Archiv ‘Klimawandel’

EU-Taxonomie: Versicherer sollten sich vorbereiten

 The Long View – Der Hintergrund   Mit ihrem 2018 verabschiedeten Aktionsplan hat die EU sich vorgenommen, den europäischen Kapitalmarkt so umzugestalten, dass mehr privates Kapital in nachhaltigere Investitionen gelenkt wird. Die sogenannte Taxonomie-Verordnung ist ein wesentlicher Kern dieses Plans. Sie legt fest, wann eine Wirtschaftstätigkeit als ökonomisch nachhaltig einzustufen ist. Obwohl viel noch ungeregelt ist, sollten sich auch Erst- und Rückversicherer intensiv damit beschäftigen. Große Bedeutung kommt den Themen fossile Brennstoffe und Mobilität zu.

USA: Die guten und schlechten Seiten der Biden-Agenda

 Exklusiv  Dass Joe Biden die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen hat, hat viele aufatmen lassen. Doch für Versicherer ist der Machtwechsel nicht nur positiv. Die Demokraten sind traditionell weniger unternehmerfreundlich als die Republikaner, die eine freie Marktwirtschaft vorziehen. So hat Präsident Biden schon während seines Wahlkampfes eine Steuerreform angekündigt, die ausländische wie auch heimische Versicherer treffen könnte. Die Umweltpolitik des Präsidenten wiederum könnte positive Implikationen für die Versicherungswirtschaft haben. Vorerst muss all das jedoch hintenanstehen: Die Bekämpfung der Corona-Krise hat Vorrang.

Nachhaltigkeit: Jetzt wird es ernst

Es wurde schon viel darüber geredet, dass mehr Nachhaltigkeit im Wirtschaftsleben vonnöten ist. Doch ausgerechnet die Corona-Pandemie wird der Transformation hin zu einer umweltfreundlicheren, sozialeren und ethischeren Wirtschaft zum Siegeszug verhelfen. Davon zeigten sich Experten beim Nachhaltigkeitsforum der Süddeutschen Zeitung überzeugt. Große Kapitalanleger wie die Versicherungswirtschaft können dabei helfen – nicht nur über Ausschlusslisten von Unternehmen, in die sie nicht mehr investieren wollen, sagte Sona Stadtelmeyer-Petru, Nachhaltigkeitsverantwortliche bei Allianz Investment Management.

Resilienz: Gemeinsam stark

 Meinung am Mittwoch  Mit der Corona-Krise gewinnt Resilienz zunehmend an Bedeutung. Die Widerstandsfähigkeit unserer modernen Gesellschaft wird auf eine harte Probe gestellt. In der Physik beschreibt Resilienz die Eigenschaft eines Körpers, der nach seiner Verformung in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehrt. Aber ist eine Rückkehr in den Zustand vor Corona erstrebenswert? Es ist wichtig, aus der Krise Lehren zu ziehen. Es gilt, eine neue Kultur des Risikomanagements zu entwickeln.

Versicherer wollen nachhaltiger werden

Die deutschen Versicherer wollen sich in zwei Etappen grüner aufstellen – bis 2025 und 2050. Das geht aus den neuen Nachhaltigkeitszielen hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft verabschiedet hat. Demnach sollen mehr Kapital in nachhaltige Projekte investiert, neue Versicherungspolicen angeboten und nicht zuletzt die eigene Infrastruktur überholt werden. Damit wollen die Versicherer auf den zunehmenden Druck von Gesetzgebern und Organisationen und auf die entsprechende Nachfrage der Kunden reagieren.

US-Schäden treiben Naturkatastrophenbilanz

Die wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen sind im vergangenen Jahr um 44 Mrd. Dollar auf 210 Mrd. Dollar gestiegen, berichtet Munich Re. Der Rückversicherer sieht damit den Trend zu höheren Schäden durch Naturgefahren bestätigt. Dabei spielt auch die Erderwärmung eine Rolle. 2020 sind die Temperaturen wieder besonders hoch ausgefallen, was die Entstehung von Waldbränden begünstigte. Das Katastrophenjahr zeichnete sich durch überdurchschnittlich viele Stürme im Nordatlantik aus.

Bayern fördert Versicherung von Obst- und Weinbauern

In Bayern können Landwirte, die in der Obst- oder Weinproduktion tätig sind, ab Mitte Januar 2021 einen Zuschuss zur Versicherungsprämie beantragen, um sich gegen witterungsbedingte Ertragsausfälle abzusichern. Der Freistaat übernimmt bis zu 50 Prozent der Prämie für die Deckung von Schäden durch Starkfrost, Sturm und/oder Starkregen. Damit will die Landesregierung die eigenverantwortliche betriebliche Risikovorsorge der Landwirte stärken.

Eiopa warnt vor Klimarisiken für Kapitalanlagen

Der Klimawandel hat erhebliche Auswirkungen auf die Versicherer. So sorgen schwerere und häufigere Extremwetterereignisse für höhere Schäden. Aber auch die Kapitalanlagen der Versicherer sind betroffen, warnt die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa in einem neuen Bericht. Sollte sich die Politik zu plötzlichen und weitreichenden Beschlüssen durchringen, um die Klimaziele des Pariser Abkommens noch zu erreichen, würde der Wert von Aktien und Anleihen betroffener Branchen deutlich sinken.

Corona treibt D&O-Risiken

Die Risiken für Führungskräfte werden durch die Corona-Pandemie verstärkt, zeigt eine Studie des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Die Krise führt zu wirtschaftlichem Abschwung, mehr Insolvenzen und erhöht das Risiko von Klagen gegen Manager. Das wirkt sich auch auf die D&O-Versicherung aus. Doch nicht nur die Corona-Krise hat Folgen für die Führungskräfte.

Amanda Blanc: Die Reputationschance Klimawandel

Ihren ohnehin kränkelnden Ruf habe die Versicherungswirtschaft mit dem Gezerre um Betriebsunterbrechungen und Betriebsschließungen in der Corona-Krise mutwillig aufs Spiel gesetzt. Das sagt Aviva-Chefin Amanda Blanc und liest so ihrer eigenen Branche die Leviten. Es werde lange dauern, das wieder gut zu machen, glaubt sie. Die besten Chancen für eine veränderte Wahrnehmung der Versicherungswirtschaft macht die Spitzenmanagerin beim Klimawandel aus.

Bis zur nächsten Flut

Das Naturkatastrophenjahr 2019 ist für die Versicherer vergleichsweise glimpflich ausgefallen. Die versicherten Schäden in Deutschland lagen mit 3 Mrd. Euro um 700 Mio. Euro unter dem langjährigen Durchschnitt. Das zeigt der aktuelle Naturgefahrenreport des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft. Die Folge dürfe aber nicht sein, dass der Klimawandel und die daraus folgende Häufung an extremen Wetterereignissen aus dem Blick geraten. Vergangenes Jahr ging der Großteil der Schäden auf das Konto von Sturm und Hagel, Überschwemmungen spielten kaum eine Rolle. Gut für die Hausbesitzer, denn gegen die Flut-Gefahr sind viele nicht versichert.

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