Archiv ‘Kfz-Versicherung’

Kapitalanlage und Telematik

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Kapitalanlagetag der Süddeutschen Zeitung, Bilanz-Pressekonferenz der HUK-Coburg und Wissenschafttagung des Bunds der Versicherten.

Allianz startet Telematik-Tarif

Die Allianz hat einen Telematik-Tarif für junge Fahrer auf den Markt gebracht. Wer seine Fahrdaten auswerten lässt, spart bis zu 30 Prozent bei der Prämie. Damit kommen die Münchener dem Marktführer HUK-Coburg zuvor. Mit Opel hat die Allianz einen wichtigen Partner für das Konzept gefunden. Der Autohersteller bietet seinen Kunden künftig zum Neuwagen den Telematik-Tarif der Allianz an. Manfred Knof, Chef der Allianz Deutschland, forderte einen offenen Zugang für Versicherer zu den Fahrzeugdaten. Bei vernetzen Fahrzeugen müsse der Versicherer klären können, ob ein Fahr- oder Produktionsfehler zum Unfall führte.

GDV: Einbrüche treiben Hausratschäden

Die Schaden- und Unfallversicherer haben vor allem wegen höherer Schäden durch Naturkatastrophen 2015 weniger verdient. Das zeigen aktuelle Zahlen des Branchenverbandes GDV. Die Wohngebäudeversicherung rutschte im Branchenschnitt deshalb anders als die Kfz-Versicherung in die roten Zahlen. In der Hausratversicherung müssen die Anbieter mehr Einbrüche verkraften. Beim Umsatz legte die Branche zu. GDV-Präsident Alexander Erdland erhofft sich für die Zukunft Wachstumsimpulse aus der Absicherung von Cyberrisiken.

Moody’s: Keine Angst vor selbstfahrenden Autos

Kfz-Versicherern drohen nach Einschätzung von Experten drastisch sinkende Prämieneinnahmen durch den Siegeszug autonom fahrender Autos, die weniger Schäden verursachen. Den Gesellschaften bleibt aber genug Zeit, um sich auf die veränderte Situation einzustellen, glaubt die Ratingagentur Moody’s. Sie rechnet damit, dass erst 2055 selbstfahrende Autos die Regel sein werden. In den kommenden zehn Jahren werden die Kfz-Versicherer durch die stärkere Automatisierung sogar steigende Gewinne einfahren.

Großbritannien setzt auf selbstfahrende Autos

Das Vereinigte Königreich will weltweit führend bei neuen Technologien und Infrastruktur werden und unterstützt massiv Versuche mit selbstfahrenden Autos. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen sie in ausgewählten Teilen des Straßennetzwerks der Insel fahren dürfen. Für Kfz-Versicherer bedeutet das langfristig sinkende Schäden, aber auch schrumpfende Prämien. Zudem stellen sich ganz neue Haftungsfragen. Um diese Herausforderungen frühzeitig meistern zu können, haben sie einen neuen Verband gegründet.

Autoversicherung: Revolution oder Extinktion

 The Long View – Der Hintergrund  Das autonom fahrende Auto wird trotz aller Bedenkenträger kommen – und zwar schon früher, als die meisten erwarten. Das hat Folgen: Der klassische Kfz-Versicherungsmarkt wird wesentlich kleiner werden. Das bietet aber auch Chancen für Kfz-Versicherer. Allerdings nur für diejenigen, die Maßnahmen ergreifen und bereit sind, sich zu wandeln. Dazu gehören strategische Partnerschaften und Kompetenzen in der Flottenversicherung. Den anderen könnte es wie der Energiebranche ergehen.

Swiss Re: Kfz-Versicherer sollten Big Data nutzen

Neue Mobilitätskonzepte und Fahrassistenzsysteme werden den Kfz-Versicherungsmarkt bis 2020 kräftig schrumpfen lassen. Davon geht eine Studie des Rückversicherers Swiss Re in Zusammenarbeit mit dem Online-Kartendienst Here aus. Die Anbieter sollten jedoch nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern sich Strategien überlegen, wie sie der Konkurrenz durch Autohersteller und Softwarespezialisten etwas entgegensetzen können. Die Nutzung von Big Data wäre eine gute Möglichkeit.

Herbert Fromme

Allianz: Das Trauma aus 2006

 Herbert Frommes Kolumne  Die Allianz Deutschland gibt sehr viel Geld für den Umbau der Organisation aus. Im Mittelpunkt steht die Digitalisierung. Gleichzeitig betont das Management unter Manfred Knof immer wieder, dass damit keineswegs weitere Kostensenkungen und ein Arbeitsplatzabbau verbunden seien. Zu tief sitzt die schlechte Erinnerung an den 2006 begonnenen Großumbau. Die Fehler von damals will der Konzern nicht wiederholen. Das ist klug. Aber das Totschweigen der Tatsache, dass die Kosten beim künftigen digitalen Versicherer erheblich unter den heutigen Sätzen liegen müssen, hilft dabei nicht.

Gothaer: „Nur die Flottenversicherung bleibt übrig“

Die Versicherung großer Autoflotten wird in Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher, während das Geschäft mit Privatkunden nach und nach an Bedeutung verliert. Davon geht Thomas Winkler aus, Chief Underwriter Kraftfahrt bei der Gothaer. „Nur die Kfz-Flottenversicherung bleibt übrig“, fasste er etwas überspitzt seine Erwartungen zusammen. Allerdings werden auch die sehr hohen Schadenfälle zunehmen.

Google: Nicht ohne Partner in den Markt

Seit Jahren fürchtet die Assekuranz den Eintritt von Google in den Versicherungsmarkt. Ganz so akut scheint die Gefahr aktuell nicht zu sein. Auf einer Kfz-Versicherungskonferenz schloss Google-Manager Nicolas Heyer aus, dass der Internetgigant ohne Rückendeckung durch erfahrene Partner solch ein Abenteuer wagen würde. Google fürchtet, dass die hohe Regulierung in dem Markt dem Börsenwert des Unternehmens schadet. Währenddessen scheint der Kfz-Versicherungsmarkt wieder auf versicherungstechnische Verluste zuzusteuern.

Talanx Deutschland versucht Neustart

Der Versicherungskonzern Talanx geht die längst überfällige Sanierung der IT für sein deutsches Privat- und Firmenkundengeschäft an. Er will drastisch sparen und die Produktlandschaft umbauen. In der Schadenversicherung will das Unternehmen wettbewerbsfähiger werden, in der Lebensversicherung setzt es auf neue Produkte mit geringerem Kapitalbedarf. Außerdem will Jan Wicke, Chef der Talanx Deutschland, die bisher geübte Kulanz gegenüber Lebensversicherungs-Altkunden aufgeben – so sollen sie künftig für die Neuausstellung von Versicherungsscheinen Gebühren zahlen. Auch neu: Mit Autoherstellern verhandelt der Versicherer über den Zugang zu Werkstattsystemen.

Darag übernimmt Hannover Rück-Bestand

Der Rückversicherer Hannover Rück hat einen Teil des Bestands der Tochtergesellschaft International Insurance Company of Hannover (Inter Hannover) an den Run-off-Spezialisten Darag zur Abwicklung übertragen. Die Transaktion wurde bereits im vergangenen Jahr vollzogen, aber erst jetzt bekannt. Es geht um britisches Kfz-Geschäft. Die Inter Hannover zeichnet Einzelrisiken in Bereichen wie Luftfahrt, Energiewirtschaft und Schifffahrt und vergibt Zeichnungsvollmachten an Makler und Zeichnungsagenturen.

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