-Versicherers verantwortlich. Heitmanns Aufgaben im Vorstand der HUK-Coburg übernimmt der bisherige Generalbevollmächtigte Jörg Rheinländer.
Vernetzte Mobilität: Neuland für Kfz-Versicherer
Meinung am Mittwoch Eigentlich nehmen Kfz-Versicherer stets eine Vorreiterrolle in der Versicherungsbranche ein. Doch bei neuen Trends wie der Nutzung der im Auto anfallenden Daten, Serviceangeboten bei Schadenfällen, Carsharing oder autonomen Fahren, drohen sie ins Hintertreffen zu geraten. Autokonzerne und digitale Disruptoren könnten ihnen den Rang ablaufen. Kfz-Versicherer haben keine Zeit zu verlieren. Sie müssen jetzt ein neues digitales Leistungsversprechen entwickeln.
Dem Kunden auf der Spur
Die Versicherer konkurrieren längst nicht mehr nur untereinander, wenn es um die Erfüllung der Kundenbedürfnisse geht. Die Verbraucher richten ihre Erwartungen an die Assekuranz inzwischen daran aus, was sie etwa von Amazon gewohnt sind. So wollen Kunden von Unternehmen wiedererkannt werden, sagte Frank Engelhardt vom Softwareunternehmen Salesforce auf einer Veranstaltung der Universität St. Gallen in Berlin. Eine aktuelle Studie der Universität zum Verkaufsprozess in der Kfz-Versicherung in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, dass Vertreter für viele Kunden immer noch der wichtigste Ansprechpartner sind.
Ford testet autonome Wagen in Europa
Der Kfz-Hersteller Ford wird 2017 mit Tests für autonome Fahrzeuge auch in Europa beginnen. In den USA führt das Unternehmen bereits umfangreiche Erprobungen durch. Konkurrent Volvo will 100 Familien in London mit einem autonomen Fahrzeug ausstatten, um dort Daten für die Entwicklung zu sammeln. Damit wird immer klarer, dass die Entwicklung hin zu autonomen Fahrzeugen keineswegs auf die USA beschränkt sein wird, wie mancher Versicherer erwartet. Die Branche muss mit dramatischen Veränderungen im Kfz-Versicherungsmarkt rechnen.
Vitality beflügelt Generali-Geschäft in Deutschland
Das Vitality-Programm, das gesundheitsbewusstes Verhalten von Kunden belohnt, beschert Generali rund 100 neue Policen täglich. Deutschland-Chef Giovanni Liverani wertet das als Beweis, dass Deutsche in Fragen des Datenschutzes deutlich weniger skeptisch sind als oft behauptet. Auch die technologiegestützte Variante der Hausratversicherung laufe erfolgreich an. Zudem konnte die deutsche Tochter des italienischen Versicherers mit Sparanstrengungen glänzen. Das Leben-Geschäft sorgt indes weiter für Kopfzerbrechen.
Facebook, Admiral und der Datenschutz
Herbert Frommes Kolumne Facebook hat dem britischen Versicherer Admiral – der eng mit Munich Re zusammenarbeitet – die Auswertung von Facebook-Posts zur Risikoanalyse verboten, selbst wenn der Betroffene einverstanden ist. Da muss man sich erst einmal wundern: Facebook als Champion des Datenschutzes? Das ist schwer vorstellbar, wenn man die sonstigen Aktivitäten des Internet-Konzerns kennt. Der Krach geht eigentlich darum, wer an den Facebook-Daten verdient. Nach Ansicht des Unternehmens hat das Facebook selbst zu sein. Der Admiral-Plan war trotzdem ziemlich clever und zeigt, in welche Richtung die Datenreise geht.
Lohrmanns Verunsicherung CLXVI
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Kfz-Versicherung – Wechselmöglichkeiten sorgen für Verkehrsprobleme
Hannover Rück betrachtet Telematik skeptisch
Der Rückversicherer Hannover Rück sieht Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung kritisch. Sie lohnen sich nach Einschätzung von Autoversicherungsexperte Andreas Kelb nur für Fahranfänger und Kfz-Flotten von Unternehmen. Stärker als die Telematik wird das autonome Fahren den Kfz-Markt verändern, sagte er beim Branchentreffen in Baden-Baden. Wie andere Experten rechnet Hannover Rück mit einem Rückgang des Prämienvolumens. Im kommenden Jahr werden die Prämien aber erst einmal anziehen. Kunden müssen mit Erhöhungen von durchschnittlich drei Prozent in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung rechnen.
Telematik-Tarife werden positiv aufgenommen
Medienanalyse Nach einer Studie des TÜV Rheinland findet ein Großteil der Autofahrer in Deutschland Telematik-Dienste zunehmend attraktiv. Zudem gilt laut Studie die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für solche Dienste im digitalen Zeitalter als hoch. Dem neuen Trend entsprechend bieten immer mehr Versicherer auf Telematiklösungen basierende Tarifmodelle an, die es Kunden mit vorsichtiger Fahrweise ermöglichen, von niedrigeren Versicherungsprämien zu profitieren. Bemerkenswert ist, dass die individuelle Datenpreisgabe bei den Telematiktarifen insgesamt in weniger kritischem Licht gesehen wird, als etwa die Datenpreisgabe bei Rabattsystemen im Gesundheitsbereich.











